Fachwissen
Damit sich Ihre Arbeit lohnt.
Die 4 Dimensionen der Ungrasbekämpfung
Hier klicken und mehr über die 4 Dimensionen erfahren
Ganzheitlicher Ansatz
Den Standortwert langfristig sichern
Acker- und pflanzenbauliche Maßnahmen
Dazu gehören:
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Auswahl standortangepasster Sorten
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Auswahl des besten Aussaatzeitpunktes
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Düngung
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Bodenbearbeitung
Züchtung und Sortenwahl
Die Pflanzenzüchtung ist stets auf der Suche nach Kulturpflanzen mit zwei zentralen Eigenschaften: Sie sollen gegenüber bestimmten Schadorganismen kaum oder gar nicht anfallig sein. Zudem sollen sie konkurrenzstark gegenüber Ungräsern und Unkräutern sein.
Mechanisch-physikalische Bekämpfung
Darunter fällt zum Beispiel die Beseitigung von Unkräutern mit Hacke, Egge oder Pflug, das Absammeln von Schädlingen oder das Fangen in Fallen.
Chemischer Pflanzenschutz
Moderne chemische Pflanzenschutzmittel wirken "selektiv", also maßgeschneidert auf einen bestimmten Schaderreger – und das schon in geringsten Dosen. Andere Arten und vor allem Nützlinge bleiben bei sachgerechter Anwendung unbeeinflusst.
Integrierter Ansatz zur Optimierung der Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz – agronomisch und chemisch.
Die folgende Grafik zeigt das Zusammenspiel von ackerbaulichen und chemischen Maßnahmen bei der Bekämpfung von Ackerfuchsschwanz.
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Anzahl Ackerfuchsschwanzähren/m² Quelle: ADAS Boxworth 2001, gefördert durch DEFRA und Syngenta
Fazit: Ackerbauliche Maßnahmen können die Ungraspopulation um 97% reduzieren. Der Herbizideinsatz optimiert die Ungrasbekämpfung.
Die Zeit, die zwischen der Ernte der Vorfrucht und der Aussaat der neuen Kultur im Herbst liegt, ist knapp. Umso wichtiger ist es, diese Zeit strategisch zu planen und geeignete Maßnahmen im Rahmen eines effektiven Anti-Resistenz-Managements bei Ungräsern zu ergreifen.
Feldhygiene ist wichtig!
In Regionen mit hohen Besatzstärken an Ungräsern kommt der Feldhygiene eine große Bedeutung zu. Eine Verschleppung von Samen durch den überbetrieblichen Einsatz von Mähdreschern und Geräten zur Bodenbearbeitung ist unbedingt zu vermeiden.
Stoppelbearbeitung
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Stroh der Vorfrucht gut zerkleinern und gleichmäßig verteilen. Das fördert den einheitlichen Auflauf des Ackerfuchsschwanzes in der Folgekultur. Wichtig ist eine flache Bearbeitung. Wird Ackerfuchsschwanz-Samen zu tief vergraben, hemmt dies seine Keimung.
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Mechanische Unkrautbekämpfung nutzen, um die erste Welle noch vor der Aussaat zu bekämpfen.
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Glyphosat kann als Baustein in einem Anti-Resistenz-Management vor der Saat angewendet werden.
Spätsaat und gut abgesetztes Saatbett
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Ackerfuchsschwanz keimt stark von Mitte September bis Mitte Oktober und läuft gemeinsam mit der Getreidekultur auf. Spätere Saattermine reduzieren den Besatz signifikant.
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Ein feinkrümeliges und gut abgesetztes Saatbett (ggf. walzen) fördert die Wirkung von Bodenherbiziden.
Herbizidmaßnahme optimieren
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Auf die stärksten Produkte setzen: Die Kombination der Wirkstoffe Prosulfocarb und Flufenacet bringt hohe Wirkungsgrade gegen Ackerfuchsschwanz und Weidelgras-Arten (eigene Erfahrungen).
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Integration von Prosulfocarb in Spritzstrategien gegen Windhalm und Jährige Rispe.
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Einsatz von blattaktiven Produkten an die Größe des Ungrases (ab dem 3-Blatt-Stadium) anpassen.
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Eine sachgerechte Anwendung sicherstellen: hohe Wassermenge, abdriftmindernde Düsen, angepasste Fahrgeschwindigkeit.
Fruchtfolge
Sommerungen (z.B. Leguminosen, Mais, Sommergetreide) in die Fruchtfolge einbauen. Das schafft mehr Zeit fur ackerbauliche Maßnahmen zur Unterdrückung von Ackerfuchsschwanz und anderen schwer bekämpfbaren Gräsern. Zudem mindert es den Selektionsdruck auf Herbizide.
Innovative Anbautechnik
Das ackerbauliche Fundament stärken
Ein verzögerter Saattermin vermindert den Auflauf von Ackerfuchsschwanz und stabilisiert den Wirkungsgrad der Herbstbehandlung
Für den Weizen ist der positive Effekt einer verzögerten Aussaat auf den Besatz mit Ackerfuchsschwanz häufig belegt worden. Im nachfolgenden, mehrjährigen Versuchsprojekt wurde u.a. eine verzögerte Aussaat mit einem zuvor angelegten Scheinsaatbett mit unterschiedlichen Herbizid-Strategien kombiniert. Während eine Einmalbehandlung im Herbst auf den ausgewählten Problemstandorten zu durchschnittlich 57 % Wirkung führte, konnte die spätere Saat inkl. Scheinsaatbett die Wirkung dieser Herbizid-Maßnahme um 35 Prozentpunkte steigern. Eine Spritzfolge aus einer Behandlung im Herbst und einer blattaktiven Applikation im Frühjahr führte in der frühen Saat zu 82 % Wirkung während hier die spätere Aussaat in Kombination mit dieser Herbizid-Strategie einen Wirkungsgrad von 98 % realisieren konnte.
Die Verschiebung der Aussaat war der Schlüssel zum Erfolg
Wirkungsgrade bei früher gegenüber späterer Aussaat und bei Einmalbehandlung Herbst (links) sowie einer Spritzfolge Herbst/Frühjahr (rechts), Quelle: Syngenta Exaktversuche in Zusammenarbeit mit ABIP Dietingen, Winterweizen, 2021-2025, 3 Versuche, Abschlussbonituren
Ein später Saattermin verringert auch den Auflauf von Weidelgras signifikant
In Frankreich richtet sich die gesamte Bekämpfungsstrategie an dem Leitungras Weidelgras aus. Auch in Deutschland wird dieses Problem zunehmen. Standortabhängig sehen wir bereits jetzt eine starke Resistenzausprägung bei ACCase- und ALS-Inhibitoren, da die Bekämpfung in der Regel statisch im Frühjahr stattfindet. Ein Umdenken ist notwendig:
Ackerbauliche Maßnahmen aufgreifen
Herbizidbehandlungen im Herbst einplanen.
Quelle: Syngenta-Standort Chateaudun, 20.05.2019
Integrierte Ackerfuchsschwanz-Kontrolle – mehrjährige Versuchsergebnisse
Aussaattermin, Striegel und Herbizid-Strategie – welche Kombination bringt den größten Effekt? Eine vierjährige Versuchsserie (2020–2025) auf Problemstandorten mit nachgewiesenen blattaktiven Resistenzen liefert klare Antworten.
Die Ergebnisse zeigen: Erst das Zusammenspiel aller ackerbaulichen Werkzeuge bringt auf extremen Standorten eine zuverlässige Kontrolle von Ackerfuchsschwanz.
Versuchsdesign:
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4 Versuchsjahre (2020/21, 2021/22, 2022/23, 2024/25)
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Standorte mit massivem Ackerfuchsschwanz-Besatz und blattaktiven Resistenzen
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Varianten: Frühe vs. späte Saat + Scheinsaatbett | 0× / 1× Blindstriegeln | Einmalbehandlungen vs. Spritzfolgen Herbst und/oder Frühjahr
Mindestens 3 Wiederholungen je Versuch; letztes Versuchsjahr vollständig Flufenacet-frei
Ergebnis 1: Herbizid-Strategien – Wirkungsgrade im Mittel über alle Versuchsjahre
Besatzstärke in den unbehandelten Kontrollen der verschiedenen Versuchsjahre (links) und Wirkungsgrade verschiedener Herbizid-Strategien (rechts), Quelle: Syngenta Exaktversuche in Zusammenarbeit mit ABIP Dietingen, Winterweizen, 2020-2025, 4 Versuche, Abschlussbonituren.
Zwischenfazit: Auf den für diese Versuche bewusst ausgewählten Problemstandorte mit teilweise extremem Besatz an Ackerfuchsschwanz reichen selbst intensive Spritzfolgen häufig alleine nicht aus. Selbst bei ordentlichen Wirkungsgraden um 90 % können auf diesen Standorten mitunter noch über 100 Ackerfuchsschwanz-Ähren je m² zur Samenreife kommen. Damit verschärft sich die Situation in den Folgejahren erheblich. In der dargestellten Versuchsserie wurde neben der Verschiebung der Aussaat und der Anlage eines Scheinsaatbetts auch die Option des Einsatzes eines Striegels getestet.
Ergebnis 2: Blindstriegeln als verlässlicher Wirkungsbooster
Wirkungsgrade mit und ohne Blindstriegeln bei Einmalbehandlung Herbst (links) sowie einer Spritzfolge Herbst/Frühjahr (rechts), Quelle: Syngenta Exaktversuche in Zusammenarbeit mit ABIP Dietingen, Winterweizen, 2021-2025, 3 Versuche, Abschlussbonituren
Zwischenfazit: Der Einsatz eines gut eingestellten Striegels lieferte in jedem Versuchsjahr einen positiven Effekt – unabhängig von der Herbizid-Intensität.
Ergebnis 3: Spätsaat + Scheinsaatbett im Herbst 2024 – der entscheidende Hebel
Syngenta-Exaktversuch 2024/2025, Standort Stetten (BW), Winterweizen, Sorte: Moschus, Aussaatstärke 320 Kö./m² (Frühsaat) bzw. 380 Kö./m² (Spätsaat), Flufenacet-freie Herbizidbehandlungen, 4-fach wiederholt
Besatzstärke in der unbehandelten Kontrolle (links) und Wirkungsgrade verschiedener Herbizid-Strategien (rechts), alle Wirkungsgrade beziehen sich auf die unbehandelte Kontrolle in der frühen Saat, Quelle: Syngenta Exaktversuche in Zusammenarbeit mit ABIP Dietingen, Winterweizen, Saison 2024/2025, Abschlussbonituren.
Zwischenfazit: Die Kombination aus Spätsaat und Scheinsaatbett war in allen Versuchsjahren der größte Einzelfaktor und erhöhte 2024/25 den Durchschnittsertrag um knapp +18 dt/ha gegenüber der Frühsaat.
Fazit der Versuchsserie
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Eine um zwei bis drei Wochen verzögerte Aussaat bei zuvor angelegtem Scheinsaatbett steigerte die Wirkung der Bekämpfungs-Maßnahmen im Mittel über alle Behandlungen und Jahre um 20 Prozentpunkte. Dies war somit der effektivste ackerbauliche Hebel in der dargestellten Versuchsserie. Der im Scheinsaatbett gekeimte Ackerfuchsschwanz kann kurz vor bzw. zur tatsächlichen Aussaat chemisch oder mechanisch beseitigt werden.
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Der Einsatz des Striegels zum Fadenstadium des Ackerfuchsschwanzes, kurz vor dem Auflaufen der Kultur („Blindstriegeln“) konnte die Wirkung ebenfalls in jedem Versuchsjahr unterstützten (im Durchschnitt um 8 %)
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Spritzfolgen und auf den Standort angepasste Strategien sind gerade auf Problemstandorten unverzichtbar (Wegfall Flufenacet, Resistenzen gegenüber blattaktiven Wirkstoffen).
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In jedem Versuchsjahr gelang es mit der jeweils besten Strategie Wirkungsgrade von 97–100 % zu erreichen – auch ohne Flufenacet.
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Je geringer der Ausgangsbesatz, desto höher die Bodenherbizid-Wirkung → ackerbauliche Maßnahmen schützen und unterstützen die Wirksamkeit der Bodenherbizide.
Hyvido Hybridgerste ist ein sinnvoller nicht-chemischer Baustein der Ackerfuchsschwanzbekämpfung. Hyvido zeigt auf dem Feld eine besondere Konkurrenzstärke, die aus der Hybrid-eigenen Vitalität entsteht. Diese unterstützt die anderen ackerbaulichen und chemischen Maßnahmen.
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Hyvido bildet bis zu 70% mehr Wurzelmasse als Liniensorten. Durch die höhere Wurzelmasse nutzt Hyvido Nährstoffe im Boden nicht nur besonders effizient, sondern entzieht sie dem Ackerfuchsschwanz.
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Hyvido bildet bis zu 55% größere Fahnenblätter und bestockt schneller als Liniensorten. Die Konkurrenzstärke von Hyvido gegenüber Ackerfuchsschwanz wirkt im Frühjahr. Die kräftigen Pflanzen entziehen dem Ungras zusätzlich zu den Nährstoffen auch das Sonnenlicht.
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Hyvido eignet sich besser für die Spätsaat. Die spätere Saat bis zum 10. Oktober bietet zusätzlich mehr Spielraum für klassische ackerbauliche Maßnahmen gegen Ackerfuchsschwanz.
Größere Wurzelmasse der Kultur für stärkere unterirdische Konkurrenz
Quelle: Vergleichende Rhizotron Studie 2014, Syngenta Basel, ø Oberfläche des Wurzelsystems aufgelaufener Pflanzen nach 18 Tagen.
Deutlich größere Blätter der Kultur für stärkere oberirdische Konkurrenz
Weniger Licht für Ackerfuchsschwanz
Quelle: Syngenta Exaktversuche 2017. Lichtmessung des photosynthetisch aktivem Spektrums (PAR) in BBCH 59 – 61 (unterhalb der Blätter gemessen). n=2
Exaktversuche 2017 und 2018 belegen die Konkurrenzstärke von Hyvido. Im Vergleich zu einer deutlich dichter ausgedrillten zweizeiligen Vergleichssorte unterdrückt die Hybridgerstensorte Wootan Ackerfuchsschwanz bereits ohne Herbizideinsatz um 60 bis 70% stärker als die Vergleichssorte. Der Unterdrückungseffekt ist dabei sowohl bei normalem Saattermin als auch in der Spätsaat deutlich messbar.
Weniger Ackerfuchsschwanz durch Konkurrenzstärke
Mehr Ertrag durch Ungrasunterdrückung auf Problemstandorten
Quelle: Versuchswesen Jens Heisrath, 78661 Dietingen; Versuch zur Ackerfuchsschwanz-Unterdrückung; Durchschnittswerte 2017 und 2018; verschiedene Saatstärken gemittelt.
Weniger Ungras durch die richtige Düngestrategie
Die richtige Düngungsstrategie unterstützt den Unterdrückungs-Effekt zusätzlich. Frühe N-Gaben, welche generell für den Hybridgerstenanbau empfohlen sind, helfen der Bestandesentwicklung im Frühjahr und somit, die Konkurrenzstärke der Hybriden weiter zu steigern.
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Quelle: ADAS Boxworth Versuch 2017. BAZOOKA ausgesät am 29.09.16 auf Ackerfuchsschwanzstandort. Fläche im Herbst mit Herbizid behandelt.
Professioneller Pflanzenschutz
Präzision für maximale Wirkungssicherheit
Vier einfache Prinzipien – konsequent angewendet – sind die Basis jeder nachhaltigen Ungrasbekämpfung. Sie schützen die Wirksamkeit der verbleibenden Wirkstoffe und sichern langfristig den Behandlungserfolg.
1 Kombination von zwei Wirkmechanismen pro Ungras/Unkraut
Kein Wirkstoff allein sollte die gesamte Last der Bekämpfung tragen. Wer zwei Wirkmechanismen mit unterschiedlichen Angriffspunkten kombiniert, trifft auch Biotypen, die gegenüber einem der Wirkstoffe bereits weniger empfindlich sind. Diese Strategie verlangsamt die Resistenzentwicklung und sichert die Wirkung auch an Standorten mit bereits vorhandenen Selektionsverschiebungen.
2 Maximal eine Anwendung von ALS-Inhibitoren in der Saison
ALS-Inhibitoren (HRAC-Gruppe B) sind weit verbreitet und bei vielen Ungrasarten bereits durch intensive Nutzung unter Resistenzdruck. Ihr gezielter, auf eine Anwendung beschränkter Einsatz pro Saison begrenzt den Selektionsdruck und erhält die Wirkstoffklasse für zukünftige Strategien.
3 Maximal eine Anwendung von ACCase-Inhibitoren in der Saison
ACCase-Inhibitoren (HRAC-Gruppe A) – darunter Wirkstoffe wie Pinoxaden, Clodinafop und Fenoxaprop – sind essenzielle blattaktive Partner in der Frühjahrsbehandlung. Auch hier gilt: ein gezielter Einsatz pro Saison reduziert den Selektionsdruck auf Ackerfuchsschwanz- und Weidelgras-Populationen und bewahrt die Wirkung dieser Gruppe langfristig.
4 Mindestens ein wenig resistenzgefährdeter Wirkstoff pro Saison
Bodenwirkstoffe wie Prosulfocarb (HRAC 15) oder Aclonifen (HRAC 32) gehören zu den Wirkstoffklassen mit vergleichsweise geringem Resistenzrisiko. Ihr regelmäßiger Einsatz als Anker jeder Herbststrategie unterbricht Selektionszyklen und entlastet die stärker gefährdeten Blattaktivstoffe. Sie bilden damit das unverzichtbare Fundament einer jeden Anti-Resistenz-Strategie.
Der Herbst ist der entscheidende Zeitpunkt, um den Grundstein für eine erfolgreiche Ungrasbekämpfung zu legen. Bodenherbizide müssen früh, präzise und mit der richtigen Technik eingesetzt werden, um Wirkungsgrade zu maximieren und Resistenzentwicklungen zu bremsen.
Über 3 Mio. ha benötigen eine neue Bodenherbizid-Lösung
Perspektivisch benötigen über 3 Millionen Hektar Wintergetreidefläche eine neue Bodenherbizidlösung gegen Ungräser – denn die Verfügbarkeit von Flufenacet ist auf lange Sicht nicht gesichert. Die Marktdaten der letzten Jahre zeigen: die Nettofläche mit Flufenacet-Behandlung liegt konstant bei über 3 Mio. ha, während Weidelgras-Behandlungen von 48 Tsd. ha (2021) auf 159 Tsd. ha (2025) stark zugenommen haben. Ein zukunftsfähiger Ersatz ist unabdingbar.
Über 3 Mio. ha Wintergetreidefläche benötigen perspektivisch eine neue Bodenherbizid-Lösung gegen Ungräser
| Herbst 2020 | Herbst 2021 | Herbst 2022 | Herbst 2023 | Herbst 2024 | |
|---|---|---|---|---|---|
| Anbaufläche Wintergetreide (Mio. ha) | 5,0 | 5,0 | 4,6 | 4,8 | 5,0 |
| Behandlungsquote % | 73 | 83 | 65 | 80 | 80 |
| Anzahl Produkt im Tank | 1,5 | 1,7 | 1,7 | 1,8 | 1,6 |
| Nettofläche Flufenacet (Mio. ha) | 3,0 | 3,5 | 2,7 | 3,4 | 3,3 |
| davon: Ackerfuchsschwanz | 1,6 | 1,8 | 1,4 | 1,7 | 1,4 |
| davon: Windhalm | 1,3 | 1,4 | 0,8 | 1,1 | 0,9 |
| davon: Weidelgras (Tsd. ha) | 48 | 67 | 116 | 89 | 159 |
Quelle: Kynetec Market Research
Die künftigen Alternativen für die stärkste Herbizidstrategie
Mit dem perspektivischen Wegfall von Flufenacet verändert sich die Herbizidlandschaft im Herbstgetreide grundlegend. Ein Blick auf die noch verfügbaren Wirkstoffe zeigt: nicht alle sind gleich stark aufgestellt – weder in der Breite der Wirkung noch in der Verlässlichkeit über verschiedene Ungrasarten hinweg.
Prosulfocarb ist der essenzielle Bodenwirkstoff für die Zukunft
| Ackerfuchsschwanz ALOMY |
Windhalm APESV |
Jährige Rispe POAAN |
Weidelgras-Arten LOLSS |
|
|---|---|---|---|---|
| HRAC 3 (Hemmung Microtubuli) | ||||
| Pendimethalin | ||||
| HRAC 5 (Hemmung Photosystem II) | ||||
| Chlortoluron | ||||
| HRAC 12 (Hemmung Pigmentbiosynthese) | ||||
| Beflubutamid | ||||
| Diflufenican | ||||
| Picolinafen | ||||
| HRAC 14 (Hemmung PPG-Oxidase) | ||||
| Flumioxazin | ||||
| HRAC 15 (Hemmung Fettsäuresynthese) | ||||
| Ethofumesat | ||||
| Prosulfocarb | ||||
| HRAC 32 (Hemmung SD-Synthase) | ||||
| Aclonifen | ||||
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4 = sehr gut 3 = gut 2 = mäßig 1 = Teilwirkung
Syngenta-interne Einschätzung basierend auf der in Getreide maximal zugelassenen Wirkstoffmenge
Aclonifen (HRAC 32 – Hemmung SD-Synthase)
Aclonifen verfügt über eine Teilwirkung gegen Ackerfuchsschwanz, mäßige Wirkung gegen Windhalm und Jährige Rispe sowie eine Teilwirkung gegen Weidelgras. Als neuer, bisher weitgehend unverbrauchter Wirkstoff ist Aclonifen ein wertvoller Resistenz-Baustein und wichtiger Partner in Kombination mit Prosulfocarb – wie im Boxer Kuntao Pack realisiert.
Ethofumesat (HRAC 15 – Hemmung Fettsäuresynthese)
Ethofumesat zeigt eine Teilwirkung gegen Ackerfuchsschwanz und mäßige Wirkung gegen Windhalm und Jährige Rispe, ist jedoch ohne Wirkung gegen Weidelgras. Im Vergleich zu Prosulfocarb aus derselben HRAC-Klasse deutlich schwächer aufgestellt.
Beflubutamid und Picolinafen (HRAC 12)
Beflubutamid zeigt mäßige Wirkung gegen Windhalm und Jährige Rispe, bietet aber keine verwertbare Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz oder Weidelgras. Picolinafen ist in allen vier Leitungsgräsern ohne nennenswerte Wirkung. Beide Wirkstoffe spielen als Graspartner in zukünftigen Strategien eine untergeordnete Rolle.
Diflufenican (HRAC 12 – Hemmung Pigmentbiosynthese)
Diflufenican bringt eine mäßige Ackerfuchsschwanz-Wirkung, gute Wirkung gegen Windhalm und Jährige Rispe sowie eine Teilwirkung gegen Weidelgras. Sein Hauptvorteil liegt in der breiten Unkrautwirkung; als Allein-Ungraspartner fehlt ihm jedoch die Schlagkraft für Problemstandorte.
Chlortoluron (HRAC 5 – Hemmung Photosystem II)
Chlortoluron bietet eine mäßige Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz und gute Wirkung gegen Windhalm und Jährige Rispe sowie eine mäßige Wirkung gegen Weidelgras. Einschränkend wirken Resistenzprobleme bei Ackerfuchsschwanz sowie Temperatur- und Feuchtigkeitsabhängigkeit der Wirkung. Zudem ist seine Zulassungssituation langfristig unsicher.
Pendimethalin (HRAC 3 – Hemmung Microtubuli)
Pendimethalin zeigt eine mäßige Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz und gute Wirkung gegen Windhalm und Jährige Rispe, versagt aber vollständig gegen Weidelgras-Arten. Als Ergänzungswirkstoff in Tankmischungen sinnvoll, als alleinige Stütze für Problemstandorte mit Weidelgras jedoch ungeeignet.
Das Gesamtbild der Wirkstoffanalyse ist eindeutig: Kein anderer noch verfügbarer Herbstherbizidwirkstoff deckt das Spektrum der vier Leitungsgräser annähernd so breit ab wie Prosulfocarb. Mit einer guten bis sehr guten Wirkung gegen Windhalm und Jährige Rispe, einer mäßigen Wirkung gegen Ackerfuchsschwanz und einer soliden Wirkung gegen Weidelgras-Arten ist Prosulfocarb der einzige Wirkstoff, der in allen vier Problemgras-Kategorien einen nennenswerten Beitrag leistet – und das aus einer Wirkstoffklasse mit vergleichsweise geringem Resistenzrisiko.
Fazit: Prosulfocarb ist das Basisherbizid der Zukunft
Boxer Kuntao Pack: ein neuer Baustein für den Herbst 2026
Der Boxer Kuntao Pack vereint drei komplementäre Bodenwirkstoffe aus unterschiedlichen HRAC-Klassen (HRAC 15: Prosulfocarb / HRAC 32: Aclonifen / HRAC 12: Diflufenican) und bietet damit eine breite, Flufenacet-freie Herbizidlösung zur Herbstanwendung in Wintergetreide. Anwendung im Vorauflauf bis BBCH 12 der Kultur.
Eine Flufenacet-freie Herbizidlösung zur Herbstanwendung in Wintergetreide – Produktprofil
| Boxer | Kuntao | |
|---|---|---|
| Zugelassen bis | 31.01.2028 | 15.01.2027 |
| Wirkstoffe | Prosulfocarb 800 g/l (HRAC 15) | Aclonifen 475 g/l (HRAC 32) Diflufenican 105 g/l (HRAC 12) |
| Formulierung | Emulsionskonzentrat (EC) | Suspensionskonzentrat (SC) |
| Kulturen | Winterweichweizen, Wintergerste, Winterroggen, Wintertriticale | |
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Aufwandmengen- Empfehlung |
2,0 – 3,0 l/ha | 0,4 – 0,6 l/ha |
| Anwendungszeitpunkt | Vorauflauf bis BBCH 12 (Zweiblatt-Stadium) der Kultur | |
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Sachgerechte Anwendung von Prosulfocarb |
90 % Abdriftminderung 300 l/ha Wasseraufwand Max. 7,5 km/h Fahrgeschwindigkeit Max. 3 m/s Windgeschwindigkeit |
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Maßgeblich für die Anwendung sind die jeweiligen Zulassungsumfänge und Gebrauchsanleitungen der Einzelprodukte
Flufenacet-freie Herbizidstrategien für den Herbst 2026 und darüber hinaus
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*Maßgeblich für die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind die Zulassungsumfänge der Einzelprodukte und die Angaben auf den Gebrauchsanleitungen. Die Wirkung gegen nicht über die Indikationen abgedeckte Ungräser (z. B. Ackerfuchsschwanz, Weidelgras-Arten) kann durch mehrjährige Syngenta-interne Versuche und Versuche der Amtlichen Pflanzenschutzdienste der Bundesländer nachgewiesen werden.
Zwei Wirkmechanismen – Eine einzigartige Kombination
Durch die Kombination der beiden starken Gräserwirkstoffe Pinoxaden und Pyroxsulam, gepaart mit der hohen Wirkstoffaufladung, werden alle wichtigen Ungräser (inkl. Trespe-Arten) sicher bekämpft.
Weidelgras
Windhalm
Trespe-Arten
Ackerfuchsschwanz
Die Wirkungssicherheit eines Herbizids kann maßgeblich von der Größe des Ungrases zum Zeitpunkt der Behandlung abhängen. In milden Wintern kann der Ackerfuchsschwanz ungestört weiterwachsen und bereits vor dem Jahreswechsel in die Bestockung übergehen. Daher ist es wichtig, die Bekämpfung im Frühjahr so schnell wie möglich durchzuführen. Das kann bereits im Februar sinnvoll sein, noch bevor der erste Dünger gestreut wurde.
Die 3 praktischen Vorteile einer Avoxa-Anwendung im Frühjahr
Was der Herbst nicht vollständig schließen konnte, muss das Frühjahr absichern. Mit Avoxa steht ein temperaturunabhängiges Herbizid zur Verfügung, das durch zwei komplementäre Wirkmechanismen (Pinoxaden + Pyroxsulam) alle wichtigen Ungräser einschließlich Trespe-Arten sicher bekämpft – und das bereits ab sehr frühen Entwicklungsstadien.
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Breit gegen die Leitungsgräser Ackerfuchsschwanz, Trespe-Arten, Windhalm und Weidelgras-Arten einsetzbar
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Temperaturunabhängiger als reine ALS-Inhibitoren – dadurch frühestmöglich einsetzbar und mit größerer Wirkungssicherheit gegen Ungräser und Unkräuter
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Gute Nachbaueigenschaften auf Grund des schnellen Abbaus von Pyroxsulam im Boden
Höhere Wirkungssicherheit von Avoxa bei niedrigen Temperaturen
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Quelle: Syngenta-Exaktversuche, Deutschland, 2012 – 2017, Winterweizen in BBCH 13 – 32
Resistenzmanagement und Verantwortung
Wirkstoffe als kostbare Ressource schützen
Mit der Herbizidanwendung im Vor- bis frühen Nachauflauf muss der Grundstein für ein erfolgreiches Anti-Resistenzmanagement bei Gräsern gelegt werden. Zu diesem Einsatztermin stehen wenig resistenzgefährdete Herbizidwirkstoffe, wie z. B. Prosulfocarb (Boxer) aus der HRAC-Wirkstoffklasse 15 zur Verfügung. Diese sollten insbesondere auch auf Standorten zum Einsatz kommen, die noch keine Resistenzentwicklung zeigen, denn eine nachhaltige Anti-Resistenzstrategie bedeutet frühzeitiges Agieren, und nicht, einer Resistenzentwicklung hinterher zu laufen!
Die Anwendungsbestimmungen für Prosulfocarb-haltige Herbizide erscheinen auf den ersten Blick als „lästige Pflicht“. Bei der Erarbeitung konkreter Applikationsempfehlungen stellte sich allerdings schnell heraus, dass sich bei Einhaltung dieser Regeln auch die stabilsten Wirkungsgrade erzielen lassen! Aktuelle Praxisversuche bestätigen das.
Durch abdriftarme Applikation mit einer höheren Wasseraufwandmenge von 300 l/ha wird nicht nur eine Belastung von Nachbarflächen, z. B. Gemüsekulturen, Gewässer und Saumbiotope durch Abdrift verhindert, sondern es steigert gleichzeitig den Wirkungsgrad.
Sicherheit der Ackerfuchsschwanzbekämpfung steigt mit der Wassermenge
Applikation im Vorauflauf, Boxer 4,0 l/ha + Flufenacet 240 g/ha, UK 2017, 2 Standorte
Wie ist das zu erklären? Im vorangestellten Versuch wurde eine Tankmischung aus Boxer + Flufenacet bei einem starken Ackerfuchsschwanzbesatz mit sehr unterschiedlichen Wasseraufwandmengen im Vorauflauf ausgebracht. Durch die Verringerung der Wasseraufwandmenge nahm die Wirkung kontinuierlich ab. Ursache ist die Tatsache, dass für eine gute Verteilung eine gewisse Mindestanzahl von Tropfen pro m2 benötigt wird. Diese ist bei geringen Wasseraufwandmengen nicht mehr gegeben. Die Zielfläche wird ungleichmäßig benetzt und Bereiche mit einer Unterdosierung nehmen zu.
Weiterhin steigt mit der Verringerung des Düsenkalibers der Anteil an fein- und mittelgroßen Tropfen. Dadurch steigt der Anteil der Spritzbrühe, der die Zielfläche gar nicht erreicht und vorher verdunstet oder weit verweht wird. Die 'Robustheit' der Applikation gegenüber Umweltfaktoren, wie geringe rel. Luftfeuchtigkeit, Thermik und Wind, nimmt spürbar ab.
Auch die Fahrgeschwindigkeit hat einen von vielen Praktikern unterschätzten Einfluss auf die Ackerfuchsschwanzwirkung. Bei einer linearen Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit steigen die Turbulenzen am Gestänge im Quadrat an! Dieses verstärkt die Abdriftanfälligkeit stark und sorgt ebenfalls für Wirkstoffverluste und eine ungleichmäßige Verteilung der Spritzbrühe auf der Zielfläche Boden.
Langsam fahren bedeutet höhere Wirkungsgrade
Applikation im Vorauflauf, Boxer 4,0 l/ha + Flufenacet 240 g/ha, UK, 2017/2018, 3 Standorte
Aus diesen Versuchen lässt sich also die Erkenntnis ableiten, dass die produktbezogenen Anwendungsbestimmungen für Boxer absolut nicht als 'lästige Pflicht' abgetan werden sollten. Vielmehr sollten alle Vorauflaufanwendungen, mit oder ohne Boxer, mit abdriftmindernden Düsen und höheren Wasseraufwandmengen ausgebracht werden, denn diese Strategie führt zu höheren Wirkungsgraden und damit zu weniger Nachspritzungen und einer Verzögerung der Resistenzentwicklung.