Wie gelingt der Spritzstart in der Kartoffel? | Wie gelingt der Spritzstart in der Kartoffel?

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Wie gelingt der Spritzstart in der Kartoffel?

Aktuelles Kartoffeln
22.03.2022

Beim Spritzstart steht die Kontrolle der Primärinfektionen, die von den Pflanzknollen ausgehen, im Fokus. Ziel ist es, den frühen Stängelbefall und damit den Ausbruch einer Krautfäule-Epidemie zu  unterbinden. Forschungsarbeiten haben gezeigt, dass im Durchschnitt ca. 7% der Pflanzknollen latent (nicht sichtbar) den Erreger der Phytophthora in sich tragen. Werden diese latent infizierten Mutterknollen, die sich von gesunden Knollen optisch nicht unterscheiden lassen, ausgepflanzt, dann wächst der Pilz entweder im Stängel hoch oder er sporoliert auf der Knolle und bildet  begeißelte Zoosporen. Diese Zoosporen schwärmen bei ausreichend Bodenfeuchtigkeit von den Oberflächen der infizierten Mutterknollen aus und infizieren die Stängel von Nachbarpflanzen. Auch Blätter, die auf der Bodenoberfläche aufliegen, können über diesen Weg infiziert werden. Durch eine hohe und lang anhaltende Bodenfeuchtigkeit werden diese Infektionen stark gefördert. Deshalb wird in der Praxis häufig beobachtet, dass Krautfäule zuerst in Senken oder staunassen Bereichen des Schlages auftritt. Unter optimalen Bedingungen schaffen es die Zoosporen, bis zu 1,5 m weit entfernte Kartoffelpflanzen zu erreichen.

Die frühe Phase der Krautfäule-Bekämpfung

Im Vegetationsabschnitt bis zur Blüte der Kartoffeln gilt das Hauptaugenmerk:

  • Primärinfektionen (frühen Stängelbefall) kontrollieren (Spritzstart)
  • Sekundärinfektionen unterbinden in einer Phase mit sehr starkem Laubwachstums

Der Spritzstart ist entscheidend für den Bekämpfungserfolg

Der wichtigste Baustein einer erfolgreichen Bekämpfungsstrategie ist der Spritzstart. Entscheidend dabei sind folgende Faktoren:

  • Der richtige Termin: Dafür stehen bewährte Prognosemodelle wie das Phytophthora Modell Weihenstephan zur Verfügung.
  • Das richtige Fungizid: Die Startphase der Spritzungen gegen die Krautfäule besteht zumeist aus zwei Behandlungen.
 1. Behandlung2. Behandlung
Ziele- Primärinfektion erfassen
- Stängelbefall verhindern
- Primärinfektion erfassen
- Sekundärinfektionen verhindern
Geforderte Fungizid-Eigenschaften- Maximal systemische Verteilung- (Teil-) systemische Verteilung und Dauerwirkung
- Schutz Blattzuwachs

 

Prognosemodelle helfen Spritzstart zu bestimmen

Die kurative Leistungsfähigkeit der zugelassenen Produkte ist begrenzt, daher sollten die Behandlungen grundsätzlich vorbeugend erfolgen. Die erste Bekämpfungsmaßnahme muss daher vor Befallsbeginn erfolgen, d. h. deutlich vor dem Auftreten der ersten Symptome. Die Inkubationszeit (Zeitraum von der Infektion bis zum Auftreten der ersten Symptome) beträgt bei Phytophthora nur ca. 2-3 Tage! Wichtige Hilfsmittel zur Ermittlung des richtigen Spritzstarts sind Expertensysteme wie das Phytophthora Modell Weihenstephan.

 

Ausbruch von Primärinfektionen verhindern

Beim Spritzstart gilt es das Auftreten der Primärinfektionen und damit den Ausbruch der Krautfäule-Epidemie zu unterbinden. Ein sehr sicheres Indiz für Primärinfektionen sind erste Befalls-Symptome am Stängel im bodennahen Bereich, die von latent infizierten Mutterknollen ausgehen. Dabei wächst der Pilz entweder im Stängel hoch oder Sporen schwärmen von infizierten Mutterknollen aus und infizieren den Stängel unterhalb der Bodenoberfläche. Durch hohe Bodenfeuchtigkeit werden diese Infektionen stark gefördert.

Primärinfektionen in Kartoffeln

Um den Ausbruch von Primärinfektionen bei der ersten Behandlung zu verhindern ist der Einsatz eines Fungizids mit einer sehr guten systemischen Verteilung in der Pflanze entscheidend. In dieser Wirkstoffeigenschaft ist Cymoxanil (enthalten in Carial Flex) führend. Dies kommt speziell in Phasen von starkem Primärinfektionsdruck (hohe Bodenfeuchtigkeit) zum Tragen.

Cymoxanil besitzt die höchste kurative Leistung unter den aktuell verfügbaren Wirkstoffen. Gerade wenn zum Spritzstart bereits Befall im Bestand sein sollte, ist Cymoxanil der richitge Wirkstoff. Cymoxanil wirkt systemisch und wird schnell von der Pflanze aufgenommen und mit dem Saftstrom in Richtung Sprossspitze (akropetal) transportiert. Cymoxanil ist der mobilste Wirkstoff, der gegen Phytophthora zur Verfügung steht. Diese Eigenschaft ist essenziell für die effektive Bekämpfung von Primärinfektionen (Stängelphytophthora) zum Spritzstart.

Carial Flex ist die einzigartige Wirkstoffkombination aus Cymoxanil und Mandipropamid, die Sie so kein zweites Mal finden. Diese einmalige Verbindung zeigt ausgesprochen synergistische Effekte. Das Resultat aus dieser Kombination ist der wirkungsvolle Schutz der Stängel und Blätter vor Primär- und Sekundärinfektionen der Krautfäule zum Spritzstart.

Gezielte Ausrichtung der zweiten Behandlung

Bei der zweiten Behandlung gilt es, letzte Primärinfektionen zu erfassen (daher ist die systemische Komponente eines Fungizides so wichtig) sowie die jetzt stark wachsenden Blätter vor Sekundärinfektionen zu schützen. Wirkstoffe, die „mitwachsen“, wie Mandipropamid, bieten in dieser Phase die höchste Wirkungssicherheit. Der im Carial Flex enthaltene Wirkstoff Mandipropamid zeichnet sich dadurch aus, dass er rasch in die Wachsschicht an der Pflanzenoberfläche eingelagert wird und dort ein Depot bildet. In wachsenden Blättern wird der Wirkstoff im Neuzuwachs verteilt. Da Mandipropamid eine sehr starke intrinsische Wirkung aufweist, d.h. auch in sehr geringen Konzentrationen hochwirksam ist, schützen diese Fungizide den Blattapparat sicher in der Phase starken Zuwachses ab Reihenschluss bis zur Vollblüte.

Krautfäule-Bekämpfung zum Spritzstart in Kartoffel

 

Zahlreiche Versuche beweisen die überlegende Wirkungssicherheit von Carial Flex zum Spritzstart.

Carial Flex – überzeugt bei Stängelphytophthora

Quelle: Primärinfektionsversuch 2021 Standort Freising, TUM Weihenstephan

Weitere Informationen zu Carial Flex

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