Übersicht
Fungizid zur Bekämpfung der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) in Kartoffeln
Anwendungsgebiete
Kartoffel (Pflanzkartoffel, Speisekartoffel, Stärkekartoffel; Freiland)
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Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans)
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Aufwandmenge
1,9 l/ha in 191 - 300 l Wasser
Einsatzzeitpunkt (BBCH)
Bei Infektionsgefahr bzw. ab Warndiensthinweis. Von BBCH 21 (basaler Seitentrieb (> 5 cm) gebildet) bis Beeren des 1. Fruchtstandes (Hauptspross) welk. Samen sind sortentypisch dunkel gefärbt (BBCH 89)
Max. Anzahl an Anwendungen
Maximal drei Anwendungen in der Kultur bzw. je Jahr im Abstand von 7 Tagen.
Wartezeit
Wartezeit: 14 Tage
Anwendungshinweise
Mischbarkeit |
Revus Pro ist mischbar mit Kartoffelfungiziden (z.B. ORTIVA®), -herbiziden (z.B. ZETROLA®, LEOPARD®), -insektiziden (z.B. AFINTO®, VOLIAM®, KARATE® ZEON) und Biostimulantien (z.B. QUANTIS™, NUTRIBIO N®). Mischpartner in fester Form werden als erstes Produkt in den Tank gegeben. Revus Pro ist mit maximal 10 kg N/ha bzw. 28 l AHL/ha in einem AHL-Wassergemisch im Verhältnis von mindestens 1:9 mischbar. Mischungen umgehend ausbringen. Standzeiten vermeiden. Während der Arbeitspausen Rührwerk laufen lassen. Gebrauchsanleitungen der Mischpartner sind zu beachten. Für eventuelle negative Auswirkungen durch von uns nicht empfohlene Tankmischungen, insbesondere Mehrfachmischungen, haften wir nicht, da nicht alle in Betracht kommenden Mischungen geprüft werden können. Bei weiteren Fragen zur Mischbarkeit rufen Sie bitte das Syngenta BeratungsCenter, Tel.-Nr. 0800-3240275, an. |
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Ansetzvorgang |
Spritzflüssigkeitsreste sind zu vermeiden. Es ist nur so viel Spritzflüssigkeit anzusetzen, wie tatsächlich benötigt wird. Es ist daher sinnvoll, die erforderliche Spritzflüssigkeitsmenge genau zu berechnen. Insbesondere bei größeren Spritzbehältern bietet sich die Verwendung eines Durchflussmengenmessgerätes bei der Tankbefüllung an. Beim Ansetzvorgang muss die Schutzausrüstung gemäß der Kennzeichnungsauflagen (Hinweise für den Anwenderschutz) oder Anwendungsbestimmungen getragen werden. 1. Tank mit der Hälfte der benötigten Wassermenge füllen. 2. Rührwerk einschalten (Nenndrehzahl). 3. Produkt vor dem Einfüllen kräftig schütteln! Hinweis für die Entnahme von Teilmengen: Produkt vor der Entnahme von Teilmengen wie folgt durchmischen, anderenfalls ist die homogene Verteilung des Wirkstoffes im Gebinde nicht sichergestellt: - Es ist wichtig, den Kanisterinhalt sowohl in der Quer- als auch in der Längsrichtung gründlich zu durchmischen. - Unabhängig von der Gebindegröße erreicht man eine gute Durchmischung durch Konstruktion einer einfachen Kippvorrichtung. Dazu wird der Kanister mit der Längsseite mittig auf z.B. ein Holzstück oder Rohr mit ca. 10 cm Durchmesser aufgelegt. Anschließend den Kanister an beiden Enden greifen und den Inhalt durch kräftige Auf- und Ab- Bewegungen intensiv durchmischen (mindestens 20 s je Längsseite). Diesen Vorgang über alle Längsseiten mehrfach wiederholen. - Nähere Informationen finden Sie unter www.syngenta.de/service-beratung Ausschließlich bei Verwendung des gesamten Gebindes kann das Produkt durch ein anderes als das oben beschriebene Durchmischungsverfahren kräftig geschüttelt werden. 4. Produkt über die Einspülvorrichtung oder direkt in den Tank geben. 5. Entleerte Präparatbehälter sorgfältig ausspülen und Spülwasser der Spritzflüssigkeit beigeben. 6. Tank mit Wasser auffüllen. 7. Spritzflüssigkeit sofort nach dem Ansetzen bei laufendem Rührwerk ausbringen. |
Spritztechnik |
Beim Ausbringen von Revus Pro ist auf eine gute, gleichmäßige Benetzung der Kartoffeln zu achten. Bei Kartoffeln mit starker Krautentwicklung und bei Stängel-Phytophthora sollte eine höhere Wassermenge genommen werden. Abdrift und Überdosierungen sind zu vermeiden. |
Wasseraufwandmenge |
Bewährte Wasseraufwandmenge: 200-300 l/ha |
Wirkungsweise |
Revus Pro enthält die beiden Wirkstoffe Mandipropamid und Propamocarb, die einander in ihrer Wirkung gegen Kraut- und Knollenfäule ergänzen. Mandipropamid ist der erste Vertreter der Wirkstoffklasse der Mandelsäureamide und gehört zur Wirkstoffgruppe der Carbonsäureamide. Er wird bei Kontakt mit den Blättern an deren Wachsschicht angelagert und kann nach dem Antrocknen nicht mehr vom Regen abgewaschen werden. Ein Teil des Wirkstoffes dringt in das Blattgewebe ein und wird translaminar verlagert. Mandipropamid greift in die Zellulose-Biosynthese von Oomyceten (Falsche Mehltaupilze) ein und hemmt die Zellwandbildung. Der Wirkstoff ist dabei hoch wirksam gegen die Keimung von Zoosporen und Sporangien. Die Keimung wird sofort gestoppt und die Zoosporen und Sporangien werden zerstört. Bei infektionsnaher Anwendung werden auch das Mycelwachstum und die Haustorienbildung unterbunden. Propamocarb ist ein Lipidsynthesehemmer aus der Wirkstoffklasse der Carbamate. Der Wirkstoff verhindert die Bildung von Pilzzellwänden, indem er die Synthese von Phospholipiden und Fettsäuren inhibiert. Dieser Prozess behindert das Myzelwachstum, die Sporenproduktion und die Keimung von Schadpilzen. Beide Wirkstoffe ergänzen sich in ihrer translaminaren und systemischen Wirkungsweise und schützen so neue Triebe und Blätter im aktiven Wachstum gegen Kraut- und Knollenfäule. |
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ORTIVA (Zul.-Nr. 024560-00)