BYDV – Alles was Sie über das Virus wissen müssen
Gerstengelbverzwergungsvirus (BYDV) – Überträger, Symptome und Auswirkungen
Das Gerstengelbverzwergungsvirus (Barley yellow dwarf virus, BYDV) ist ein durch Blattläuse übertragenes Pathogen. Die Virusübertragung wird besonders durch moderate Temperaturen im Herbst begünstigt. Bei Temperaturen über ca. 10°C sind Blattläuse parthenogenetisch (jungfräuliche bzw. ungeschlechtliche Fortpflanzung) und bringen direkt lebende Nachkommen zur Welt. Dies führt zu einer sehr schnellen Vermehrung der Läuse und damit auch zu einer raschen Virusverbreitung.
Blattläuse sind nicht von Beginn an Virusüberträger, sondern müssen sich erst selbst durch Saugen an einer infizierten Pflanze mit dem Virus infizieren. Die Viruspartikel werden während der Nahrungsaufnahme aus dem Phloem (Leitgewebe) aufgenommen und über das Speichelsekret bei nachfolgenden Saugvorgängen wieder abgegeben. Eine Übertragung von Laus zu Laus oder auf deren Nachkommen ist nicht möglich. Bei ungünstigen Bedingungen oder Nahrungsknappheit entwickelt die nächste Generation Flügel, sogenannte Alate. Diese geflügelten, infizierten Blattläuse können dann auf Nachbarpflanzen übersiedeln und das Virus dort weitergeben.
Nach erfolgreicher Übertragung etabliert sich das Virus im Phloem der Wirtspflanze und bildet dort Barrieren in den Siebröhren. Diese Störung des Nährstofftransports, besonders der Zuckerverbindungen (Assimilate) in die Wurzeln, führt zu den typischen Krankheitssymptomen (Torsten Will, F. O. a. D. P. (2022)) . Diese zeigen sich besonders deutlich nach der Winterruhe, wenn die Pflanze für das Frühjahrswachstum auf ihre Energiereserven angewiesen ist. Erste Anzeichen der Viruserkrankung jedoch können bei früher Infektion und günstigen Bedingungen bereits im Herbst auftreten. Das Schadbild reicht je nach Viruslast von vergilbten und verzwergten Trieben bis hin zum Absterben ganzer Pflanzen. Der Befall zeigt sich häufig in Form charakteristischer "Elefantenfußstapfen" (kreisförmige Befallsstellen), kann aber in Jahren mit hohem Infektionsdruck auch großflächige Areale betreffen.
Das Wirtsspektrum des Virus umfasst die gesamte Familie der Süßgräser (Poaceae), darunter alle wirtschaftlich wichtigen Getreidearten wie Gerste, Weizen, Triticale, Roggen und Hafer sowie Mais und diverse Wildgräser. Somit besteht ein permanentes Infektionsrisiko in allen Getreideanbauregionen, besonders im Herbst bei der Neuansaat von Wintergetreide.
Die aktuelle Befallssituation und das regionale Infektionsrisiko können Sie im Syngenta Virusmonitoring nachverfolgen.
Hyvido Neo – die neue Generation an Virusschutz
Eine direkte Bekämpfung des Virus ist anders als bei pilzlichen Schaderregern nicht möglich. Präventive Maßnahmen wie ein angepasster Saatzeitpunkt, die Beseitigung von potenziell infiziertem Ausfallgetreide ("grüne Brücken"), Vektorbekämpfung mittels Insektiziden oder die gezielte Sortenwahl helfen, Schäden zu vermeiden.
Besonders die Wahl der richtigen Sorte bietet dabei die größte Flexibilität und Sicherheit. Hier unterscheidet man zwischen toleranten Sorten (Resistenzgen yd2) und resistenten Sorten (Resistenzgen yd4). Bei toleranten Sorten ist das Virus trotz fehlender Symptome aktiv in den Pflanzen, eine Übertragung durch Blattläuse kann weiterhin stattfinden und je nach Viruslast kann der Ertrag negativ beeinflusst werden. Anders bei resistenten Sorten: Hier werden befallene Zellen vom Abwehrsystem der Pflanze erkannt und abgestoßen (Hypersensitive Reaktion) (Pidon et al. 2023). Damit wird die Übertragung an benachbarte Pflanzen und Bestände unterbunden und der Infektionskreislauf gestoppt.
Der Durchbruch in der Züchtung resistenter Sorten hat die Möglichkeiten im Kampf gegen das Gelbverzwergungsvirus grundlegend erweitert. Das Hyvido Neo Sortiment macht sich diese innovative Technologie zunutze und erweitert das klassische Hyvido Sortiment um Sorten mit breitem Resistenzschutz. Alle Hyvido Neo Sorten tragen das neuartige und bisher einzigartige Resistenzgen yd4. Dieses bietet nicht nur Schutz gegen die Ausbreitung des Virus, sondern auch einen umfänglichen Schutz gegen alle drei Untertypen (BYDV-PAV, BYDV-MAV und CYDV-RPV) sowie eine Toleranz gegenüber dem Weizenverzwergungsvirus (WDV). Im Vergleich dazu decken Sorten mit yd2 Gen nur zwei Serotypen (BYDV-PAV und BYDV-MAV) ab.
Quelle:
- Torsten Will, F. O. a. D. P. (2022). "Resistance breeding in barley against Barley yellow dwarf virus (BYDV)."
- Pidon et al. (2023). „High‑resolution mapping of Ryd4Hb, a major resistance gene to Barley yellow dwarf virus from Hordeum bulbosum”