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Fragen und Antworten zum Phytophthora Modell Weihenstephan

Aktuelles Kartoffeln
17.06.2019
Rainer Lesch

Heute auf dem Betrieb von Rainer Lesch, Gaukönigshofen (Unterfranken)

Herr Lesch, können Sie uns ein paar Details zu Ihrem Betrieb und zur Bedeutung des Kartoffelanbaus bei Ihnen und in Ihrer Region sagen?

Ja, gerne. Ein besonderes Merkmal ist, dass ich in einem ausgesprochenen Zuckerrübengebiet (Ochsenfurter Gau in Unterfranken) überhaupt in einem nennenswerten Umfang Kartoffeln anbaue. Die Entscheidung dafür fiel vor ca. 19 Jahren, damals schaute ich mich nach einem weiteren Standbein in den Betriebszweigen um. Zunächst habe ich auf Verarbeitungsware konzentriert, nach und nach eröffneten sich weitere Vermarkungswege (Direktvermarktung, Belieferung von Packbetreiben, Vermehrung). Zum Betriebszweig Kartoffeln besteht eine Kooperation mit einem benachbarten Betrieb, aber stellt der Kartoffelbau in der Region weiterhin eine Ausnahme dar.

Als „Teilnehmer der ersten Stunde“ arbeiten Sie ja schon viele Jahre für unser Prognosemodell. Was hat sie damals bewogen, mitzumachen, und wie sehen sie aus heutiger Sicht den Nutzen des Modells für Sie selbst und für die Region?

Ich bin seit 2003 Mitwirkender am Prognosemodell. Damals war ich Neuling im Kartoffelbau, und ich sah in  der Teilnahme eine gute Möglichkeit, nahe am aktuellen Geschehen zu sein, über Epidemieentwicklungen bestens informiert zu sein, und wichtige Entscheidungshilfen für den Einsatz von Pflanzenschutz zu bekommen, im Prinzip gezielter vorgehen zu können und damit auch überflüssige Maßnahmen sparen zu können. Diese Vorteile bestehen auch heute noch. Durch die Mitwirkung habe ich jederzeit die Sicherheit, das richtige auf meinem Betrieb zu tun, letztendlich sind die wöchentlichen Empfehlungen auch für die gesamte Region zu nutzen.

Kann man sagen, dass der Nutzen der Mitwirkung für Sie selbst größer ist als der Aufwand, oder ist es ein Stückweit Idealismus, der Sie anspornt?

Ganz klar überwiegt der Nutzen den Aufwand. Selbstverständlich ist auch, wie Sie es nennen, Idealismus dabei, weil eben auch weitere Betriebe von den Daten, die ich liefere, Nutzen ziehen können.

Was würden Sie einem Kartoffelanbauer sagen, einem Prognosemodell wie dem Phytophthora Modell Weihenstephan skeptisch gegenüber steht?

Ich behaupte mal, dass ein professioneller Kartoffelbauer solch ein Prognosemodell auf jeden Fall für gut und nützlich hält. Selbstverständlich müsste man einem Skeptiker sagen, dass es sich nicht um eine Versicherung handelt, sondern um eine Hilfestellung.

Würden Sie es als sinnvoll erachten, der Öffentlichkeit, den Verbrauchern den Sinn dieses Modells näher zu bringen?

Auf jeden Fall. Anhand unseres Prognosemodells kann man interessierten Laien sehr gut verschiedene Zusammenhänge erklären, die im Kartoffelbau wichtig sind. Auch dass es dazu dient, den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln gezielter durchzuführen und damit zu reduzieren.

Inwieweit sind Sie als Kartoffelproduzent darauf angewiesen, eine gute Partnerschaft mit den Verbrauchern zu pflegen?

Als Direktvermarkter besteht für mich die selbstverständliche Pflicht einer offenen Kommunikation und einer gut funktionierenden Partnerschaft mit den Verbrauchern.

Welche Rolle spielt für Sie in solch einer Partnerschaft die sog. „Aufnehmende Hand“, Ihr Handelspartner?

Eine gut funktionierende Vertrauensbasis mit einem Handelspartner ist eigentlich unerlässlich für eine solide Partnerschaft. Das Marktgeschehen ist von vielen äußeren Faktoren abhängig, und da braucht man über die Jahre hinweg eine gute Beziehung.

Die Zahl der Betriebe, die wie Sie Daten für das Prognosemodell liefern, konnte jetzt gegenüber den Vorjahren merklich gesteigert werden. Ist das eine gute Nachricht für Sie?

Aber sicher!

Was sollte Syngenta als Mitwirkender an dem Prognosemodell anders oder besser machen?

Für uns mitwirkende Betriebe sollte es noch mehr Möglichkeiten des Erfahrungsaustausches untereinander und mit der Forschung und Beratung geben. Das wäre für alle Beteiligten immer ein großer Nutzen.

Herr Lesch, vielen Dank für dieses Gespräch und für Ihr Engagement beim Phytophthora Modell Weihenstephan. Wir wünschen Ihnen noch eine erfolgreiche Kartoffelsaison 2019.

Weitere Informationen finden Sie hier: