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Auf was ist beim Pflanzenschutz in Maisuntersaaten zu achten?

Aktuelles Mais
29.05.2015

Auf was ist beim Pflanzenschutz in Maisuntersaaten zu achten?

Als Greening-Maßnahme erlaubt

Grasuntersaaten (z. B. Deutsches Weidelgras und Welsches Weidelgras) können als Greening-Maßnahme ökologische Vorrangfläche mit dem Faktor 0,3 anerkannt werden. Dazu muss die Untersaat bis zum 15. Februar des Folgejahres auf dem Schlag verbleiben, erst danach darf der Boden bearbeitet werden. Bis zu dem Zeitpunkt dürfen auch keine Pflanzenschutzmittel oder Klärschlämm ausgebracht werden, andere organische Dünger wie Gülle sind erlaubt. Nach der Ernte des Maises dürfen die Maisstoppeln zur Bekämpfung des Maiszünslers geschlegelt und gemulcht werden. Nebeneffekt des Schlegelns: die Gräser bestocken und machen eine gute Narbendichte. Für die Biogas-Produktion brauchen die Gräser im folgenden Frühjahr eine zeitige Stickstoffdüngung.

Aussaat im 6-8-Blatt-Stadium des Maises

Mit einem pneumatischen Düngerstreuer werden die Gräser-Untersaaten im 6-8-Blatt-Stadium des Maises ausgebracht. Die Aussaatmenge beträgt etwa 15 kg/ha. Wichtig ist der angepasste Pflanzenschutz, insbesondere gegen Problemunkräuter wie Hirsen oder Storchschnabel. So muss die Herbizid-Bekämpfungsstrategie bei Flächen mit und ohne Hirsebesatz unterschiedlich gehandhabt werden. Oft werden die Herbizidmaßnahmen gesplittet, also eine frühe Maßnahme im 2-3-Blattstadium mit einem Bodenwirkstoff, kombiniert mit einer Blattspritzung im 5-6-Blattstadium. Die Herbizide müssen untersaatverträglich sein, es sollte ein Abstand von mindestens 14 Tagen zur Gräseraussaat eingehalten werden. Wird bei Weidelgrasuntersaaten mit einer Einmalbehandlung im frühen Nachauflauf gearbeitet, darf die Graseinsaat frühestens 3-4 Wochen nach der Applikation erfolgen, da sonst Schäden drohen. Bei Untersaaten, die mit dem Mais zusammen ausgebracht werden, werden andere Herbizide eingesetzt als bei der Splitting-Behandlung, die aktuellen Empfehlungen der Pflanzenschutzberater beachten!

Vorteile von Maisuntersaaten

Mais ist ein Humuszehrer. Silomais kann dem Boden bis zu 600 kg/ha Humus entziehen. Durch seine langsame Jugendentwicklung kann es bei Starkregen zu Erosion kommen. Bei der Ernte drohen bei schlechten Witterungsbedingungen BodenverdichtungenMaisuntersaaten können helfen, diese Auswirkungen abzumildern. Sie binden Stickstoff und reduzieren dessen Auswaschung ins Grundwasser, deswegen werden sie in Wasserschutzgebieten seit langem eingesetzt. Sie verbessern die Humusbilanz, die Bodengare, das Bodenleben und die Regenwurmaktivität. Sie lockern enge Maisfruchtfolgen auf und bieten eine sofortige Bodenbedeckung nach der Ernte. Maisuntersaaten können als reine Gründdüngung und Winterbegrünung dienen, in rinderhaltenden Betrieben als Grassilage genutzt werden oder auch als Substrat in der Biogasproduktion verwendet werden.

Das Wichtigste kurz zusammengefasst:

  • Maisuntersaaten können als Greening-Maßnahme eingesetzt werden
  • Eine Nutzung des Substrates im nächsten Frühjahr ist möglich
  • Spätsaaten werden ab dem 6-Blatt-Stadium mit etwas 15 kg/ha ausgebracht
  • Der Pflanzenschutz muss auf die Untersaat abgestimmt sein, je nach Ungrasdruck oder Besatz mit Problemunkräutern wie Hirse müssen Strategie und Anwendungshäufigkeit angepasst werden
  • Maisuntersaaten speichern Nährstoffe und schützen diese vor Auswaschung
  • Sie erhöhen die biologische Aktivität und verbessern die Humusbilanz

Angelika Sontheimer