Das Fahnenblatt ist der Fokus jeder Fungizidstrategie!
Eine Fungizidstrategie nach „Schema F“ ist schon lange keine gute Strategie mehr. Der Klimawandel macht es für Landwirte schwierig bis unmöglich, althergebrachte Praktiken einfach fortzuschreiben. Aktuell erleben wir beispiellose Wachstumsschübe in den Beständen durch ein erneut deutlich zu warmes Frühjahr bei gleichzeitig guter Wasserversorgung.
In der Reihe „Expertengespräch – Landwirtschaft im Fokus“ beantwortet Dr. Marina Mellenthin die wichtigsten Fragen dazu, welche Veränderungen der Klimawandel mit sich bringt und wie wir ihm begegnen können. Der Beitrag mit dem Fokus auf der Fahnenblattbehandlung ist jetzt verfügbar.
Worin bestehen die größten Herausforderungen?
Die Bedeutung der Pathogene verschiebt sich.
Die Veränderungen durch den Klimawandel resultieren im späten Frühjahr verstärkt in höheren Durchschnittstemperaturen und -niederschläge. Diese Vorsommertrockenheiten wirken sich auf die Entwicklung bestimmter Pathogene begünstigend aus. Grundsätzlich nehmen Krankheiten zu, die bei warmen Temperaturen und vergleichsweise niedrigem Feuchtigkeitsbedarf gut gedeihen, wie die Roste oder DTR.
So haben Gelb- und Braunrost Septoria den Rang als bedeutendste Krankheit mittlerweile abgelaufen.
Weniger Wirkstoffe zur Krankheitsbekämpfung
Generell wurden Hürden für Neu- bzw. Wiederzulassungen von Pflanzenschutzwirkstoffen bzw. Produkten aller Art in den letzten Jahren stetig erhöht. Das Resultat sind Wirkstoffverbote bzw. restriktivere Anwendungsbestimmungen.
Zwar steckt in der Wirkstoffgruppe der Carboxamide nach wie vor Innovationspotenzial, aber die Zahl der Azole hat sich in den letzten Jahrzehnten um ca. 2/3 reduziert. Die verbleibenden Wirkstoffe müssen nun häufiger eingesetzt werden, was die Resistenzbildung beschleunigt und die Situation weiter verschärft. Wichtige Pilzkrankheiten wie Ramularia oder Septoria sind bereits sehr schwer zu bekämpfen.
Diese Herausforderungen verlangen nach gesamtheitlichen Fungizid-Strategien!
Wirkstoffwechsel über die Behandlungsschritte hinweg beachten!
Krankheitsbekämpfung muss bereits am Anfang der Saison strategisch gedacht werden. Die Fahnenblattbehandlung sollte Teil eines ganzheitlichen Ansatzes verstanden werden, um am Ende bestmögliche Erträge und Qualitäten zu erreichen.
Das heißt, bei der Planung der drei Behandlungsschritte sollten unterschiedliche Wirkstoffgruppen wie Azole, Strobilurine, Carboxamide, Multisites, der jeweiligen Situation entsprechend, als Werkzeuge eingesetzt werden.
Physiologische Effekte nicht vernachlässigen!
Neben der Krankheitsbekämpfung sollte bei der Wirkstoffwahl ein weiterer Faktor unbedingt in die Überlegungen einbezogen werden: die einigen Wirkstoffen innewohnenden, positiven physiologischen Effekte. Einige Wirkstoffe wie Solatenol oder Azoxystrobin bringen Eigenschaften mit sich, die über die reine Schutzfunktion hinaus, die Pflanze widerstandsfähiger und stressresistenter machen.
Welche Rolle spielt dabei die Fahnenblattbehandlung?
Das Fahnenblatt bzw. die obere Blattetage ist für 90% der Bildung der Assimilate verantwortlich, die wiederum für die Ertragsbildung und Kornfüllungsphase entscheidend sind. In dieser Phase Krankheiten wie beispielsweise Septoria tritici oder Braunrost unbehandelt zu lassen, heißt Ertragseinbußen von bis zu 30% in Kauf zu nehmen.
Der Schutz des Fahnenblatts ist also essenziell wichtig und darf auf keinen Fall entfallen! Idealerweise sollte die Behandlung protektiv erfolgen, bevor Krankheiten überhaupt zum Ausbruch kommen. Wenn es die Umstände nicht anders erlauben auch kurativ, auch wenn hier oftmals bereits Schäden an den Pflanzen entstanden sind. Der richtige Behandlungstermin ist oftmals viel früher als man denkt!
Worauf kommt es bei einer optimalen T2 Behandlung an?
Breitenwirkung macht den Unterschied!
Durch die unsteten Witterungsverhältnisse und die generell wärmeren/trockeneren Sommer gibt es "die EINE" Krankheit nicht mehr, für die man eine spezialisierte Lösung holt und damit das Problem gelöst hat.
Ganz im Gegenteil, entscheidend für den Saisonausgang ist eine starke und langanhaltende Breitenwirkung des Fungizids gegen alle großen Krankheitserreger wie Septoria, Roste, Schneeschimmel etc.
Infektionsgeschehen ist entscheidend!
Der Behandlungszeitpunkt liegt üblicherweise um das Wachstumsstadium BBCH 37-39 herum.
Aber auch hier gilt: das Infektionsgeschehen ist entscheidend. Bonitieren Sie Ihre Bestände auch nach der T1-Behandlung regelmäßig und handeln Sie rechtzeitig.
Produktlösungen mit physiologischen Effekten addieren Mehrwert!
Elatus Era, das beste Allroundfungizid und die weiteren Produkte aus der Elatus Era Familie bieten neben in der Praxis bestens bewährter Breitenwirkung auch noch einen weiteren Vorteil: Denn der in Elatus Era enthaltene SDHI-Wirkstoff SOLATENOL® beeinflusst nicht nur pilzliche Enzyme, sondern auch Enzyme in der behandelten Pflanze. So wird unter anderem die Reaktion der Spaltöffnungen der Pflanze verändert und damit der Wasserverlust vermindert, was bei Trockenheit essenziell zur Aufrechterhaltung der Photosynthese ist.
Alle Informationen zu den leistungsstarken Produktlösungen der Elatus Era Familie finden Sie hier: