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Applikationstechnik bei Erdbeeren im Gewächshaus

Aktuelles Erdbeeren
19.03.2019
Uli Henser, Technischer Manager Spezialkulturen
Uli Henser, Technischer Manager Spezialkulturen

In Deutschland steigt die Erdbeerfläche im Gewächshaus seit Jahren an. Sie befindet sich bereits bei 1.600 – 1.800 ha. Daher ist es für immer mehr Betriebe wichtig, sich mit den Rahmenbedingungen für den Pflanzenschutz bei dieser Produktionsform zu beschäftigen. Vor Kurzem haben wir uns an dieser Stelle mit den Pilzkrankheiten im Freiland und im Gewächshaus beschäftigt.

Neben der vorhandenen Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für das Gewächshaus gehört die richtige Applikationstechnik zu einem sachgerechten Einsatz der Pflanzenschutzmittel. In einem Gemeinschaftsprojekt mit der Landwirtschaftskammer Nordrhein Westfalen sowie mit den Landtechnik-Firmen Ebinger und Müller und dem Düsenhersteller Lechler, hat sich Syngenta intensiv mit der Applikationstechnik im Gewächshaus beschäftigt.

Applikationstechnik im Gewächshaus - Erdbeer-Anbau optimieren

Wie bei der Applikation im Freiland kommt es auch im Gewächshaus darauf an, die Spritzbrühe optimal an den Erdbeerpflanzen anzulagern. Gleichzeitiger gilt es einen hohen Anwenderschutz zu gewährleisten.

Der größte Unterschied gegenüber dem Freilandanbau ist der Anbau der Erdbeeren auf Stellagen im Gewächshaus. Daher wurden folgende Versuchsvarianten in dieser Anbauvariante durchgeführt:

 Ebinger 5 Düsen Gerät
(je 2 Düsen senkrecht an den
Seiten und 1 Düse appliziert von oben)
Müller 6 Düsen Gerät
(je 3 Düsen pro Seite)
Applikationsvolumen340 l/ha760 l/ha369 l/ha674 l/ha
Düsen / AnzahlIDK 120-015 / 5IDK 120-03 / 5IDK 120-015 / 6IDK 120-03 / 6
Druck in bar / Durchflussrate l/min1,5 / 0,3641,5 / 0,6481,9 / 0,481,9 / 0,737
Applikations-geschwindigkeit km/h2,682,133,933,28

Ebinger Spritzgerät, ausgestattet mit 5 Düsen:

Erdbeeren Ebinger 5 Düsen Gerät

 

Müller Spritzgerät, ausgestattet mit 6 Düsen:

Erdbeeren Müller 6 Düsen Gerät

Die verschiedenen Blatt- und Fruchtkrankheiten infizieren die Außenblätter, Seitenblätter außen, innere Blätter sowie Blüten und Früchte. Daher wurden zur Bewertung einer erfolgreichen Applikation, die Wirkstoffanlagerung bzw.-verteilung der einzelnen Pflanzenteile beprobt und bewertet (siehe Bilder).

Applikationstechnik in Erdbeeren

Folgende Ergebnisse wurden erzielt:

Erdbeeren Applikationsversuch Gewächshaus

Beide Sprühgeräte zeigen sehr gute Ergebnisse bei der Produktanlagerung auf den oberen Blättern (blaue Säule), den äußeren Seitenblättern (rote Säule) sowie an den Früchten (violette Säulen). Die höhere Wasseraufwandmenge konnte vor allem bei dem Müller Spritzgerät die Produktanlagerung noch etwas erhöhen.

Deutlich zu sehen ist die Herausforderungen in Erdbeeren, eine Produktanlagerung auf den inneren Blättern (grüne Säule) zu erreichen. Die höheren Wasseraufwandmengen führten hier nur zu einer geringen Erhöhung der Anlagerung.

Fazit

Im Gewächshaus sind bei guter Geräte- und Applikationstechnik ca. 500 l/ha Wasser ausreichend. Ein mittleres Tropfenspektrum z.B. IDK Düsen lagert sich sicher an den betroffenen Pflanzenteilen an und schützt somit sicher vor Pilzkrankheiten (Botrytis, Mehltau) sowie Schädlingen (Blattläuse etc.).

Im Freiland sollte weiterhin ca. 700 l/ha Wasser eingesetzt werden. Lesen Sie dazu den Artikel: „Applikationstechnik in Erdbeeren – Welche Wasseraufwandmenge ist für eine gute Anlagerung der Wirkstoffe notwendig?