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Syngenta will im Getreidemarkt wachsen

Presse
07.03.2015

Mit zwei neuen Wirkstoffen und der Bündelung seiner Züchtungskompetenz sieht sich das Unternehmen für die Zukunft gut aufgestellt.

Maintal/Hadmersleben – Das Pflanzenschutz- und Saatgutunternehmen Syngenta Agro will seine Position im Agrarmarkt mit neuen Produkten und einer fokussierten Züchtungsstrategie in Getreide ausbauen. Die neuen Wirkstoffe Solatenol und Sedaxane sind für Syngenta laut Geschäftsführer Dr. Manfred Hudetz mittelfristig vielversprechende Kandidaten, um potente Lösungen gegen Pilzinfektionen mittels Saatschutz oder Blattbehandlungen anbieten zu können. Beide Wirkstoffe spielen in der Geschäftsstrategie eine zentrale Rolle. Der neue Standort Hadmersleben, wohin Syngenta zur traditionellen Frühjahrspressekonferenz eingeladen hatte, stehe für eine erfolgreiche Züchtungstradition. Unweit der Zuchtstation habe der berühmte Züchter Ferdinand Heine im Kloster Hadmersleben gewirkt und dort bereits um die Wende zum 20. Jahrhundert sehr erfolgreich Weizen gezüchtet. „Dieser Tradition sehen wir uns verpflichtet und wollen unser gebündeltes Wissen nach der Integration des SW Seed-Geschäftes einsetzen, um Sorten zu entwickeln, die den künfti-gen Anforderungen gerecht werden“, sagte Hudetz.

Wachstum bei Getreidefungiziden

Der Rückblick auf das vergangene Jahr fiel bei Hudetz zufriedenstellend aus. Mit Blick auf das globale Geschäft setzte die Markteinführung des neuen Soja-Fungizides Elatus auf Basis des Wirkstoffes Solatenol eine Bestmarke im Unternehmen. Im globalen Vergleich zeigte sich die Region EAME (Europa, Naher Osten, Afrika) als größter Wachstumsmotor. Der Umsatz der Seguris-Getreidefungizide ist dort um mehr als 75 Prozent gewachsen. Auch in Deutschland ergab sich nach Angaben des Geschäftsführers ein positives Bild. Seguris konnte auch im heimischen Markt deutlich im Marktanteil zulegen. Der Grund liege in der Gelbrost-Problematik des vergangenen Jahres. „Die Produkte konnten einfach in der Wirkung überzeugen“, gab sich Hudetz positiv.

Nach seiner Überzeugung ist dies eine gute Ausgangsbasis für das anlaufende Fungizidgeschäft. Zugewinne konnte der Syngenta-Pflanzenschutz auch bei Raps und Kartoffeln sowie in Spezialkulturen verzeichnen. Als wichtigste Faktoren nannte der Geschäftsführer die besseren Auflagen für das Rapsherbizid Colzor Trio, die sehr erfolgreichen Einführungen des Blütenfungizids Symetra und des Kartoffelfungizids Carial Flex. Bei Maisherbiziden stelle man sich der stärker werdenden Konkurrenz mit einer Diversifizierung des Angebotes, etwa durch die Elumis-Produktfamilie.

Ein nach wie vor intensives Thema sei der Fungizideinsatz im Mais. Für das neue Quilt Xcel empfiehlt Syngenta den relativ späten Einsatz bei Sichtbarwerden der Krankheits-symptome. Dies sei ein angemessenes Vorgehen. Die Auflage „nach Warndienstaufruf“ sei allerdings nicht klar zu fassen und von daher nicht umzusetzen. „Wir verstehen die Sensibilität der Diskussion, werben aber weiter um eine faire Nutzen-Risiko-Abwägung“, so Hudetz. Das Sortenangebot in Mais wurde im vergangenen Jahr erfolgreich um vier Sorten verbreitert. Das Geschäft mit Hybridgerste hat sich nach Aussagen des Syngenta-Managers nach dem Krisenjahr 2013 sehr gut entwickelt.

Neuer Wachstumsregler und neue Sorten

Mit dem neuen Produkt Moddus Start und einer Optimierung des Wachstumsreglereinsatzes im Getreide will Syngenta in der anstehenden Saison punkten, sagte Dr. Heike Köhler, die neue Leiterin des Kundenmarketings. „Eine neue Formulierungstechnologie macht den frühen Einsatz des Wirkstoffes Trinexapac-ethyl möglich, so dass die positiven Effekte auf die Getreidewurzeln besser genutzt werden können“, sagte Köhler. So erhalte man beides: Eine stabile Grundlage und kräftige, kompakte Bestände. Die Versuchsreihen im Feld zeigten, dass sich auf dieser Basis auch die Erträge sehr positiv darstellen. Der doppelte Einsatz von Moddus Start und Moddus sei deshalb nicht nur reiner Lager-, sondern auch Ertragsschutz.

Syngenta baut bei Hybridgerste weiter auf eine gute Sortenpipeline, die laut Köhler einen beständigen Züchtungsfortschritt liefert. Das aktuelle Kernangebot mit Galation, Wootan und Trooper habe im guten Gerstenjahr 2014 ein zusätzliches Ertragsplus von im Schnitt 6 dt/ha im Vergleich zu den besten Liniensorten geliefert. Mit Mercurioo und Pharaoo stehen zwei neue Kandidaten in der Marktvorbereitung. Vor diesem Hintergrund gab die Marketingleiterin als Ziel aus, einen Verkaufszuwachs von 50% in der kommenden Saison realisieren zu wollen. Im Mais brachte Syngenta vier neue Sorten zur Zulassung: SY Talisman, SY Gibuti, SY Welas und SY Pracht glänzen zum Teil durch Bestnoten in Kornertrag und Trockenmasseertrag. Sie decken die Reifegruppen früh bis mittelfrüh und alle Verwendungsrichtungen ab. In Raps geht Syngenta mit der neuen Hybride Medea in den Markt. Sie besticht durch einen sehr guten Kornertrag und ist in allen LSV bundesweit vertreten.

Insgesamt sieht Köhler eine leicht aufgehellte Stimmung auf den Ackerbaubetrieben, bedingt durch die guten Erträge 2014 und die anziehenden Preise. In Abhängigkeit von der Witterung erwartet sie eine überdurchschnittliche Intensität im Pflanzenschutz. Verunsicherung sieht sie aufgrund der auslaufenden Quote bei den Milchproduzenten. Die Frage der Wirtschaftlichkeit rücke noch ein Stückchen mehr in den Vordergrund. Die Grundfutterleistung aus dem Mais gewinne dadurch stärker an Bedeutung. Diese Tendenz komme den neuen Maissorten von Syngenta und den anstehenden Sortenkandidaten aus dem eigenen Hause entgegen. Man sei hier gut aufgestellt.

Regulierung bleibt ein Thema

Die kritischen Themen hinsichtlich der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln bleiben laut Pressesprecher Peter Hefner leider auch im Jahr 2015 erhalten. Im Augenblick wertet Syngenta aus, wie sich das erste Jahr ohne Neonikotinoide in der Praxis ausgewirkt hat. Vor kurzem hat die Europäische Sicherheitsbehörde (EFSA) einen so genannten „Call in“ gestartet, um alle vorhandenen Erkenntnisse zum Thema zu bündeln und die angekün-digte Neubewertung durchzuführen. Eine verlässliche Zeitschiene für die weitere Entwicklung und Diskussion könne man laut Hefner leider nicht nennen. Dies gelte im Übrigen auch für weitere kritische Themen wie die Umsetzung der europäischen Pflanzenschutzrichtlinie und die Neufassung der Bienenprüfrichtlinie. Auch aus kommunikativer Sicht sei es schwierig, mit den sich immer wieder ändernden Zeitplänen umzugehen. In einem Punkt war sich Hefner sicher: „Ohne die Unterstützung und Mobilisierung der Landwirte wird es sehr schwer, die ausreichende Versorgung mit Pflanzenschutzmitteln angesichts der kritischen politischen Debatte zu sichern.“

Er wies in diesem Zusammenhang auf die aktuell anlaufende Aktion „Schau ins Feld“ der Initiative „Pflanzenschützer“ des Industrieverbandes Agrar hin. Bundesweit sollen Landwirte angeschrieben und dazu motiviert werden, speziell auf Feldern in stark frequentierten Lagen Streifen unbehandelt zu lassen. „Ich denke, es ist eine sehr gute Idee, die Notwendigkeit und den unmittelbaren Nutzen des chemischen Pflanzenschutzes direkt auf dem Acker sichtbar werden zu lassen“, sagte Hefner abschließend. Er hoffe auf zahlreiche Beteiligung.

Zwei Wirkstoffe frisch aus der Forschung

Ein wesentlicher Bestandteil des von Syngenta im Jahr 2013 veröffentlichten Good Growth Plan ist die Verpflichtung des Unternehmens, nachhaltige Lösungen zur Verbesserung der Produktivität in der Landwirtschaft zu entwickeln. „Syngenta kann sich dabei auf ein globales Netzwerk von Forschungsstandorten stützen“, sagte Technikleiter Dr. Michael Käsbohrer. Weltweit stehen mehrere Fungizid- und Herbizidwirkstoffe sowie biologische Lösungen in der letzten Entwicklungsphase. Als neueste Resultate des weltweiten Verbundes stehen für Deutschland die beiden Fungizidwirkstoffe Solatenol und Sedaxane zur Markteinführung an. Solatenol wurde bereits in mehreren Ländern Nord- und Südamerikas erfolgreich in Getreide, Soja, Mais und Zuckerrohr eingeführt. Besonders eindrucksvoll sei, so Käsbohrer, das hohe Wirkungspotenzial über eine große Breite von Kulturen. So zeigen die Praxisversuche in Deutschland sehr gute Wirkungsgrade gegen die typischen Blattkrankheiten in Getreide. „Wir nutzen die aktuelle Saison, um in Zusammenarbeit mit Experten der amtlichen Beratung die besten Lösungen für die Praxis zu entwickeln, sagte der Technische Leiter. Von seinem Leistungsspektrum her müsse man Solatenol als neue Generation der Carboxamide einordnen. Der Wirkstoff wurde bereits in Frankreich zur Listung gemäß EU-Pflanzenschutzrichtlinie eingereicht. Der Zulassungsantrag für Deutschland wird in absehbarer Zeit folgen. Auf Basis von Solatenol will Syngenta eine leistungsstarke Produktfamilie aufbauen. Ebenso überzeugt ist man in der Firmenzentrale in Maintal von Sedaxane, einem Wirkstoff der ausschließlich für den Saatschutz entwickelt wurde. Die physikalisch-chemischen Eigenschaften im Boden führen laut Käsbohrer zu einer optimalen Verteilung im Wurzelraum und erhalten so das Wurzelsystem von Beginn an gesund. Das vitalere Wurzelwerk bewirkt eine hohe Wasser- und Nährstoffeffizienz und führt zu robusten Beständen. Im Wirkungsspektrum gelte es die besondere Stärke gegen Rhizoctonia und Schneeschimmel aus dem ansonsten kompletten Wirkungsspektrum hervorzuheben. In Deutschland soll Sedaxane in einer Vierfach-Wirkstoffkombination als Vibrance CT mit der innovativen Saatschutztechnologie Formel M auf den Markt kommen, mit der Verarbeitungsqualität und Abriebverhalten nochmals optimiert werden konnten.

Getreidezüchtung mit Know-how und Leidenschaft

„Mit der Integration des SW Seed Geschäftes rückt die Getreidezüchtung weiter in den Mittelpunkt“, sagte Peter Stemmann, Vertriebsleiter für konventionelles Getreide. Die weltweite Züchtungsarbeit richtet sich bei Syngenta an so genannten Adaptionszonen mit ähnlichen klimatischen Bedingungen aus und stützt sich auf ein Netzwerk aus mehr als 20 spezialisierten Zuchtstationen. In Deutschland wird an drei Standorten an der Züchtung neuer Getreidesorten gearbeitet: Bad Salzuflen, Hadmersleben und Motterwitz, wobei letztere sich sehr stark mit der Weizenzüchtung befassen. Das Ziel sei, für alle Getreidearten ein gutes Sortenportfolio zu entwickeln. Im aktuellen Sortenangebot befinden sich sechs Neuzulassungen bei Weizen, Triticale, Braugerste und Hybridgerste. Bei Weizen sind laut Stemmann zahlreiche Kandidaten in der Wertprüfung. Mit der nun gebündelten Züchtung im Rücken werde Syngenta seine führende Position bei Getreide weiter ausbauen können. Die Züchtung von Hybridweizen sei dabei eines der wichtigen laufenden Projekte.

Die Möglichkeiten und Herausforderungen der Weizenzüchtung rückte Dr. Ebrahim Kazman in den Mittelpunkt seines Vortrages. Angesichts der globalen Aufgabe der Ernährungssicherung hielt er ein Plädoyer für die Intensivierung der Züchtungsanstrengungen. „Wenn der Weizen seine weltweite Rolle als Brotpflanze spielen und beibehalten soll, müssen wir den Züchtungsfortschritt beschleunigen“, sagte der Züchter. Dieser müsse aber auch auf dem Acker landen. Deshalb sei ein steigender Saatgutwechsel von großer Bedeutung. Angesichts des komplizierten Genoms sei der Weizen aus Sicht von Kazman alles andere als eine einfache Pflanze. Deshalb spielen moderne Züchtungstechnologien eine immer wichtigere Rolle. So bedienen sich die Züchter in Hadmersleben etwa der Marker gestützten Züchtung und der Doppel-Haploid-Technik, um mehrere Zuchtgenerationen pro Jahr zu erzeugen und so die Züchtung zu beschleunigen. „Ganz wichtig sind auch firmenübergreifenden Züchtungsprojekte und globale Züchtungsinitiativen“, betonte der Weizenzüchter. Hier gehe es vor allem darum, die allgemeinen Grundlagen für erfolgreiche Züchtungsprogramme zu erarbeiten.

Mit Blick auf das Thema Hybridweizen sei dies besonders wichtig. Hier arbeitet Syngenta in einem Verbundprojekt des Landwirtschaftsministeriums zur besseren Vorhersage der Hybrideffekte bei Weizen mit. Das Thema Hybridisierung steht im Unternehmen ganz oben auf der Agenda. „Syngenta steht da in einer Linie mit anderen Züchterhäusern. Am Ende zählt aber nicht nur der finanzielle Aufwand, den man in ein System steckt. Sehr viel wichtiger sind das vernetzte Wissen und die Leidenschaft des Züchters. All das haben wir bei Syngenta“, sagte Kazman abschließend.

Syngenta ist ein weltweit führendes Unternehmen mit mehr als 28 000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in über 90 Ländern mit einem gemeinsamen Ziel: Bringing plant potential to life. Durch erstklassige Forschung, unsere globale Präsenz und die enge Zusammenarbeit mit unseren Kunden helfen wir, die Ernteerträge und die landwirtschaftliche Produktivität zu steigern, und tragen dazu bei, die Umwelt zu schützen sowie die Gesundheit und Lebensqualität zu verbessern. Weitere Informationen finden Sie unter: www.syngenta.com oder www.syngenta.de