Ackerbauliche Maßnahmen gegen Ungräser
Empfehlung zur ganzheitlichen Kontrolle von schwer bekämpfbaren Ungräsern über die Fruchtfolge
Bereits kurz nach der Ernte stellt sich die Frage nach der richtigen Vorbereitung für die kommende Herbstaussaat. Speziell der Ackerfuchsschwanz steht im Fokus, wenn es um das Nachernte-Management, die Bodenbearbeitung und die Aussaat geht. Aber auch der Besatz mit Weidelgras-Arten lässt sich bereits weit vor der Herbizid-Maßnahme reduzieren.
Empfehlungen zur mechanischen Ackerfuchsschwanz-Kontrolle vor der Getreideaussaat in der Übersicht:
- Auf tiefe Bodenbearbeitung möglichst verzichten.
- Die Flächen vorerst unberührt lassen und die Keimung / den Auflauf der ersten Welle von Ackerfuchsschwanz beobachten.
- Bekämpfung der Ackerfuchsschwanz-Keimlinge mit z.B. dem Strohstriegel (nicht gekeimte Samen werden durch den Arbeitsgang nicht zu tief vergraben und können in einer weiteren Welle auflaufen).
- Wenn die Zeit es zulässt, Wiederholung der mechanischen Bekämpfung vor der Aussaat.
- Als letzten Arbeitsgang möglichst eine Scheinsaat einbauen.
- Wenn möglich (standortabhängig), eine Verzögerung des Saatzeitpunktes.
- Mechanische Bekämpfung in der Kultur mit dem Striegel (vornehmlich als Blindstriegeln).
Und was ist mit Weidelgräsern – gelten die Empfehlungen gleichermaßen?
- Weidelgras-Samen verbleiben in der Regel bis zur Ernte an der Pflanze und werden beim Drusch verteilt. Sollte es zu einem starken Sameneintrag in die Fläche kommen, ist der Einsatz des Pfluges eine Möglichkeit, um die Samen zu vergraben. Auf Grund der geringeren Lebensdauer im Boden (verglichen mit Ackerfuchsschwanz), ist das Risiko des Ausgrabens alter, keimfähiger Samen deutlich geringer.
- Weidelgras-Samen haben nur eine gering ausgeprägte Keimruhe. Eine (mehrmalige) flache Stoppelbearbeitung kann eine sehr effiziente Methode sein, um die Keimlinge mechanisch zu zerstören.
- Die Verzögerung der Aussaat hat auch bei Weidelgras einen sehr großen Effekt auf die Besatzdichte in der Getreidekultur. Eine Reduktion bis zu 80 % ist möglich.
- Basierend auf ersten Versuchsergebnissen ist eine mechanische Bekämpfung in der Kultur mittels Striegel schwierig, die Wirkungsgrade liegen deutlich unter den Wirkungsgraden gegen Ackerfuchsschwanz. Sollte der Striegel eingesetzt werden, gilt auch hier: blindstriegeln.
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