You are here

Share page with AddThis

Welche Anforderungen an Saatbettbereitung und Aussaat haben die Sommerungen Sommergerste und Hafer?

Aktuelles Getreide
31.03.2015

Aussaat von Sommergerste und Hafer

Hafer gilt nach wie vor als die Gesundungsfrucht in einer vielseitigen Fruchtfolge. Vor allem in weizenlastigen Fruchtfolgen kann er helfen, Halmbruchkrankheit und Schwarzbeinigkeit zurückzudrängen.

Die Sommergerste ist eine weitere Sommerung. Als Braugerste wird sie oft nach Blattfrüchten angebaut. Derzeit ist die Saatbettbereitung und Aussaat von Sommergetreide in vielen Regionen im Gange. Nachfolgend sind einige Punkte zur Aussaat und zum Anbau von Hafer und Sommergerste aufgeführt:

Hafer

  • Eignet sich als Folgefrucht zu vielen Kulturen wie Hackfrüchte, Mais, Roggen und Leguminosen, weniger nach Gerste und Weizen; ist eine gute Vorfrucht für Winterweizen, Roggen, Mais und Leguminosen.
  • Relativ anspruchslos an den Boden, auch leichte Böden sind gut geeignet, auf Lehmböden bringt er die besten Ergebnisse. Er braucht allerdings zuverlässig Wasser zur Keimung, bevorzugt pH-Werte zwischen 6,5 und 7.
  • Sollte so früh als möglich ausgedrillt werden, je nach Bodenzustand und Witterung schon ab Anfang März. Dadurch wird die Winterfeuchte gut ausgenutzt, die Bestände gefördert, außerdem ist der Befall mit Fritfliegen geringer.
  • Möchte ein gleichmäßig abgetrocknetes Feld, damit die Saat nicht eingeschmiert wird. Zur Keimung braucht Hafer 3 bis 5 °C.
  • Dankt eine flache, wassersparende Saatbettbereitung und einen festen Saathorizont mit einem zügigen und gleichmäßigen Aufgang.
  • Wird mit 300 bis 350 Körner/Quadratmeter in einer Saattiefe von 3 bis 4 cm und einer Reihenweite von 10 bis 15 cm ausgedrillt und besonders auf lockeren Böden angewalzt.
  • Ist schnell unkrautunterdrückend und relativ gesund, je nach Sorte kann es allerdings zu Mehltaubefall und Haferkronenrost kommen.

Sommergerste

  • Wird oft nach Winterweizen und Winterroggen angebaut, ist aber auch eine gute Folgefrucht nach Blattfrüchten.
  • Braucht eine sorgfältige Bodenbearbeitung mit guter Einarbeitung der Ernterückstände der Vorfrucht (Fusariengefahr bei Weizen und Mais).
  • Stellt hohe Ansprüche an die Bodenstruktur, seine biologische Aktivität und an die Nährstoffversorgung (kein Anbau von Braugerste nach Leguminosen, da unkontrollierte Stickstoffnachlieferung).
  • Möchte einen leicht erwärmbaren, gut durchlüfteten Boden und mag keine Staunässe.
  • Kann von Ende Februar bis Anfang April gedrillt werden. Die Aussaatstärke schwankt von 280 bis zu 400 Körnern/Quadratmeter (bei früher Saat weniger, bei später Saat mehr), die Aussaattiefe sollte zwischen 2 bis 4 cm, der Reihenabstand 9 bis 13 cm betragen.
  • Dankt mechanische Unkrautbekämpfungsmaßnahmen wie Striegeln und Eggen. Sie hat zwar ein hohes Unkrautunterdrückungsvermögen, dennoch sind oft Pflanzenschutzmaßnahmen gegen Samenunkräuter und -gräser wie Vogelmiere, Ehrenpreis, Knöterich-Arten, Weißer Gänsefuß, Kamille, Klettenlabkraut, Ackerstiefmütterchen oder Flughafer notwendig.

Angelika Sontheimer

Weitere Informationen:

Syngenta Getreidesorten für Höchsterträge in Spitzenqualität

Krankheiten in Getreide