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Beraten ist unsere Mission

Wichtiges Know-How für den erfolgreichen Getreideanbau rund den Herbst

Düngung im Herbst

Mit der novellierten Düngeverordnung gelten unter anderem strengere Vorschriften in Bezug auf die Stickstoffdüngung. Ziel muss es deshalb sein, ausgewogen und für die Kultur bedarfsgerecht zu düngen. Eine Düngung mit Kalium, Magnesium und Schwefel schließt Nährstofflücken und ermöglicht ein höheres Ertragsniveau. So können zuvor entstandene Stickstoffüberhänge reduziert werden.

Makronährstoffe und ihre Funktionen

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NStickstoff

  • Essenziell für alle Wachstumsphasen und für die Bestandesentwicklung zum Herbst
  • Bestandteil von Aminosäuren und damit in Nukleinsäuren (DNA, RNA) enthalten
  • Bestandteil von Enzymen, die wichtige Aufgaben im Stoffwechsel der Pflanze erfüllen
  • Baustein des Chlorophylls

PPhosphor

  • Wichtig für die Keimung, wird dazu in Form von Phytin gespeichert
  • Fördert die Bestockung
  • Ist erforderlich für die Übertragung chemisch gebundener Energie in verschiedensten Stoffwechselprozessen
  • Wichtiger Bestandteil der Biomembran

KKalium

  • Beeinflusst den Wasserhaushalt und die Winterfestigkeit der Pflanze
  • Essenziell für besseren Schutz vor dem Eistod der Zellen
  • Verbessert die Bildung von Assimilaten in den Blättern
  • Erhöht die Zellfestigkeit der Pflanzen

MgMagnesium

  • Sichert die Jugendentwicklung der Getreidepflanzen
  • Führt zu einem optimalen Wurzelwachstum
  • Ist erforderlich für die Photosynthese (Mg ist Zentralatom des Chlorophylls)
  • Hat hydratisierende Eigenschaften, beeinflusst damit den Wasserhaushalt und die Enzymwirksamkeit

SSchwefel

  • Funktionen im Stickstoffstoffwechsel ➜ Verbessert die Nutzungseffizienz des vorhandenen Stickstoffs im Boden
  • Aktiviert wichtige Enzyme im Energie- und Fettsäurestoffwechsel
  • Ist wichtig für die Produktion pflanzeneigener Abwehrstoffe (Phytoalexine, Glutathion)

Herbstdüngung – Was ist bei Stickstoff und Phosphor noch möglich?

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Zusätzliche Auflagen durch überarbeitete Düngeverordnung 2020 (Informationsauszug)
  • Keine Ausbringung von N- oder P-haltigen Stoffen auf gefrorenem Boden
  • Sperrfrist für die Aufbringung von Festmist von Huf- oder Klauentieren und Kompost auf Acker- und Grünland vom 01.12. bis 15.01.
  • Sperrfrist für die Aufbringung von P-haltigen Düngemitteln auf Acker- und Grünland vom 01.12. bis 15.01
  • Begrenzung des Einsatzes von flüssigen organischen Düngemitteln auf Dauergrünland und mehrjährigem Feldfutter auf 80 kg N pro Hektar vom 01.09. bis Beginn der Sperrfrist
  • Bei der Berechnung der 170 kg/ha N-Obergrenze für den Einsatz organ. Dünger: Abzug bzw. Teilanrechnung aller Flächen, die Düngungsverboten oder -einschränkungen unterliegen
  • Beachtung der Abstände zu Gewässern bei Hanglagen
Übersicht der Sperrfristen für die Stickstoffdüngung
Zusätzliche Auflagen in den Roten Gebieten seid 01.01.2021
  • N-Düngung – Reduktion des errechneten Düngebedarfes um 20 %
  • Keine Herbstdüngung! – Ausnahmen sind:
    Winterraps: < 45 kg Nmin im Boden
    Zwischenfrüchte ohne Futternutzung; 120 kg N mit Festmist von Huf- und Klauentieren
  • N-Obergrenze Einhaltung der 170 kg/ha N-Obergrenze jetzt auf Schlagebene
  • Begrenzung der N-Düngung im Herbst auf Grünland (60 kg Ges.-N/ha; 01.09. bis Start der Sperrfrist)
  • Zwischenfruchtanbau als Pflicht zur N-Düngung (gesonderte Regeln beachten!)
  • Sperrfristverlängerung für Festmist und auf Grünland

Die Getreidebestände optimal auf den Winter vorbereiten

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Bis zum 3-Blatt-Stadium nutzt Getreide die Nährstoffe aus dem eigenen Korn. Danach muss die junge Pflanze selbst Nährstoffe über die Wurzel aus dem Boden aufnehmen und sich gleichzeitig auf den Winter und die Vegetationsruhe vorbereiten. Dazu muss sich der Bestand effizient für den Winter akklimatisieren. Hierbei hilft sonniges Wetter vor Frostbeginn für eine hohe Photosyntheserate und vor allem eine optimale Versorgung mit Nährstoffen.

Ein optimaler Bestand sollte bis zum Winter:

  • Eine hohe Photosyntheseleistung aufweisen, da diese die Basis für die Bildung von organischen Verbindungen jeglicher Art ist
  • Ausreichend Kohlenhydrate, Stickstoffverbindungen und osmotisch wirksame Substanzen wie Kalium in den Zellen für die kalte Zeit einlagert haben, um den Gefrierpunkt des Zellsaftes abzusenken und die Zellen vor einem möglichen Eistod zu schützen

Deshalb sind vor allem Kalium- und Magnesium essenziell. Denn Nährstoffmängel führen zur Beeinträchtigung der Pflanzenentwicklung und der Photosyntheserate und damit zu:

  • Einer schlechteren Keimung
  • Einer schlechteren Bestandes- und Wurzelentwicklung
  • Einer erhöhten Empfindlichkeit gegenüber Kälte und Frost
  • Einem ungünstigen Spross / Wurzel-Verhältnis

Je besser der Bestand in der Vorwinterphase mit Kalium und Magnesium versorgt ist, desto effizienter kann er über die Photosynthese die Basis für die Akklimatisierung legen.

Eistod: Zucker und Kalium als Frostschutzmittel

Warum braucht Getreide Mikronährstoffe auch im Herbst?

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Damit Getreide den Winter gut übersteht, braucht es bereits im Herbst ausreichend Mikronährstoffe. Die Wichtigsten im Getreide sind Mangan, Kupfer und Zink, damit der Bestand fit in den Herbst startet und gefestigt in die Winterruhe gehen kann.

MnMangan

  • Aktiviert eine Vielzahl an Enzymen und ist daher wichtig für einen aktiven Stoffwechsel in der Akklimatisierung für den Winter
  • Wird sowohl bei der Chlorophyll- und Photosynthese als auch bei der Nitratreduktion und Aminosäurebildung benötigt
  • Fördert die Krankheitsresistenz der Pflanzen
  • Nimmt in seiner Verfügbarkeit mit steigendem pH-Wert deutlich ab

Empfehlung Mangan-Düngung: 200 – 400 g/ha Mangan als Blattdüngung

ZnZink

  • Mangel tritt häufig in Phasen intensiven Wachstums sowie bei Kälte und Trockenheit auf
  • Ist wichtig für das Längenwachstum der Pflanzen
  • Ist wichtig für die Proteinbildung

Empfehlung Zink-Düngung: 30 – 60 g/ha Zink als Blattdüngung

CuKupfer

  • Ist wichtig für die Lignifizierung und damit für die Widerstandsfähigkeit der Pflanzen
  • Stabilisiert die Funktion der Chloroplasten und steuert den photosynthetischen Elektronentransport
  • Ist an der Bindung von Sauerstoffradikalen beteiligt, wodurch diese unschädlich gemacht werden

Empfehlung Kupfer: 30 – 60 g/ha Kupfer als Blattdüngung

Nährstoffaufnahme – Die Verfügbarkeit beeinflussende Faktoren
BedarfBMnCuZnFe
Weizen, Roggen
Gerste
Negativer Einfluss auf Verfügbarkeit
pHhoch (pH >7)
niedrig
O2-Mangel  
  
 trocken
Temperaturhoch
 
niedrig
Einstrahlunghoch
  
Humusgehalt 
gering
mittel – hoch
hoch
sehr hoch

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Tipp: Standorte rechtzeitig prüfen!

Für viele Standorte ist die Kombination von Mangan, Zink und Kupfer ideal zur Unterstützung der Winterakklimatisierung. Mangan fördert das Jugendwachstum, Zink muss für die Bildung von Wuchsstoffen zur Zellteilung verfügbar sein und Kupfer fördert die Stabilität der einzelnen Pflanzen. Bei Herbstanwendung von z. B. EPSO Profitop ®1 (Bittersalz-Blattdünger mit 5 % Mn, 2 % Zn, 1 % Cu) kann die Winterhärte von Getreidebeständen deutlich verbessert werden.

®1 = Registrierte Marken der K+S Minerals and Agriculture GmbH

gering
mittel – hoch
hoch
sehr hoch

Schwefel und andere Nährstoffgehalte in Düngemitteln richtig erkennen!

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Zur Berechnung der Nährstoffmengen gibt die Düngemitteldeklaration Aufschluss über Gehalte, Nährstoffformen und Löslichkeit der enthaltenen Nährstoffe. Die Deklaration der Nährstoffe erfolgt gemäß EU-Recht meist in Oxidform.
Daher werden die Gehalte aller Hauptbestandteile als P2O5, K2O, MgO, SO3 angegeben. Einzige Ausnahme ist Stickstoff, der als N angegeben wird.
Bei der Umrechnung der verschiedenen Nährstoffangaben in andere Formen helfen folgende Faktoren:

Praxis: Der Landwirt rechnet normalerweise beim Schwefel in der Form des Elementschwefels als S, angegeben wird er oft als SO3. Zum Umrechnen von S in SO3 wird der S-Wert mit dem Faktor 2,497 multipliziert.

Zum Umrechnen von SO3 in S wird der SO3-Wert mit 0,4 multipliziert.

Beispiel: EPSO Top ®1 (Bittersalz) 16 % MgO und 32,5 % SO3. Es gilt der Umrechnungsfaktor 0,4 (siehe Tabelle). 32,5 % SO3> x 0,4 = 13 % S
®1 = Registrierte Marken der K+S Minerals and Agriculture GmbH

GegebenGesuchtFaktor
NO3N0,226
NH3N0,822
(NH4)2SO4N0,212
NH4NO3N0,350
CaCNN0,350
NNO34,427
NNH31,216
N(NH4)2SO44,717
NNH3NO32,857
NCaCN22,860
K2OK0,830
KK2O1,205
KCIK2O0,632
K2SO4K2O0,541
K2OKCI1,583
K2OK2SO41,850
Na2ONa0,742
NaCINa0,393
NaNa2O1,348
NaCINa2O0,530
NaNaCI2,542
Na2ONaCI1,886
GegebenGesuchtFaktor
CaOCa0,715
CaCaO1,399
CaCO3CaO0,560
CaSO4CaO0,412
CaCI2CaO0,505
CaOCaCO31,785
CaOCaSO42,428
CaOCaCI221,979
MgOMg0,603
MgMgО1,658
MgОMgSO42,986
MgOMgSO4· H2O3,433
MgOMgSO4· 7H2O6,114
MgOMgCI22,362
MgOMgCO32,092
MgSO4MgO0,335
MgSO4· H2OMgO0,291
MgSO4· 7H2OMgO0,164
MgCI2MgO0,423
MgCO3MgO0,478
GegebenGesuchtFaktor
P2O5P0,436
PP2O52,291
Ca3(PO4)2P2O50,458
P2O5Ca3(PO4)22,185
SO2S0,501
SO3S0,400
SO4S0,334
K2SO4S0,184
MgSO4· H2OS0,232
MgSO4· 7H2OS0,130
CaSO4S0,236
(NH4)2SO4S0,243
SSO21,998
SSO32,497
SSO42,996
SK2SO45,435
SMgSO4· H2O4,316
SMgSO4· 7H2O7,687
SCaSO44,246
S(NH4)2SO44,121

Auflaufverhalten ausgewählter Ungräser und Unkräuter in Getreide

Um Ungräser und Unkräuter im Rahmen eines integrierten Bekämpfungskonzeptes, wie wir es in der 4D-Strategie beschreiben, mit Herbiziden möglichst wirkungsvoll kontrollieren zu können, ist es wichtig die Biologie der wichtigen Arten zu kennen. Das folgende Schaubild gibt einen Überblick über das Keimverhalten ausgewählter Ungräser und Unkräuter im Jahresverlauf und kann als Hilfestellung für die richtige Terminierung der Herbizidapplikationen dienen.

Auflaufverhalten ausgewählter Ungräser und Unkräuter in Getreide

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Hintergrundwissen Dormanz:

Per Definition: Dormanz ist das Ausbleiben der Keimung eines lebensfähigen Samens unter Bedingungen, die für die Keimung eigentlich günstig sind. Primäre Dormanz: vererbt, entsteht während der Samenbildung und -reifung auf der Mutterpflanze ➞ Schutz vor Auswuchs. Brechung der primären Dormanz i. d. R. irreversibel. Primäre Dormanz ist weniger tief, wenn die Abreife bei trockener Witterung, hohen Temperaturen und guter Nährstoffversorgung stattfindet.
Sekundäre Dormanz: nach dem Samenfall durch Umwelteinflüsse induzierte Keimruhe (z. B. Temperatur).
Achtung Ackerfuchsschwanz: Durch Bodenbedeckung treten ausgefallene Samen in eine ausgeprägte sekundäre Dormanz und bilden das Samenpotenzial der nächsten Anbaujahre. Durch z. B. einen Lichtreiz kann die sekundäre Dormanz schließlich wieder gebrochen werden und es kommt zur Keimung.

Bestimmungshilfen der wichtigen Ungräser in Getreide

Die Wahl der richtigen Herbizid-Lösung und der erforderlichen Aufwandmenge ist vor allem bei der Bekämpfung von Ungräsern im Getreide von entscheidender Bedeutung für den Erfolg. Früher Einsatz bodenwirksamer Präparate im Herbst zeigt dabei das höchste Wirkpotenzial. Doch gerade im frühen Entwicklungsstadium (Keimblatt- bis 2-Blatt-Stadium) sind die verschiedenen Ungrasarten nicht leicht zu unterscheiden. Die folgende Bestimmungshilfe soll Ihnen bei der Unterscheidung helfen, um so die richtige Produktwahl treffen zu können.

Ackerfuchsschwanz Alopecurus myosuroides

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Ein- bis überjähriges horstbildendes Ährengras, häufig auf feuchten mittleren bis schweren kalkhaltigen Böden. Halme aufrecht, bis 50 cm hoch.

Besonderes Unterscheidungsmerkmal: Blatthäutchen lang, mit meist unregelmäßiger Zahnung
Keimzeit: Herbst bis Frühjahr, hauptsächlich Herbst

Samen

8 Tage alt – Keimblatt: zart, korkenzieherartig gewunden, am Grund oft violett, unbehaart

16 Tage alt – Laubblätter: schmale, scharfkantige Blätter ohne Blattöhrchen

Gemeiner Windhalm Apera spica-venti

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Meist überjährig, selten einjährig, stark bestockend. Leichte, frische Böden. Kalkmangelanzeiger. Halme aufrecht. Ährchen in großer, lockerer Rispe, Deckspelze rau, begrannt.

Besonderes Unterscheidungsmerkmal: Blattgrund: Häutchen mittelgroß, tief ausgefranst, keine Öhrchen, Blattscheide unbehaart
Keimzeit: Vorwiegend Herbst

Samen

10 Tage alt – Keimblätter: zart, korkenzieherartig gewunden

23 Tage alt – Laubblätter: flach, rau, schraubenartig gedreht, unbehaart, kein Blattöhrchen

Italienisches Raygras Lolium multiflorum

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Ein- bis zweijährig, Horste bildend, auf nährstoffreichen sandigen Lehmböden. Halme unterhalb des Ährenansatzes glatt. Vielblütige Ährchen mit kurzer Granne, längs zur Achse gestellt, zweireihig.

Besonderes Unterscheidungsmerkmal: Ährchen längs zur Achse gestellt
Keimzeit: Frühjahr

Samen

10 Tage alt – Keimblätter: sehr schmal, hellgrün

16 Tage alt – Laubblätter: geriefte Blattspreiten, unbehaart, Unterseite stark glänzend

Taube Trespe Bromus sterilis

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Ein- bis überjährig, lockere Horste bildend, auf frischen Böden. Halme aufrecht, kahl, glatt, 20 – 80 cm. Ährchen groß in Rispen, mit langen Rückengrannen.

Besonderes Unterscheidungsmerkmal: Große, tief gefranste Blatthäutchen
Keimzeit: Herbst, Frühjahr

Samen

10 Tage alt – Keimblätter: rötliche Blattscheide, links drehend, deutlich genervt

16 Tage alt – Laubblätter: hellgrün bis purpur, behaart, unterseits glänzend, keine Blattöhrchen

Einjähriges Rispengras Poa annua

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Ein- bis überjährig, Horste bildend, büschelig wachsend. Liebt schwach feuchte Böden. Verzweigte Halme, an den Knoten oft wurzelschlagend.

Besonderes Unterscheidungsmerkmal: „Kahnspitze“ der Blätter
Keimzeit: Fast ganzjährig

Samen

10 Tage alt – Keimblätter: zart, schmal, aber etwas kräftiger als Windhalm

23 Tage alt – Laubblätter: schmal, hellgrün, jüngstes Blatt gefaltet, Blatthäutchen gespitzt

Applikationstechnik

Maximale Wirkstoffanlagerung an der Zielfläche ist für hohe Bekämpfungserfolge beim Herbizideinsatz unerlässlich. Daher kommt der optimierten Applikationstechnik eine besondere Bedeutung zu. Erfahren Sie im folgenden, wie Sie durch angepasste Düsenwahl, Fahrgeschwindigkeit, Wassermenge und Druckeinstellung Ihre Wirkungsgrade verbessern und das Abdriftrisiko gleichzeitig minimieren können.

Abdrift verhindern durch optimale Applikationstechnik

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Für einen integrierten und umweltschonenden Pflanzenschutz ist es elementar wichtig, jeglichen Austrag von Spritzbrühe aus der Behandlungsfläche weitestgehend zu verhindern. Hierbei stehen natürlich Rückzugsgebiete von Tieren und Pflanzen, wie Feldgehölze, Gräben und Brachen, im Fokus. Zu sensiblen Bereichen gehören aber auch Siedlungsflächen sowie Gemüse- und Bioflächen, bei denen Abdrift zu Ärger und zu einem massiven Imageverlust der Landwirtschaft bzw. zu hohen wirtschaftlichen Schäden führen kann. Mit der heutigen Pflanzenschutzgeräte- und Düsentechnik sind optimale Voraussetzungen vorhanden, um sehr gute biologische Ergebnisse mit sehr abdriftarmer Technik zu realisieren.

Diese Punkte müssen beim Pflanzenschutz beachtet werden:
  • Gebrauchsanleitung der Pflanzenschutzmittel bei der Planung aufmerksam lesen und produktbezogene Auflagen berücksichtigen.
  • Nutzen Sie grundsätzlich nur Düsen, die vom JKI abdriftreduzierend eingestuft sind!
  • Produktbezogene Abstandsauflagen können durch den Einsatz driftreduzierender Düsen reduziert werden.
  • Driftreduzierende Injektordüsen verringern besonders den Ausstoß von sehr kleinen Tropfen < 100 μm. Sie sind die Hauptursache für Abdrift. Sehr kleine, leichte Tropfen schweben im Bestand und können leicht verdriften.
  • Nicht spritzen bei Windgeschwindigkeiten > 5 m/s.
  • Bei Temperaturen über 25°C und oder geringer relativer Luftfeuchtigkeit < 30 % die Maßnahme in den frühen Morgenstunden durchführen, um thermische Abdrift und Verflüchtigung zu vermeiden.
  • Fahrgeschwindigkeiten nicht über 8 km/h, darüber steigt die Abdriftgefahr stark an.
  • Führen Sie den Spritzbalken im richtigen Abstand von 50 cm zur Behandlungsfläche. Schon ein Abstand von 75 cm kann das Abdriftrisiko um 50 –100 % erhöhen!

Solch ein Feintropfenschleier sollte der Vergangenheit angehören

Herbizidapplikation im Herbst – Mit grobtropfigen Düsen Wirkungssicherheit in Getreide steigern!

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Für Herbizide mit dem Wirkstoff Prosulfocarb (Boxer) sind einige Anwendungsbestimmungen zu beachten:

  • Fahrgeschwindigkeit von max. 7,5 km/h nicht überschreiten (NT 146).
  • Auf gesamter Behandlungsfläche nur Düsen mit mindestens 90 % Abdriftminderung einsetzen (NT 145).
  • Wassermenge muss mindestens 300 l/ha betragen (NT 145).
  • Die Windgeschwindigkeit darf bei der Ausbringung des Mittels 3 m/s nicht überschreiten (NT 170).

Diese Anwendungsbestimmungen erscheinen auf den ersten Blick als „lästige Pflicht“.
Versuche zeigen aber, dass sich mit diesen Regeln die stabilsten Wirkungsgrade bei allen Bodenherbiziden erzielen lassen!
Eine grobtropfige, abdriftarme Applikation hilft also nicht nur, eine Abdrift auf Nachbarflächen und damit potenziellen Ärger zu vermeiden, sondern sie verbessert Ihren Bekämpfungserfolg.

Abdriftmindernde Additive vs. Düsentechnik: Was bringt mehr?

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Besonders bei der Verwendung von Bodenherbiziden im Vorauflauf oder im frühen Nachauflauf wird im Zusammenhang mit der Vermeidung von Abdrift die Zugabe von abdriftmindernden Additiven zur Spritzbrühe diskutiert. Additive als Zusatzstoffe haben oftmals multifunktionale Eigenschaften. Sie können als Aufnahmebeschleuniger, Spreiter oder Haftmittel fungieren.

Aber können Additive auch die Abdrift verringern?

Um nur die abdriftmindernden Eigenschaften und deren Einflüsse auf das Tropfenspektrum separat zu untersuchen, wurden in Laborversuchen Tropfenmessungen von Spritzbrühen mit unterschiedlichen Düsentypen und bei unterschiedlichen Druckstufen durchgeführt. Hierzu wurde Boxer als Soloprodukt und in Kombinationen mit verschiedenen Additiven verglichen, denen abdriftmindernde Eigenschaften nachgesagt werden.
Als Düsen wurden Standard-Flachstrahlüdsen ohne Injektortechnik (vom Typ XR oder LU) gegen kompakte Injektordüsen (vom Typ IDKN oder AIXR) gleicher Größe bei 4 verschiedenen Druckstufen getestet.
Über alle 6 geprüften Additive konnte ein relativ einheitlicher Trend festgestellt werden.

1. Standard-Flachstrahhdüsen

Bei Standarddüsen ohne Abdriftminderungsklasse (XR-/ LU-Düsen) ist der Feintropfenanteil extrem hoch. Diese Düsen besitzen daher grundsätzlich ein sehr hohes Abdriftrisiko. Einige Additivzusätze können diesen Feintropfenanteil in unterschiedlicher Ausprägung in den unteren Druckbereichen von 1 bar oder 2 bar leicht reduzieren (Abb.1).

Messungen zu den Effekten von Additiven Standard-Flachstrahldüse „XR 110-06“, 300 l/ha, ohne Driftreduktion

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2. Injektordüsen

Abdriftmindernde Injektordüsen (im Beispiel IDK-Düsen) haben bereits einen geringen Feintropfenanteil und sind mit bis zu 90 % Abdriftminderung anerkannt. Der gemessene Feintropfenanteil über alle Varianten ist bei diesem abdriftmindernden Düsentyp deutlich niedriger als in den Vergleichsmessungen in Abb. 1. Die Messungen bei Verwendung einer Injektordüse zeigten keine positiven Effekte durch den Additivzusatz. Injektordüsen haben generell ein gröberes Tropfenspektrum und können so bauartbedingt abdriftreduzierend eingesetzt werden. Abdriftmindernde Additivzusätze führen zu keiner weiteren Verbesserung (Abb. 2).

Messungen zu den Effekten von Additiven Antidriftdüse „IDK 120-06“, 300 l/ha, 50 % – 90 % Driftreduktion

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Gesamtergebnis: Abdriftmondernde Düse schlägt Additiv!

Die Wahl einer Injektordüse und die Druckeinstellung für eine hohe Abdriftminderungsklasse bewirken einen größeren Effekt auf die Reduzierung des Feintropfenanteils als die Zugabe eines abdriftmindernden Additives.
Eine 90-% oder 95-%-Düse bei entsprechendem Druck ist folglich dem Zusatz derartiger Beistoffe immer vorzuziehen, um eine effektive und sichere Abdriftminderung zu erzielen.

Empfehlungen (Auswahl) für 90-%- oder 95-%-Düsen in der vorauflauf- und frühen nachauflauf-Applikation im Herbst:
Düse90 % Abdriftminderung95 % AbdriftminderungWassermenge l/ha
ID-120-03 (ID3)2 – 3 bar, 6 km/h-216 – 240
IDTA 120-032 bar, 6 km/h-200
ID-120-04 (ID3)2 – 3 bar, 6 km/h-260 – 310
IDTA 120-041,5 bar, 6 km/h-225
TD HiSpeed 110-042 bar, 6 – 8 km/h-200
AI, AIC 110052,5 bar, 7,3 km/h-300
ID-120-05 (ID3)2,6 bar, 7,4 km/h-300
IDTA 120-05-1,5 bar, 5 km/h300
Syngenta 130-05-2,0 bar, 6,9 km/h300
TTI 110 052,0 bar, 6,4 km/h-300
  • Düse ID-120-03 (ID3)
  • 90 % Abdriftminderung 2 – 3 bar, 6 km/h
  • 95 % Abdriftminderung
  • Wassermenge l/ha 216 – 240
  • Düse IDTA 120-03
  • 90 % Abdriftminderung 2 bar, 6 km/h
  • 95 % Abdriftminderung
  • Wassermenge l/ha 200
  • Düse ID-120-04 (ID3)
  • 90 % Abdriftminderung 2 – 3 bar, 6 km/h
  • 95 % Abdriftminderung
  • Wassermenge l/ha 260 – 310
  • Düse IDTA 120-04
  • 90 % Abdriftminderung 1,5 bar, 6 km/h
  • 95 % Abdriftminderung
  • Wassermenge l/ha 225
  • Düse TD HiSpeed 110-04
  • 90 % Abdriftminderung 2 bar, 6 – 8 km/h
  • 95 % Abdriftminderung
  • Wassermenge l/ha 200
  • Düse AI, AIC 11005
  • 90 % Abdriftminderung 2,5 bar, 7,3 km/h
  • 95 % Abdriftminderung
  • Wassermenge l/ha 300
  • Düse ID-120-05 (ID3)
  • 90 % Abdriftminderung 2,6 bar, 7,4 km/h
  • 95 % Abdriftminderung
  • Wassermenge l/ha 300
  • Düse IDTA 120-05
  • 90 % Abdriftminderung -
  • 95 % Abdriftminderung 1,5 bar, 5 km/h
  • Wassermenge l/ha 300
  • Düse Syngenta 130-05
  • 90 % Abdriftminderung -
  • 95 % Abdriftminderung 2,0 bar, 6,9 km/h
  • Wassermenge l/ha 300
  • Düse TTI 110 05
  • 90 % Abdriftminderung 2,0 bar, 6,4 km/h
  • 95 % Abdriftminderung -
  • Wassermenge l/ha 300

Beraten ist unsere Mission

Wichtiges Know-How für den erfolgreichen Getreideanbau rund ums Frühjahr

Wichtiges Know-How
für den erfolgreichen
Getreideanbau rund
ums Erntejahr

Boniturschemata der wichtigen Getreidekrankheiten

Den richtigen Behandlungszeitpunkt zu treffen ist für den Erfolg der Maßnahme entscheidend. Daher ist eine regelmäßige Kontrolle des Blattapparates Ihres Getreides unerlässlich.

Die folgenden Boniturschemata sowie Bekämpfungsrichtwerte der großen Getreidekrankheiten sind ein nützliches Instrument, um nachhaltigen Schaden rechtzeitig abzuwenden.

Boniturschema

Echter Mehltau an Weizen, Gerste, Triticale und Roggen

Erysiphe graminis

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Bekämpfungsrichtwert:

60 % Befallshäufigkeit auf den oberen 3 Blättern in BBCH 32 – 61 (Weizen), BBCH 32 – 51 (Gerste, Roggen, Triticale)

Boniturschema

Septoria-Blattdürre an Weizen und Triticale

Septoria tritici / Zymoseptoria tritici

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Bekämpfungsrichtwert für Septoria-Blattdürre an Weizen und Triticale:

30 % Befallshäufigkeit in BBCH 32 – 37 auf den oberen 4 Blättern

10 % Befallshäufigkeit in BBCH 39 – 61 auf den oberen 4 Blättern

Boniturschema

Gelbrost an Weizen und Triticale

Puccinia striiformis

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Bekämpfungsrichtwert:

Befallsbeginn: Auftreten erster Befallsnester in BBCH 31– 61 auf den oberen drei Blättern

Boniturschema

Braunrost an Weizen, Roggen und Triticale sowie Zwergrost an Gerste

Puccinia recondita, Puccinia hordei

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Bekämpfungsrichtwert für Braunrost an Weizen, Roggen und Triticale:

30% Befallshäufigkeit (> 1 Pustel auf 3 Pflanzen) am Haupttrieb bzw. auf den oberen drei Blättern ab BBCH 37 bis BBCH 69


Bekämpfungsrichtwert für Zwergrost an Gerste:

30 % Befallshäufigkeit in BBCH 37– 59 auf den oberen 3 Blättern

Boniturschema

DTR-Blattdürre an Weizen

Drechslera tritici-repentis

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Bekämpfungsrichtwert:

5 –10 % Befallshäufigkeit auf den oberen 3 Blättern in BBCH 32 – 61


Vorfrucht Weizen und pfluglos bestellt: Befallsbeginn auf den oberen drei Blättern in BBCH 32 – 61

Boniturschema

Netzflecken an Gerste

Drechslera tritici-repentis

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Bekämpfungsrichtwert:

20 % Befallshäufigkeit in BBCH 37– 51 auf den oberen 3 Blättern

Boniturschema

Ramularia-Sprenkelkrankheit an Gerste

Ramularia collo-cygni

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Ramularia kann nur vorbeugend bekämpft werden.
Optimaler Termin = BBCH 37– 49.

Risikofaktoren:

Nicht verrottete Erntereste, insbesondere einer Gersten-Vorfrucht

Niederschlagsreiche Anbaugebiete mit längerer Abreife

Feuchtes, warmes Mikroklima und hohe Einstrahlung im April und Mai

Auftreten von Stressreaktionen und physiologischen Blattflecken

Boniturschema

Rhynchosporium-Blattflecken an Gerste, Roggen und Triticale

Rhynchosporium secalis

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Jeder Abschnitt entspricht 10 % eines Blattes.
Schwarze Flächen entsprechen 1, 2 und 5 % eines Blattes.

Bekämpfungsrichtwert:

50 % Befallshäufigkeit in BBCH 37– 51 auf den oberen 3 Blättern

Bekämpfungsrichtwerte Pilzkrankheiten – Quelle: Pflanzenschutz im Ackerbau und Grünland 2020.
Eine Information der Pflanzenschutzdienste der Länder Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

In welchem BBCH Stadium befindet sich mein Getreide aktuell?

BBCH Stadium Ihres Getreides

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Bild

BBCH 29

Ende der Bestockung, die Ähre ist sichtbar aber weniger als 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt.

Bild

BBCH 30

Äußerlich erkennt man den Schossbeginn durch das Aufrichten der Triebe. Ein Aufschneiden des Haupttriebes kann Aufschluss über das genaue BBCH-Stadium geben. Die Ährenspitze ist mindestens 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt.

Bild

BBCH 31

Das Ein-Knoten-Stadium ist erreicht, wenn der erste Knoten mindestens 1 cm vom Bestockungsknoten entfernt ist.

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BBCH 32

Der zweite Knoten ist mindestens 2 cm vom ersten Knoten entfernt.

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