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England: Integrierte Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz zeigt Erfolg

Aktuelles Getreide
18.07.2016
Syngenta Fokuswoche Ackerfuchsschwanz

Die hohe Frühjahrs-Vitalität von Hybridgerste ermöglicht eine gute Unterdrückung von Ackerfuchsschwanz. Nach Scott Cockburn von Syngenta ist Hybridgerste damit ein wichtiger Baustein für die Langzeitstrategie von Landwirten, Ackerfuchsschwanz in den Griff zu bekommen. 

Bei einer Felddemonstration im Rahmen der Ackerfuchsschwanz Fokuswoche am 7. Juni in Oxfordshire erläuterte Cockburn in Feldversuchen, dass Hybridgerste – in Kombination mit einer potenten Vorauflauf-Herbizidkombination im Herbst – die Anzahl an Ackerfuchsschwanz-Ähren um 85% von über 700/m² auf unter 100/m² reduzieren konnte. 

“Dieses Forschungsprojekt demonstriert sehr deutlich, dass Hybridgerste durch ihre hohe Wüchsigkeit im Frühjahr in der Lage ist, die Entwicklung der Fuchsschwanzähren zu unterdrücken.”, erklärte Scott Cockburn.

Scott Cockburn

Scott Cockburn

 

“Das stärkere Wurzelwachstum, die Wuchshöhe und die größeren Fahnenblätter haben dazu beigetragen, die Bestockung und Ährenbildung des Ackerfuchschwanzes zu vermindern und gleichzeitig die Produktivität der Kultur zu erhöhen.”, ergänzte Scott.

 

 

 

 

Hoher Ackerfuchsschwanzdruck auf der Versuchsfläche

 

Die Versuche am Syngenta Innovation Centre in Kiddlington wiesen einen extrem hohen Fuchsschwanzdruck auf und zeigten, dass die Hyvido Sorte Bazooka mit einer Saatstärke von 200 Körnern/m² mehr als doppelt so effektiv war wie Winterweizen mit 400 Körnern/m². Im Vergleich zu konventioneller zweizeiliger Wintergerste – ebenfalls mit 400 Körnern/m² ausgesät – wurde sogar eine dreimal bessere Unterdrückung erzielt. Alle Varianten hatten im Herbst die gleiche Vorauflauf-Herbizidmaßnahme erhalten.   

Die Hybridgerste war selbst im Vergleich zur Weizenaussaat mit doppelter Saatstärke von 800 Körnern/m² (was das für die Saatgutkosten, Lagergefahr und Krankheitsdruck bedeutet, sei hier nicht betrachtet) noch überlegen.

 

 

 

 

 

Reduzierte Fuchsschwanzähren in den Hybridgerste-Parzellen

 

“Darüber hinaus waren die Ackerfuchsschwanz-Ähren wie auch die einzelnen Samen in der Hybridgersten-Variante kleiner ausgebildet, was das Samenpotenzial und die Vitalität weiter reduzieren dürfte.”, sagte Scott.

Er wies darauf hin, dass mehrere unabhängige Versuche mit starkem Fuchsschwanzbesatz ergaben, dass in Winterweizen durchschnittlich 4.509 kg Ackerfuchsschwanzsamen je Hektar produziert wurden. Im Vergleich dazu betrug die Menge in konventioneller Wintergerste 2.060 kg/ha und in Hybridgerste nur 660 kg/ha – eine 85%ige Reduktion. 

“Der Anbau von Hybridgerste wird das Ackerfuchsschwanz-Problem für die Landwirte nicht aus der Welt schaffen, aber er kann einen wichtigen Beitrag leisten, die Situation zu erleichtern.”

 

“Als Bestandteil einer integrierten Vorgehensweise, zusammen mit der passenden Herbizidstrategie, Bodenbearbeitung, Saatzeitauswahl etc., sind hier auf jeden Fall positive Langzeiteffekte über die Fruchtfolge zu erwarten.”

In der Diskussion um geeignete Herbizidstrategien auf dem Standort in Oxfordshire demonstrierte Iain Hamilton, Feldexperte bei Syngenta, die Wirkungsvorteile von Produktkombinationen im Vorauflauf. 

Iain Hamilton

Iain Hamilton

“Diese Versuche haben gezeigt, dass verschiedene Einzelkomponenten in dem Vorauflauf-Mix zusätzliche Effekte für einen möglichst hohen Bekämpfungserfolg beisteuern können. Das hängt von den Standortgegebenheiten und Jahreseffekten ab.“ erläuterte Iain. “Die Herausforderung ist, die richtigen Komponenten für die individuelle Fuchsschwanz-Situation auszuwählen.“ 

“Eine Sache, die wir Jahr für Jahr gesehen haben, ist, dass sich Boxer immer wieder als effektiver Mischpartner gezeigt hat, der sich positiv auf den Wirkungsgrad auswirkt.“, fasst Iain Hamilton die Erfahrungen zusammen. 

Der Zusatz von Boxer zu einer Flufenacet-basierten Behandlung hat über die letzten drei Jahre am Syngenta Innovation Centre konsistent zu einer Wirkungssteigerung um 20 % geführt. Die Verbesserung der Bekämpfungsleistung war damit bedeutend stärker als mit anderen Komponenten, wie z. B. Flupyrsulfuron. 

Die beste Wirkung wurde in jedem der drei Jahre mit der Vorauflauf-Anwendung von Boxer plus Flufenacet/Pendimethalin plus DFF und Flupyrsulfuron erzielt. Diese Mischung hat sich zum Standard für die am schlimmsten betroffenen Flächen auf dem Betrieb entwickelt und erzielte in der Saison 2014/15 über 90 % Wirkungsgrad.

“Der Bekämpfungserfolg der Herbizide variiert allerdings von Jahr zu Jahr, was zeigt wie stark spezifische Bedingungen die Wirksamkeit beeinflussen.”, berichtete Iain.

“Das unterstreicht nochmals, wie wichtig es ist, den Herbizideinsatz für bestmögliche Wirkung zu optimieren und eine integrierte Strategie anzuwenden, die alle weiteren verfügbaren Werkzeuge einbezieht, um dem Ackerfuchsschwanz Herr zu werden.”