Im März 2025 fand in New York das das 5. Economist Impact U.S. Sustainability Summit statt. Hier sprach Alexandra Brand (Executive Vice President von Syngenta und verantwortlich für Nachhaltigkeit, Corporate Affairs und Transformation) mit Vijay Vaitheeswaran von The Economist über Innovation in der Landwirtschaft.
Brand betonte direkt zu Beginn des Gespräches mit Vaitheeswaran, dass Künstliche Intelligenz (KI) im Mittelpunkt stehen müsse, wenn Innovation schnell genug voranschreiten soll, um die Zukunft der US‑Landwirtschaft zu sichern.
„Wenn Landwirte Daten über ihre Felder, den Boden und die angebauten Kulturen in ihr Farmmanagementsystem eingeben, ergänzen wir diese durch viele Schichten unterschiedlicher Satellitendaten“,
erklärte Brand dem Moderator, der bei The Economist globaler Redakteur für Energie‑ und Klima‑Innovation ist.
Diese Informationen, kombiniert mit Daten zu Wettermustern und anderen Variablen wie Krankheiten und Schädlingen, ermöglichen es Syngenta, den Landwirten „sehr konkrete Ratschläge“ zu geben, sagte Brand. „Und die KI‑Algorithmen sind mittlerweile so präzise, dass der Landwirt nicht drei Tage später aufwacht und sagt: ‚Moment mal, das war alles völlig falsch!‘“
Während Vaitheeswaran das lebhafte Gespräch fortführte, antwortete Brand ebenso engagiert – vor einem bis auf den letzten Platz gefüllten Saal mit mehreren hundert Teilnehmern. Insgesamt waren 432 Personen anwesend – ein Rekord für die Veranstaltung – darunter Nachhaltigkeitsbefürworter aus Bereichen wie Energieeinsparung und Umweltverantwortung.
Alexandra Brand sprach mit Vijay Vaitheeswaran über Innovationen in der Landwirtschaft
Die Veranstaltung bot praxisnahe Empfehlungen, wie Unternehmen Nachhaltigkeit und Resilienz fördern können – und dabei gleichzeitig profitabel bleiben
„Nachhaltig“ gilt auch für Geschäftsmodelle
Die Konferenz war weit mehr als nur eine Diskussion über Nachhaltigkeitsthemen. Sie bot praxisnahe, unternehmerisch orientierte Ratschläge, wie Unternehmen und Organisationen umweltbewusste Ziele verfolgen können – und dabei sicherstellen, dass die Konzepte „Nachhaltigkeit“ und „Resilienz“ auch auf dauerhafte, profitable Geschäftsmodelle anwendbar sind.
„Unser Ziel mit all diesen Veranstaltungen ist es, Unternehmen dabei zu helfen, schneller nachhaltig zu werden“, sagte Harry Chapman, Leiter der Nachhaltigkeitsveranstaltungen bei Economist Impact, in einem Interview. „Es sind wirklich hochwertige Inhalte, kein Greenwashing, sondern Ideen, die die Teilnehmer mitnehmen und in ihren Unternehmen umsetzen können.“
Im Fall von Syngenta nahm Moderator Vaitheeswaran Brand durchaus kritisch in die Pflicht. Doch sie vertrat überzeugend Syngentas zukunftsorientierte Position zu einer Reihe von Nachhaltigkeitsmethoden, die unter dem Begriff „regenerative Landwirtschaft“ bekannt sind. „Korrigieren Sie mich, wenn ich falsch liege. Ich bin kein Landwirtschaftsexperte. Aber ich habe Studien gesehen, die nahelegen, dass regenerative Landwirtschaft langfristig 60 Prozent weniger Pestizide verwendet. Das scheint Ihrem Geschäftsmodell zu widersprechen. Gibt es da einen Konflikt zwischen regenerativen Ansätzen und Ihrem traditionellen Geschäftsmodell?“ fragte Vijay Vaitheeswaran
„Nein“, antwortete Brand. „Es gibt keinen Konflikt, denn wir sind ein innovatives Unternehmen. Wir bringen ständig neue Produkte auf den Markt. Und vor einigen Jahren haben wir die Designkriterien für unsere F&E‑Pipeline geändert, um regenerative Prinzipien zu integrieren. Wir haben KI in das Pflanzenmanagementprogramm eingebaut, um die nachhaltige Umsetzung regenerativer Praktiken durch Landwirte zu unterstützen.“
Chapman, der aus Großbritannien stammt, sagte, er sei mit der Sorge zur Veranstaltung gekommen, dass politische Gegenwinde gegen Nachhaltigkeit und saubere Energie die Diskussion hemmen könnten. Stattdessen sei er mit neuer Energie gegangen, da viele Unternehmen die Nachhaltigkeitsbewegung aktiv vorantreiben wollen – weil sie erkennen, dass sie nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch gut fürs Geschäft ist. „Wir sind weg von allgemeinen Diskussionen über das Thema hin zu sehr konkreten Ideen und Erkenntnissen, zu Fallstudien darüber, was tatsächlich umgesetzt wurde, was funktioniert hat und was nicht.“, so Harry Chapman.
Den Weg weisen
Alexandra Brand machte deutlich, dass Syngenta die Landwirtschaft durch KI‑gestützte regenerative Landwirtschaft in eine nachhaltige Zukunft führen will.
„Wenn Regeneration ein so gutes Konzept ist – und es gibt Gründe, das zu glauben – warum ist es dann nicht weiter verbreitet? Was hält Landwirte zurück?“ fragt Vijay Vaitheeswaran.
„Es ist eine viel, viel komplexere Art der Landwirtschaft“, antwortete Brand, „weil man mit viel mehr Parametern umgehen muss. Deshalb ist die datenbasierte Wissenschaft so wichtig.“
Sie merkte an, dass einige US‑Landwirte bereits vor 50 Jahren begannen, regenerative Landwirtschaft zu praktizieren – und damit in vielerlei Hinsicht „altes Wissen“ über bewährte Methoden wiederentdeckten. Doch heute „kommt die Wissenschaft ins Spiel“, und Landwirte, die datenbasierte regenerative Methoden anwenden, beginnen, die Vorteile zu erkennen.
„Landwirte vertrauen anderen Landwirten“, sagte sie. „Je mehr Landwirte sich dieser Bewegung und Praxis anschließen, desto stärker wird sie sich verbreiten.“
"Landwirte vertrauen anderen Landwirten“, ist sich Alexandra Brand sicher