Weißer Chrysanthemenrost: Jetzt im Kurztag ist mit hohem Infektionsdruck zu rechnen
In Chrysanthemum-indicum-Schnittkulturen im gewachsenen Boden sowie in Topfkulturen beginnt mit dem Kurztag eine besonders kritische Phase für den Weißen Chrysanthemenrost (Puccinia horiana). Die Bestände sind jetzt meist geschlossen. Eintretende Taubildung und Blattnässe trocken nur sehr langsam ab.
Temperaturen ab 16-18 °C und eine Luftfeuchtigkeit von über 80-90 % schaffen optimale Bedingungen für Infektion und rasche Ausbreitung. Je nach Sorte kann der Befallsdruck sehr unterschiedlich ausfallen; besonders anfällige Sorten erfordern daher erhöhte Aufmerksamkeit.
Erste Symptome sind etwa 5 mm große, helle Blattflecken. Auf der Blattunterseite bilden sich anschließend charakteristische weißlich-rosafarbene Pusteln mit Sporenlagern. Die Sporen können durch Spritzwasser und Luftbewegung schnell im Bestand verteilt werden – bis hin zu erheblichen Schäden oder Totalausfällen.
Entscheidend ist eine konsequent präventive Strategie. Kontrollieren Sie die Bestände regelmäßig und gezielt auch im unteren Pflanzendrittel, da erste Befallsherde dort leicht übersehen werden können. Zudem sollte die Bewässerung unbedingt laubtrocken erfolgen: in Schnittkulturen vorzugsweise über Tropf- oder Dripschläuche, in Topfkulturen über Ebbe-Flut- oder Anstaubewässerung.
Die fungizide Absicherung muss spätestens beginnen, sobald sich die Bestände schließen. Ein Behandlungsintervall von etwa 14 Tagen unterstützt die Gesunderhaltung der Kultur. Für eine wirksame Bekämpfungsstrategie stehen beispielsweise Blattfleckenfungizide Askon®, und Ortiva® zur Verfügung.