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Weizenpreise 2015 stabil

Markt und Meinungen
12.02.2015

Analysten der Commerzbank blicken positiv auf den Weizenpreis. In ihrem Bericht Rohstoffe Kompakt Agrar stellen die Fachleute der Bank Ursachen und Wirkung für die Preiseinschätzung dar.
Rückblickend hat sich der EU-Weizenpreis seit Dezember von der US-Börse abgekoppelt, stellen die Rohstoffanalysten fest. Auftrieb erhielten die europäischen Exporte in erster Linie durch den Wechselkurs. Im Dezember 2014 kostete ein Euro noch 1,25 US-Dollar. Jetzt müssen noch 1,13 US-Dollar für einen Euro gezahlt werden. Der billige Euro macht EU-Weizen am Internationalen Markt wettbewerbsfähig und kurbelt so die Exporte aus der EU an. Bei steigenden Importen und damit erhöhter Nachfrage stabilisiert sich der Preis an der europäischen Börse in Paris. Während an der Euronext die 200 €/t Marke für B-Weizen geknackt wurde, dümpelten in Chicago (CBOT) die US-Weizenpreise bei 500 US-Cents/bu (rd. 160 €/t) vor sich hin. Zu der währungsbedingt angestiegenen Exportnachfrage kommen die Restriktionen aus Russland. Russische Ware kommt nur verknappt auf den Markt. Auch aus der Ukraine wird mit weniger Konkurrenz auf dem Exportmarkt gerechnet. Sowohl für Mahlweizen, wie auch für Futterweizen und Mais wird die Exportmenge begrenzt. Damit soll ein Umlenken des Bedarfs, der wegen fehlender Ware aus Russland entsteht, vermieden werden. Für die kommende Saison wird vermutet, dass der weltweite Überschuss an Weizen, der für 2014/15 auf 9 bis 10 Mio. t geschätzt wird, abschmilzt.

Die Gründe sind vielschichtig:

  • Die Amerikaner vermindern die Winterweizenfläche um knapp 5 Prozent und die Pflanzen sind derzeit nur in mäßigem Zustand.
  • In der EU wird nicht mit einer Wiederholung der Spitzenernte gerechnet.
  • In Russland sind die Winterfrüchte ebenso schlecht entwickelt. Die Einbußen werden schon jetzt auf 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr beziffert.
  • In der Ukraine wird, trotz Flächenausdehnung, mit einem Ernterückgang von 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gerechnet.

In der Konsequenz rechnen die Fachleute der Commerzbank zum Ende des Jahres 2015 damit, dass der Weizenpreis in Paris (Euronext) bei rd. 200 €/t notiert. Vom ersten bis dritten Quartal liegt die Prognose für die Pariser Notierungen um 190 €/t.

Nach der Veröffentlichung der neuen Zahlen aus dem US- Landwirtschaftsministerium (USDA) sind die Weizenkurse abgestürzt. Völlig unerwartet wurden die Ernteergebnisse 2014 weiter nach oben gesetzt um 1,4 Mio. t auf 725 Mio. t. Auch die Anfangsbestände wurden erhöht. Die weltweite Verfügbarkeit von Weizen steigt mit diesen Werten um 3,3 Mio. t gegenüber den Schätzungen des Vormonats. Der Einfluss dieser Zahlen dürfte sich von kurzfristiger Natur erweisen. Bekanntermaßen sind die Ernteschätzungen aus den USA immer wieder mit Fehlern versehen. Besonders die Werte aus dem Reich der Mitte, wie auch dem Schwarzmeerraum werden im Lauf der Saison meistens weiter nach unten korrigiert.

Brigitte Braun-Michels