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Neue Studie: Auswirkungen des Neonikotinoid-Verbots

Agrar News
23.01.2017

Im Mai 2013 schränkte die EU-Kommission die Verwendung der neonikotinoiden Wirkstoffe Clothianidin, Imidacloprid und Thiamethoxam in Pflanzenschutzmitteln ein. Aktuell steht eine Neubewertung der Risiken durch die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) an.

Eine aktuelle Studie der Forschungsgesellschaft HFFA Research Gmbh kommt zu dem Ergebnis, dass den europäischen Rapsproduzenten und-verarbeitern jährlich Verluste in Höhe von fast 900 Mio. Euro entstehen.

Der Hauptschädling von Raps ist der Rapserdfloh, gegen den nur einige wenige Wirkstoffe existieren. Für die Rapsbauern haben die fehlenden Möglichkeiten der Saatgutbehandlung mit Neonikotinoiden daher besondere Bedeutung. Die Studie konnte drei wesentliche Auswirkungen des Verbots für die europäischen Rapsbauern ermitteln. Erstens führt das Verbot zu einem Rückgang der Erntemenge um 4 Prozent, was einem Ertragsverlust von 912 000 Tonnen entspricht. Zweitens kommt es zu einem Qualitätsverlust bei durchschnittlich 6,3 Prozent der Ernte, und drittens sind durchschnittlich 0,73 zusätzliche Blattanwendungen mit Pflanzenschutzmitteln pro Hektar Rapsanbaufläche erforderlich.

Diese Auswirkungen entsprechen einem Umsatzverlust auf dem Markt von 350 Millionen Euro. Hinzu kommen Verluste in Höhe von über 50 Millionen Euro aufgrund der geringeren Qualität, um knapp 120 Millionen Euro erhöhte Produktionskosten und Verluste von mehr als 360 Millionen Euro in vor- und nachgelagerten Bereichen. Insgesamt entstehen der europäischen Rapswirtschaft durch das Verbot von Neonikotinoiden somit jährliche Verluste in Höhe von knapp 900 Millionen Euro.

Zusätzlich sind erhebliche ökologischen Folgen durch höhere Treibhausgas-Emissionen und einen höheren Wasserverbrauch zu berücksichtigen. Solange Neonikotinoide zur Saatgutbeizung nicht zur Verfügung stehen, müssen Landwirte in Europa auf „zweitbeste Lösungen“ zurückgreifen.

In der Praxis ist dies der Einsatz von Pyrethroiden zur Sprühanwendung. Die Ausbringung von zusätzlichen Blattinsektiziden führt im Inland zu einem vermehrten Ausstoß von Treibhausgasen, einem zusätzlichen Wasserverbrauch pro Jahr sowie einem Anstieg der Produktionskosten um annähernd 120 Millionen Euro. Für Studienleiter Noleppa ist das Ergebnis eindeutig: „Aus dieser umfassenden Analyse geht klar hervor, dass sich das Verbot nicht nur negativ auf die europäische Rapswirtschaft ausgewirkt hat, sondern auch weitreichende Folgen für die Umwelt hat.“

Die Studie und ihre wichtigsten Erkenntnisse können Sie hier herunterladen.

Quelle: Pressemitteilung UFOP und IVA