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Aktuelles zur Maiszünsler-Ausbreitung

Aktuelles Mais
16.06.2015

Maiszünsler-Ausbreitung Stand Beginn Juni 2015

Ein milder Winter erfreut viele Schädlinge, so auch den Maiszünsler, dessen Larven den vergangenen Winter gut überstanden haben und sich jetzt verpuppen. Das Deutsche Maiskomitee e. V. (DMK) befürchtet aufgrund des relativ warmen Winters 2014/2015 in einer aktuellen Pressemitteilung in diesem Jahr einen starken Befall. Der Rat an die Landwirte: die Maisschläge genau beobachten, die Warndienstaufrufe beachten und sich mit möglichen Bekämpfungstrategien befassen. 

Mehrere Bekämpfungsstrategien
Zur Verfügungstehen biologische und chemische Methoden. Als biologische Methode hat sich das Ausbringen von Trichogramma-Schlupfwespen bewährt, das per Hand und zunehmend auch aus der Luft per Multikopter geschieht. Chemisch wird der Maiszünsler mit Insektiziden zur Eiablage oder zum Larvenschlupf bekämpft. Pflanzenbaulich lässt sich der Maiszünsler durch Schlegeln und Mulchen der Maisstoppeln nach der Ernte eindämmen, da er intakte Stoppeln für die Überwinterung braucht. Auch durch tiefes Pflügen lässt sich der Maiszünslerbefall im Folgejahr enorm verringern, allerdings steht eine Pflugfurche ohne anschließende Wiederbegrünung im Gegensatz zur Erosionsvermeidung und zum Bodenschutz.

Gestiegenes Bewusstsein führt zum Erfolg
Prof. Dr. Bernd Freier vom Julius-Kühn-Institut in Kleinmachnow stellt in einer Veröffentlichung im Journal für Kulturpflanzen fest, dass sich alle Landwirte in den Hauptbefallsregionen an der Bekämpfung beteiligen müssen, um einen dauerhaften Erfolg zu verbuchen. Durch das gestiegene Bewusstsein für die Maiszünslerproblematik sei entgegen der Befürchtungen in Regionen mit hohem Maisanteil in der Fruchtfolge der Maiszünslerdruck nicht gestiegen.

Aktuelle Situation in Baden-Württemberg
Auf der Website des Landwirtschaftlichen Technologiezentrums Augustenberg werden Ergebnisse des jährlichen Maiszünsler-Monitorings in Baden-Württemberg seit 2007 veröffentlicht: Am südlichen Oberrhein wird bereits der Beginn des Falterflugs, etwa bei Hartheim, Heitersheim oder Neuenburg am Rhein gemeldet, so dass Flughöhepunkt und Larvenschlupf dort bald erwartet werden.

Angelika Sontheimer