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Weizenpreise bleiben im negativen Trend

Markt und Meinungen
12.05.2015

Wettermärkte und Politik unterstützen schlechte Marktstimmung/ Kassamarkt zum Erliegen gekommen
Den Preisen für Weizen und Co fehlt es an positiven Nachrichten. Kurzfristig ist kein Licht am Ende des Tunnels zu sehen.

Die in Chicago (CBOT) notierten Weizenpreise haben in der letzten Woche ihr Fünf-Jahrestief erreicht. Derzeit holen die Notierungen wieder Luft. Ein Ende der Preisdelle ist aber vorerst nicht abzusehen. „Schuld“ an der Misere ist zum einen der US-Wettermarkt. Derzeit erscheinen die Aufwuchsbedingungen für die Winterweizensaat optimal und mit der Aussaat von Mais sind die US-Farmer bei 55 Prozent auf einem guten Niveau. Wie Analysten der Commerzbank beschreiben, wird als Ergebnis der letzten Expertentour in den USA erwartet, dass der Weizenertrag 17 Prozent über dem Vorjahr liegt. Jedoch war das letzte Jahr ertragsmäßig auf einem 19-Jahrestief. Unterm Strich bleibt die US-Ernte immer noch deutlich unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre. Anleger quittieren dennoch die kurzfristig guten Ertragserwartungen mit einem weiteren Ausbau ihrer Netto-Short-Positionen, was die negative Markteinschätzung ausdrückt.

In Paris (Nyse, Euronext) werden die preisstabilisierenden Exportumsätze von Russland unterlaufen. Der jüngste Ägypten-Tender ging für 194 US-Dollar/ab Hafen an Russland und war damit rund 12 US-Dollar billiger als französische Ware. Noch immer sollen etwa 2 Mio. t Weizen in russischen Exportlägern vorrätig sein, die ihre Käufer suchen.

Schließlich geht die Meldung um, dass die russische Exportsteuer schon Mitte Mai ausgesetzt werden soll, statt Ende Juli. Ab ersten Juli soll es zwar eine neue Exportsteuer geben, die aber nur minimal ausfallen wird. Das zumindest berichten russische Regierungskreise.

An morgen gibt es zudem eine technische Korrektur bei den Börsenpreisen in Paris. Der Mai-Kontrakt läuft aus und der um 20 €/t höher liegende September-Kontrakt kommt zum Zuge. Der Kassamarkt für die alte Ernte wird sich dann neu orientieren. Franko (angeliefert) Hamburg notiert A-Weizen zu Beginn dieser Woche für Mai bei 185 €/t und ex Ernte bei 180 €/t. B-Weizen liegt für die alte Ernte um 175 €/t und für August bei 173 €/t.

Am europäischen Rapsmarkt gibt es eine leichte Stabilisierung, die vom Sojamarkt und einem schwächeren Euro/Dollarkurs ausgeht. Die neue Ernte notiert zu Beginn der Woche für August 2015 bei knapp 356 €/t.

Die aktuelle Preisflaute legt den Kassamarkt nahezu lahm. Erzeuger gehen in die Warteposition nach dem Motto: Und wenn Du denkst es geht nichts mehr .... !

Brigitte Braun-Michels