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Nachfragehoch bei Agrarchemie hält an

Agrar News
13.05.2015

IVA: Bedarf in der Landwirtschaft ungebrochen/Umsatzplus bei Pflanzenschutzmitteln und Mineraldüngern

Der Markt für Pflanzenschutzmittel und Mineraldünger in Deutschland ist im vergangenen Jahr gewachsen. Im Pflanzenschutzbereich steigerten die Anbieter ihre Umsätze im Jahr 2014 um 6,2 Prozent auf 1,600 Milliarden Euro (2013: 1,506 Mrd. Euro); bei den Mineraldüngern stieg der Gesamtumsatz im selben Zeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 3 Prozent auf jetzt 3,096 Milliarden Euro (2013: 3,001 Mrd. Euro). Diese Zahlen meldete der Industrieverband Agrar e. V. (IVA) heute anlässlich seiner Jahrespressekonferenz in Frankfurt.

Im Pflanzenschutzbereich war eine deutliche Umsatzsteigerung um 10,8 Prozent im Fungizid-Segment zu verzeichnen, wo sich Preiseffekte und ein erhöhter Krankheitsdruck bei den Kulturpflanzen auswirkten. Im Insektizid-Bereich waren infolge des EU-weiten Verbots neonikotinoider Beizen im Herbst verstärkt Mittel für Spritzanwendungen gefragt.

Durch realitätsferne Zulassungshürden verschwinden bewährte Produkte

„Das vergangene Jahr zeigt deutlich: Moderne Pflanzenschutzmittel sind für eine produktive Landwirtschaft unverzichtbar. Die Zahlen spiegeln einerseits den enormen Bedarf der Landwirte; andererseits sind die Zahlen auch trügerisch, weil sie darüber hinwegtäuschen, dass durch teils realitätsferne Zulassungshürden bewährte Produkte verschwinden und neue nicht auf den Markt kommen können“, sagte IVA-Präsident Dr. Helmut Schramm und erläuterte, dass die gegenwärtige Ausrichtung bei der Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der EU in die entgegengesetzte Richtung gehe.

Entwicklung des Marktes für Mineraldünger

Auch für die Entwicklung des Marktes für Mineraldünger wies Professor Dr. Hermann Kuhlmann, Vorsitzender des IVA-Fachbereichs Pflanzenernährung, auf die Nachfrageeffekte hin: „Das Preisniveau auf den internationalen Märkten bestimmt letztlich auch die Preisentwicklung bei Mineraldüngern in Deutschland. Die Höhe der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise beeinflusst die Nachfrage nach Düngemitteln und damit auch die Düngerpreise. Die Nachfrage nach Düngemitteln in der laufenden Saison wird in etwa der des Vorjahres entsprechen.“

Geringer werdende öffentliche Akzeptanz zunehmende Herausforderung

Schramm unterstrich, dass die zunehmend geringer werdende öffentliche Akzeptanz für die moderne Landwirtschaft und insbesondere den chemischen Pflanzenschutz eine wachsende Herausforderung für die Branche darstellt. Der IVA habe daher seine Kommunikationsaktivitäten im vergangenen Jahr verstärkt und will jetzt vermehrt zusammen mit praktizierenden Landwirten in die Öffentlichkeit treten. Beispielhaft nannte er das im Frühjahr angelaufene Projekt „Schau ins Feld!“ der Initiative ‚Die Pflanzenschützer‘. Landwirte legen entlang von Rad- und Wanderwegen Spritzfenster an, die veranschaulichen, wie wenig Schädlinge und Krankheiten von den Nutzpflanzen übrig lassen, wenn kein Pflanzenschutz betrieben wird. Aktuell fördert der IVA eine Sonderschau zu modernem Ackerbau auf der Mitte April eröffneten Bundesgartenschau (BUGA) 2015 in der Havelregion.

Novelle der Düngeverordnung: Probleme in viehstarken Regionen

Kuhlmann zog Schlüsse aus der Novelle der Düngeverordnung und aus den mit ihr verbundenen Höchstwerten für Stickstoff-Bilanzüberschüsse: „In Regionen, die ihren Stickstoffbedarf hauptsächlich oder zur Gänze mit Mineraldünger decken, werden die landwirtschaftlichen Betriebe keine Schwierigkeiten haben, den maximal erlaubten Flächenbilanzüberschuss von 60 kg N/ha einzuhalten. Viehstarke Regionen werden dagegen Probleme bekommen. Sie müssen entweder ihre Tierbestände reduzieren oder Gülle in Ackerbauregionen exportieren. Gülleexport in Ackerbauregionen wird dort wahrscheinlich zu einer geringeren mineralischen Stickstoffdüngung führen.“

Weitere Informationen unter www.iva.de