Aktuelles Getreide

Ackerbauliche Maßnahmen gegen schwer bekämpfbare Ungräser

Getreide Feld

Basierend auf allen verfügbaren Daten aus Resistenz-Monitoring und Marktforschungen muss davon ausgegangen werden, dass in Deutschland bis zu 750.000 ha Getreidefläche mit schwer-bekämpfbarem Ackerfuchsschwanz (hoher Besatz mit variablen Resistenzgraden) zu finden ist.

Weidelgras-Arten kommen als Ungras auf schätzungsweise 100.000 ha in bekämpfungswürdigem Maße vor, davon sind bereits auf mindestens 50 % der Fläche Herbizid-resistente Biotypen vertreten.

Das proaktive Antiresistenz-Management wird immer wichtiger, um die Wirksamkeit der wenigen verfügbaren Wirkstoffe zu erhalten bzw. die Resistenzausbildung zu verzögern. Bei den zwei genannten Ungräsern muss strategisch gedacht werden – über die gesamte Fruchtfolge hinweg, sowohl mit chemischen als auch ackerbaulichen Maßnahmen.

In einer dreijährigen Versuchsreihe in Zusammenarbeit mit dem Versuchswesen Heisrath haben wir uns intensiv mit der Entwicklung von Bekämpfungsstrategien gegen schwer bekämpfbare Ungräser auseinandergesetzt.  

In den Versuchen auf absoluten Ackerfuchsschwanz-Extremstandorten (durchschnittlicher Besatz von 1936 Ähren / m2) haben wir folgende Faktoren geprüft:

  • Aussaatzeitpunkt / Scheinsaat (frühe Saat vs. ortsüblich inkl. Scheinsaatbett)
  • Striegel (kein Striegel vs. Blindstriegeln)
  • Herbizid-Strategie (Einmalbehandlung vs. Spritzfolgen)

Zwischenfazit: Intensive Herbizid-Spritzfolgen lohnen sich, reichen auf solchen Standorten aber (allein) nicht immer aus. Welchen Beitrag können die ackerbaulichen Maßnahmen leisten?

Ackerbauliche Maßnahmen: Wirkungsgrade gegen Ackerfuchsschwanz

In der ersten Grafik werden ausschließlich die Wirkungen der untersuchten ackerbaulichen Parameter dargestellt. Es wird deutlich, dass ein idealer Striegel-Einsatz helfen kann, aber die Verschiebung der Saatzeit in Kombination mit der Anlage eines Scheinsaatbetts der Schlüssel zum Erfolg ist.

Ackerbauliche Maßnahmen: Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz

Durch Nutzung aller zur Verfügung stehender Werkzeuge gelingt der Anbau von Wintergetreide auch auf Extremstandorten. Es ist eindrücklich, dass die verzögerte Saat inkl. vorherigem Scheinsaatbett mit einem idealen Striegel-Einsatz und einer robusten Herbizid-Strategie zu absolut zufriedenstellenden Wirkungsgraden führen kann. Sowohl die Spritzfolge im Herbst als auch die Spritzfolge Herbst/Frühjahr erzielten in Kombination mit den ackerbaulichen Maßnahmen Wirkungsgrade oberhalb der anzustrebenden 97 % und schafften es damit, die Ackerfuchsschwanz-Population und das damit einhergehende Problem einzudämmen.

Und zu guter Letzt…unsere Erfahrung – erst striegeln, dann die Herbizid-Maßnahme setzen:

Ackerbauliche Maßnahmen: Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz

Schauen Sie gerne auch noch einmal in unseren Feldreport Ackerbauliche Maßnahmen gegen Ungräser.