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Saisonrückblick Winterraps Anbaujahr 2016/2017

Aktuelles Raps
11.08.2017

Die deutschlandweite Winterrapsernte 2017 neigt sich dem Ende. Die durchschnittlichen Hektarerträge werden viele Landwirte nur teilweise befriedigen. Nachfolgend skizzieren wir in einem Saisonrückblick die möglichen Gründe für die derzeitige Entwicklung der Rapserträge aus der Anbausaison 2016/2017:

 

Herbst/Winter 2016

  • Die Aussaat im Herbst 2016 war weitgehend termingerecht möglich, bei guter Saatbeetstruktur, ausbleibende Niederschläge haben den Auflauf beeinflusst
  • Im Herbst 2016 regional ungewöhnlich starkes Auftreten von Blattläusen, dagegen Erdfloh und Kohlfliege nur regional ein Problem. Intensive Diskussion um das Auftreten von Wasserrübenvergilbungsvirus (TuYV) durch Blattlausbefall
  • Die Vorwinterentwicklung im Norden und Süden war gut, ein warmer September hat Jugendentwicklung gefördert und unter trockenen Bedingungen in den östlichen Anbaugebieten gab es Probleme mit ausbleibenden Niederschlägen. Ungleiche Bestände haben vereinzelt einen Umbruch notwendig gemacht
  • Keine Probleme während des Winters, die dünne Schneedecke hat ausreichend geschützt, aber das Niederschlagsdefizit wurde nicht aufgefüllt
 

Frühjahr 2017

  • Frühzeitige und gute Entwicklung im Frühjahr bis zur 2. Aprilhälfte, frühzeitige Andüngung führt zu guter Bestandesentwicklung, aber lückige Bestande aus dem Herbst können durch schnelle Entwicklung nicht ausreichend kompensieren
  • Rapsstängelrüssler und Rapsglanzkäfer treten schlagspezifisch sehr unterschiedlich auf, im Durchschnitt keine gravierenden Probleme mit Rapsglanzkäfern
  • Kälteeinbruch in der 2. Aprilhälfte beeinträchtigt Blüte und Schotenansatz, frühe Sorten sind davon stärker betroffen, zum Teil lange Blühphasen
  • Sklerotinia Befall besonders in Schleswig Holstein und in einem breiten Band von Hessen, Franken und Mitteldeutschland. Gute Fungizidwirkungen gegen Sklerotinia, spätes aber massives Auftreten von Verticillium, teilweise mit Lager
 

Sommer 2017

  • Hitzeperiode im Juni, häufig unter trockenen Bodenbedingungen in der Schotenfüllungsphase, dadurch unterdurchschnittliche TKM,  Regen im Juni/Juli kam spät, frühe Sorten stärker betroffen
  • Schwacher Schotenansatz, reduzierte Kornbesetzung ist limitierender Ertragsfaktor der Saison 2017. Starker Einfluss der Bodenqualität auf den Ertrag, auf leichten Standorten und unterdurchschnittlichen Niederschlägen enttäuschende Erträge, aber selbst auf guten Standorten nur durchschnittliches Ertragsniveau
  • Regional deutliche Unterschiede zum mehrjährigen Vergleich. Im Norden (SH, NDS, NRW) unterdurchschnittliche Erträge, vergleichbar Vorjahr. In Bayern, Baden-Württemberg, Hessen ebenfalls Ertragsniveau wie Vorjahr, in den östlichen Bundesländern stark schwankende Erträge. Leichte Standorte mit Trockenheit enttäuschen, Lössstandorte bringen durchschnittliche Erträge mit 40-50 dt/ha