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Cercospora – Behandlungen richtig terminieren

Aktuelles Zuckerrüben
02.07.2015

Mit starken Azolen Cercospora behandlen
Cercospora gehört zu den wichtigsten Blattkrankheiten im Zuckerrübenanbau. Bei einem frühen Befall ist mit hohen Verlusten im Rüben- und Zuckerertrag zu rechnen. Bernhard Reiner, Technischer Experte bei Syngenta, erklärt die richtige Bekämpfungstrategie.

Herr Reiner, welche Faktoren begünstigen den Cercospora-Befall?

Bernhard Reiner: Die Befallssituation ändert sich mit der jeweils vorherrschenden Witterung. Begünstigend wirken milde Winter, ein warmer Frühlung und hohe Niederschläge im Juni/Juli. So war 2012 ein hoher Cercospora-Befall zu verzeichnen, während die Jahre 2013 und 2014 einen eher schwachen Cercospora-Befall aufwiesen. Die Befallssituation für dieses Jahr ist noch nicht abzusehen, doch für eine der jeweiligen Situation angepasste Bekämpfung ist eine genaue Beobachtung von Temperatur und Niederschlag notwendig.

Wie bestimmt der Landwirt den optimalen Termin für die erste Spritzung?

Bernhard Reiner: Die bewährte Blattrupfmethode gibt ein gutes Bild der aktuellen Cercospora-Befallssituation auf den eigenen Zuckerrübenschlägen wieder. Besonders gefährdet sind Flussniederungen, Senken oder Grenzen zu Nachbarschlägen, auf denen im Vorjahr Zuckerrüben eventuell sogar im Mulchsaatverfahren angebaut worden sind. Der Cercospora-Pilz überdauert auf befallenen Rübenblättern oder –resten, die als Infektionsquelle im Folgejahr dienen. Die Erst-Behandlungsschwelle liegt bei mehr als 5 von 100 befallenen Blättern bis Ende Juli.

Sind weitere Behandlungsschwellen zu beachten?

Bernahrd Reiner: Der Termin der Erstspritzung kann in manchen Gebieten hin und wieder mit der einsetzenden Getreideernte kollidieren. Deshalb ist eine gute Planung wichtig, um eine termingerechte Bekämpfung zu ermöglichen. Verspätete Behandlungen können bei starkem und raschem Befallsanstieg oftmals keine ausreichenden Bekämpfungserfolge mehr erzielen. Weitere Behandlungsschwellen sind vom 1. bis zum 15. August bei 15 % befallenen Blättern (zweite Behandlungsschwelle) und ab dem 16. August bei 45 % befallenen Blättern (dritte Behandlungsschwelle).

Wie sieht Ihre Fungizidempfehlung aus?

Bernhard Reiner: Auf jeden Fall muss die Erstbehandlung mit einer Kombination aus Azolen und Strobilurinen erfolgen. Wir empfehlen Mischungen mit einem starken Azol wie zum Beispiel Difenoconazol in Spyrale. Bestens geeignet sind daher Mischungen aus 1,0 l/ha Spyrale + 0,5 l/ha Ortiva.

Wichtig ist, dass insbesondere bei der ersten Spritzung die volle Aufwandmenge verabreicht wird. Nachdem im Jahr 2012 ein extremer Befallsdruck vorlag, der auch durch mehrfache Fungizidspritzungen nicht ausreichend reguliert werden konnte, erhärtet sich der Verdacht, dass sich Resistenzen ausbreiten.Die Beachtung voller Aufwandmengen schützt die Wirkstoffgruppen vor einer weiteren schnellen Zunahme der Resistenzentwicklung.

Auch zu beachten ist, dass Strobilurine nur einmal eingesetzt werden, am besten protektiv zur ersten Behandlung und immer zusammen mit der vollen Aufwandmenge von Azol-Fungiziden.

Strobilurine zeichnen sich durch eine langanhaltende Wirkung aus. So lässt sich in Gebieten mit schwachem Cercospora-Befallsdruck der Bestand eventuell durch eine einmalige Behandlung ausreichend gesund erhalten. Aber spätestens drei Wochen nach der Erstbehandlung sollte auf jeden Fall eine Anschlusskontrolle erfolgen, um gegebenenfalls eine Folgespritzung vorzunehmen.

Was kann ich betreffend Cercospora-Toleranz von den Sorten erwarten?

Bernhard Reiner: Zur Absicherung der Erträge und um der weiteren Resistenzentwicklung entgegenzuwirken, sollte die genetische Cercospora-Toleranz von Sorten wie VariosCR und Armesa mit dem gezielten Einsatz hochwirksamer Fungizide kombiniert werden.

Herr Reiner, vielen Dank für das Gespräch!