Gerste ist eines der ältesten Getreide der Welt. Archäologische Funde deuten darauf hin, dass sie bereits vor über 10.000 Jahren domestiziert wurde. Sie eignet sich besonders für gemäßigte Klimazonen, kann weltweit angebaut werden und gedeiht am besten in voller Sonne und gut bewässerten Böden.
Laut des Landwirtschaftsministeriums der Vereinigten Staaten (USDA) lag die weltweite Gerstenproduktion 2024/25 bei etwas über 143 Millionen Tonnen, wobei der Großteil aus Europa stammt. Gerste wird zum einen in der Brauerei- und Destillationsindustrie eingesetzt. Zum anderen wird sie weltweit als wichtiger Bestandteil der Ernährung von Mensch und Tier genutzt.
Obwohl die Produktion in den vergangenen zehn Jahren konstant stark geblieben ist, müssen Landwirte sich an veränderte Anbaubedingungen anpassen und gleichzeitig ihre Produktivität steigern. James Melichar, Portfolio Manager Hybridgetreide Europa bei Syngenta, erklärt:
„Wir müssen die Produktion stetig steigern – es gibt kaum neues landwirtschaftlich nutzbares Land, also müssen wir auf der vorhandenen Fläche höhere Erträge erzielen.“
Innovation durch Züchtung
Um das Potenzial jeder Kulturpflanze voll auszuschöpfen, ist Pflanzenzüchtung unverzichtbar. Bereits im Jahr 2003 brachte Syngenta die erste Generation von Hybridgerste auf den Markt. Diese Hybride bieten einzigartige Vorteile.
Durch die Kreuzung zweier genetisch unterschiedlicher Elternpflanzen entsteht ein Nachkomme, der beide Eltern in seiner Leistungsfähigkeit übertrifft. Dieses Prinzip ist seit Jahrhunderten bekannt, doch die Methoden wurden kontinuierlich verfeinert, um neue Hybriden mit verbesserten Eigenschaften für den großflächigen landwirtschaftlichen Einsatz zu entwickeln. Melichar erklärt: „Heterosis ist die Lösung. Sie sorgt für einen Quantensprung bei Ertrag und Produktivität.“
Doch Hybriden bieten weit mehr als nur höhere Erträge:
„Landwirte müssen sich zunehmend schwierigen Wachstumsbedingungen stellen. Hybriden sind äußerst stabil unter unterschiedlichen Witterungsbedingungen – von Dürre bis Starkregen, bei Hitze und Kälte. Sie besitzen außerdem tiefere Wurzelsysteme, die Feuchtigkeit und Nährstoffe effizienter aus dem Boden aufnehmen. Das sichert eine ertragreichere Kultur für den Landwirt,“ ergänzt Melichar.
Über 20 Jahre Fortschritt
Rob Hiles, Leiter Marketing & Portfoliomanagement für Feldsaaten Europa, erinnert sich an die Anfänge: „Ich habe 2003 einen der allerersten Säcke Hybridgerste verkauft – es ist beeindruckend zu sehen, wie das Portfolio in den letzten 20 Jahren gewachsen ist und wie begeistert die Landwirte darauf reagiert haben.“
Heute sind die Hybrid-Sorten von Syngenta ein zentrales Element der modernen Gerstenproduktion – bekannt unter dem Namen HYVIDO®. Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Entwicklung neuer Merkmale, die auf die Bedürfnisse der Landwirte in unterschiedlichen Regionen zugeschnitten sind. Dafür braucht es sowohl enge Partnerschaften mit Landwirten vor Ort als auch eine hochmoderne Züchtungsinfrastruktur, die neue Hybriden im großen Stil anpassen kann.
Hiles erläutert:
„In Großbritannien konzentrieren wir uns auf den hohen Mehrwert und die exzellente Unkrautunterdrückung. In anderen Ländern können die Prioritäten variieren – in Dänemark legen Landwirte Wert auf effiziente Stickstoffnutzung, während französische Landwirte Hybriden bevorzugen, die es ihnen ermöglichen, den Fungizideinsatz zu reduzieren. Diese müssen also besonders pilzresistent sein.“
Kurz gesagt: Der Schlüssel zur breiten Akzeptanz von Hybriden liegt darin, die Bedürfnisse der Landwirte in den Mittelpunkt der Innovation zu stellen. „In jedem Land wollen wir verstehen, was Landwirte wirklich bewegt – und genau das nutzen wir, um Entwicklung und Einführung gezielt voranzutreiben,“ so Hiles.
Starke Erträge und echte Resistenz
Neben hohen, stabilen Erträgen und maßgeschneiderter Leistungsfähigkeit bietet Syngentas Hybridgerste auch eine ausgezeichnete Krankheitsresistenz. Gerste kann unter anderem vom Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) befallen werden – einer verheerenden Krankheit, die Ertragsverluste von bis zu 60 % verursachen kann. Dank führender Genetik verfügen Syngentas Hybride über eine vollständige Resistenz gegen BYDV.
Ein aktuelles Erfolgsbeispiel für Deutschland ist die Sorte SY Zoomba (Hybrid-Wintergerste, im HYVIDO® Neo-Programm) zeichnet sich durch hohe Vitalität und Frohwüchsigkeit, eine breite Anbaueignung sowie gute Stroh- und Standfestigkeit aus. Sie bietet u. a. die beschriebene BYDV-Resistenz („yd4“), ist blattgesund und zeichnet sich zusätzlich durch hohe Vitalität und Frohwüchigkeit aus. Dies ermöglicht eine breite Anbaueignung und führt zu einer effektiven Ungrasunterdrückung.
Damit sorgt die neueste Hybridgeneration für hohe und stabile Erträge, selbst unter mehrfachem Krankheitsdruck.
„Es kommen ständig neue Merkmale hinzu,“ sagt Hiles. „Mit Hybridgerste haben wir gezeigt, dass wir das Potenzial der Heterosis voll ausschöpfen und die Einführung neuer Sorten fördern können. Es waren unglaubliche 20 Jahre – und wir sind noch lange nicht am Ende.“
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