Syngenta und Amoéba schließen exklusiven europäischen Vertriebsvertrag, um Getreideerzeugern ein wegweisendes Biofungizid bereitzustellen
Die exklusive Vereinbarung umfasst den Getreidemarkt in der Europäischen Union, im Vereinigten Königreich, in der Ukraine und in der Schweiz. Erste Markteinführungen sind ab 2028/29 geplant.
Das Biofungizid der neuen Generation, das auf der Lösung von Amoéba basiert, soll Septoria-Blattdürre und Gelbrost – zwei bedeutende Pilzkrankheiten im Weizen – sowie weitere Getreidekrankheiten bekämpfen. Gleichzeitig kann es dazu beitragen, die Entwicklung von Resistenzen zu begrenzen, während die Zahl verfügbarer konventioneller Behandlungsoptionen sinkt.
Basel, Schweiz, und Chassieu, Frankreich, 7. September 2026 – Die Syngenta Crop Protection AG und Amoéba geben heute eine exklusive Liefer- und Vertriebsvereinbarung für ein Biofungizid der nächsten Generation bekannt (Formulierung AXP20). Das Produkt basiert auf dem Lysat der Amöbe Willaertia magna C2c Maky (EU 2025/1177). Die Vereinbarung überführt die im November 2025 geschlossene Absichtserklärung (Memorandum of Understanding, MoU) der Unternehmen in eine verbindliche, langfristige kommerzielle und Entwicklungspartnerschaft. Nach der Zulassung soll das Produkt unter einer Marke von Syngenta vermarktet werden.
Die Vereinbarung kommt zu einem entscheidenden Zeitpunkt: Europäische Getreideerzeuger sehen sich angesichts strengerer Regulierung und zunehmender Resistenzen gegenüber Krankheitserregern mit einer schrumpfenden Auswahl an Pflanzenschutzlösungen konfrontiert.
Die ersten Marktzulassungen werden für das dritte Quartal 2028 erwartet. Erste Verkäufe in den zentralen EU-Märkten sind bis Ende 2028 vorgesehen, sodass Landwirte das Produkt ab dem Frühjahr 2029 in Weizen, Dinkel und Triticale – jeweils im Sommer- und im Winteranbau – einsetzen können.
Ein wichtiges Instrument gegen die bedeutendsten Getreidekrankheiten Europas
Im Rahmen dieser Vereinbarung wird Syngenta das Biofungizid exklusiv für alle Getreidearten außer Mais in der EU-27, im Vereinigten Königreich, in der Ukraine und in der Schweiz vertreiben. Zunächst liegt der Fokus auf den beiden wirtschaftlich gravierendsten Pilzkrankheiten im europäischen Getreidebau: Septoria-Blattdürre (Zymoseptoria tritici) und Gelbrost (Puccinia striiformis).
Das Ausmaß ist erheblich: Insgesamt betreffen diese Krankheiten jährlich schätzungsweise 9 bis 12 Millionen Hektar. Allein in Deutschland verursacht Septoria Ertragsverluste von 5 bis 50 Prozent und kostet Landwirte jedes Jahr bis zu 1,5 Milliarden Euro. Gelbrost kann die Erträge um 10 bis 70 Prozent verringern und bei anfälligen Sorten zu vollständigen Ernteausfällen führen, wie anerkannte Branchen- und wissenschaftliche Quellen belegen.
Matthew Pickard, Head of Seedcare and Biologicals Europa bei Syngenta, sagte: „Da der konventionelle Pflanzenschutz zunehmend durch regulatorische Anforderungen und Resistenzen unter Druck gerät, kommt dieses Biofungizid der nächsten Generation genau zum richtigen Zeitpunkt – ein echter Durchbruch für unser Biocontrol-Portfolio und für alle Getreideerzeuger, die ihre Erträge sichern und die Widerstandsfähigkeit ihres Betriebssystems stärken möchten.”
Ein eigenständiger Wirkmechanismus für den modernen Pflanzenbau
Ein entscheidendes Unterscheidungsmerkmal dieser Technologie ist ihr einzigartiger biologischer Ursprung. Sie wird aus einer einzelligen Amöbe gewonnen und wirkt hauptsächlich durch Hemmung der Keimung von Pilzsporen. In Feldversuchen zeigte sie eine hohe Wirksamkeit gegen Septoria und Gelbrost und aktivierte zugleich die natürlichen Abwehrmechanismen der Pflanze. Diese doppelte Wirkung macht sie zu einer passenden Lösung für ein integriertes Pflanzenbaumanagement und zu einem wertvollen Instrument im Resistenzmanagement.
Aufgrund seiner multispezifischen und mehrmechanistischen Wirkung wird das Lysat von Willaertia magna C2c Maky vom Fungicide Resistance Action Committee (FRAC) in die Gruppe BM02 eingeordnet – biologische Wirkstoffe mit mehreren Wirkmechanismen. Es sind keine Resistenzen bekannt; das Resistenzrisiko wird als gering bis sehr gering eingestuft.
Dieses erhebliche Potenzial wurde auf höchster Ebene bestätigt: Der Wirkstoff erhielt 2025 nach der Bewertung durch die EFSA die EU-Genehmigung. Im Juni 2026 erhielt Amoéba in Frankreich die Marktzulassung für AXPERA, ein Biofungizid auf Basis derselben Technologie. Diese wegweisende Zulassung ebnet den Weg dafür, dass weitere Mitgliedstaaten in den kommenden Monaten nationale Zulassungen abschließen und damit den Marktzugang beschleunigen können. Darüber hinaus wurde Amoéba im Oktober 2025 mit der renommierten Bernard-Blum-Goldmedaille als vielversprechendste Biocontrol-Lösung des Jahres ausgezeichnet. Im Januar 2026 würdigten Fachleute auf der SIVAL die Lösung als Innovation des Jahres.
„Die Unterzeichnung dieser verbindlichen Vereinbarung mit Syngenta ist ein Meilenstein für Amoéba. Wir sind stolz darauf, mit dem europäischen Marktführer im Getreidesektor zusammenzuarbeiten. Unter vielen weiteren biologischen Lösungen hat Syngenta AXP20 in seinem Screening als leistungsstärkstes Biofungizid ausgewählt: Unsere Lösung ist das erste Biofungizid der nächsten Generation, das sowohl Gelbrost als auch Septoria im Weizen bekämpfen kann. Für den wichtigsten Markt Europas suchte Green for Agro den besten Partner mit ausgewiesener Erfahrung bei der Einführung und Vermarktung von Biofungiziden für Getreideerzeuger in Europa“, sagte Jean-Marc Petat, Geschäftsführer von Green for Agro, der Biosolutions-Tochtergesellschaft von Amoéba.
Gestützt durch eines der ambitioniertesten Entwicklungsprogramme im Bereich Biocontrol
Die Partner investieren erhebliche Ressourcen in AXP20. Allein im Jahr 2026 führen Syngenta und Amoéba gemeinsam mehr als 70 Feldversuche durch. Beide Unternehmen haben sich verpflichtet, diese Zusammenarbeit weiter auszubauen – eines der umfassendsten Validierungsprogramme im Bereich Biocontrol.
AXP20 zählt zu den Schlüsselprodukten im Biologicals-Portfolio von Syngenta. Mit dem Potenzial, in seinem wachsenden europäischen Einsatzgebiet mehr als eine Million Hektar Getreide zu schützen, stärkt es die führende Position von Syngenta auf dem Markt für Biofungizide im Getreidebau.
Vertragsbedingungen und Marktzugang
Syngenta besitzt die exklusiven Vertriebsrechte für alle Getreidearten außer Mais in der EU-27, im Vereinigten Königreich, in der Ukraine und in der Schweiz.
Beide Unternehmen treiben nun gemeinsame Zulassungs- und Feldversuchsprogramme in ganz Europa voran. Die ersten Zulassungen in den zentralen EU-Märkten werden für das dritte Quartal 2028 angestrebt, im Vereinigten Königreich und in der Schweiz für etwa 2029. Über Weizen hinaus sieht die Partnerschaft bereits vor, das Produkt auf weitere Kulturen und Regionen auszuweiten, sobald sich sein Wirksamkeitsprofil erweitert. Damit unterstreicht sie ihr Potenzial als langfristige Wachstumsplattform.
Hinweis für Redaktionen: Die Produktmarke steht unter dem Vorbehalt der behördlichen Zulassung und wird vor der ersten kommerziellen Markteinführung bestätigt. In dieser Mitteilung wird das Produkt unter dem Entwicklungscode AXP20 bezeichnet.
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Über Syngenta
Syngenta ist ein führendes, wissenschaftsbasiertes Agrartechnologieunternehmen (AgTech), das mit wegweisenden Innovationen für Landwirtinnen und Landwirte in jedem Feld™ dazu beiträgt, den Anforderungen der modernen Landwirtschaft gerecht zu werden. Mithilfe modernster Innovationen und geleitet von seinem Nachhaltigkeitsziel, höhere Erträge bei geringeren Auswirkungen zu ermöglichen, unterstützt Syngenta Landwirtinnen und Landwirte dabei, widerstandsfähige und gesunde Kulturen anzubauen. Diese können eine wachsende Weltbevölkerung ernähren und zugleich den Planeten schützen und aufwerten. Syngenta beschäftigt mehr als 30.000 Mitarbeitende in über 90 Ländern und ist Teil der Syngenta Group. Das Unternehmen besteht aus zwei Geschäftseinheiten: Syngenta Crop Protection mit Hauptsitz in der Schweiz sowie Syngenta Seeds mit Hauptsitz in den USA.
Weitere Informationen dazu, wie Syngenta weltweit Innovationen für Landwirtinnen und Landwirte ermöglicht, finden Sie in unseren Stories und auf unseren Social-Media-Kanälen.