Herr Dr. Krato, was sind aktuell die größten Herausforderungen bei der Gräserbekämpfung in Getreide?

Christoph Krato

Es ist eine voranschreitende Resistenzentwicklung zu beobachten. Im Frühjahr stehen uns leider nur noch zwei starke Wirkstoffklassen, die ACCase- und die ALS-Inhibitoren, gegen Ackerfuchsschwanz zur Verfügung. Hier muss die Wirkungsstärke unter allen Umständen auf dem aktuellen Niveau gehalten werden.

Der Blick über den Ärmelkanal gibt uns ein mahnendes Beispiel. In England wurde Anfang der 80er Jahre der erste Ackerfuchsschwanz mit ACCase-Resistenz gefunden. Mittlerweile haben auch die ALS-Inhibitoren auf einem Großteil der Flächen ihre Wirksamkeit verloren. Für den Landwirt hat diese Entwicklung große Auswirkungen.

„In den Jahren 2006 bis 2016 haben sich die Kosten des Landwirts für eine Ackerfuchsschwanz-Bekämpfung mehr als verdoppelt.“

So weit sollte es bei uns in Deutschland nicht kommen, wir können noch gegensteuern. So müssen wir noch stärker auf Behandlungen im Herbst setzen, um den Druck von den Frühjahrsbehandlungen zu nehmen.

Können wir kurzfristig neue Wirkstoffe erwarten, die uns bei der Bewältigung der Probleme helfen?

Ein neuer Wirkstoff muss wirkungsstark und verträglich sein und gleichzeitig höchsten Ansprüchen bei Umweltverhalten und Anwendersicherheit genügen. Syngenta investiert stark in die Erforschung neuer Herbizidwirkstoffe. Firmenübergreifend erwarten wir in den nächsten Jahren aber keine neuen Innovationen.

Auch ist zu befürchten, dass bewährte, in der Praxis breit eingesetzte Wirkstoffe verschwinden. So geschehen beispielsweise mit Isoproturon- und Flupyrsulfuron-haltigen Herbiziden. Diese Produkte wurden in den vergangenen Jahren im Herbst immerhin auf mehreren 100.000 ha gegen Ackerfuchsschwanz eingesetzt. Auf diesen Flächen muss die Ackerfuchsschwanz-Bekämpfung nun zwangsläufig mit alternativen Wirkstoffen erfolgen.

Welche Strategie zur Gräserbekämpfung empfehlen Sie für den Herbst?

In Bezug auf Ackerfuchsschwanz kommt dem Wirkstoff Prosulfocarb eine zentrale Bedeutung zu. Dieser ist in unserem Produkt Boxer enthalten, das wir gezielt und mit hoher Flexibilität in Tankmischung mit Cadou SC (Flufenacet) empfehlen, um im Herbst maximale Wirkungsgrade zu erzielen.

Die Mischung aus Prosulfocarb und Flufenacet ist ein wichtiger Baustein in nachhaltigen Anti-Resistenz-Strategien. Beide Wirkstoffe greifen an unterschiedlichen Wirkorten in der Pflanzenzelle an und gelten als nicht resistenzgefährdet.

Unsere ACCase-Inhibitoren in Axial 50 und Traxos sind in der Praxis vor allem aus den Frühjahrsanwendungen bekannt. Diese können bereits im Herbst sehr gezielt und wirkungsvoll eingesetzt werden, denn sie wirken relativ temperaturunabhängig. Aufgrund der etwas früheren Saattermine der Gerste ist eine Anwendung von Axial 50 in Tankmischungen oder in Spritzfolgen mit bodenaktiven Herbiziden gegen Ackerfuchsschwanz gut umsetzbar. Betriebe mit großen Ackerfuchsschwanz-Problemen und Raps in der Fruchtfolge können Traxos in Weizen zum Kerb-Termin anwenden.

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