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Weizen und Ölsaaten können Preisaufschwung nicht sichern

Markt und Meinungen
02.05.2016

Aufpreise bis Freitag fast wieder aufgezehrt/ Schwankungen mit dem Wettermarkt

Die Börsennotierungen für Weizen und Co halten mit kleinen Aufs und Abs an den gemäßigten Niveaus fest. Währungsschwankungen und Wettermärkte sorgen regelmäßig für Impulse. Als nachhaltig erweisen sich diese aber nicht.

An der Börse in Chicago (CBOT) lassen die Auswertungen über das Anlegerverhalten (CFTC-Daten) einen Hoffungsschimmer aufleuchten. Danach sind die Nettoshortpositionen der Finanzanleger stark zurückgenommen worden und die Anleger drücken ihre positive Erwartung an die Preisentwicklung aus.

In wichtigen US-Weizenanbaugebieten (Kansas und Oklahoma) ist es zu kalt gewesen. Die Pflanzen könnten Schaden genommen haben. An der CBOT wird dieser Impuls umgehend mit grünen Vorzeichen versehen. Der schwache Dollar hilft im Export und stützt die Kurse in Übersee ebenfalls.

An der Pariser Matif (Euronext) starten die Notierungen ebenso mit positivem Grundton in die Woche. Jedoch sind die Höchstnotierungen, die vor wenigen Tagen bei knapp unter 160 €/t lagen, nicht mehr erklommen worden. Es scheint sich ein Niveau um 155 €/t einzupendeln. Die neue Ernte wird beim Weizen rund 10 €/t teurer bewertet. 

Der Ölsaatenmarkt wird von festeren Palm- und Rohölpreisen gesteuert. Zu Beginn dieser Woche ebbt die Euphorie um die Ölpreise allerdings ab. Finanzanleger drücken mit dem Ausbau ihrer Nettoshortpositionen aus, dass sie steigenden Rohölpreisen skeptisch gegenüber stehen. Grund: Die Ölbohrungen gehen bisher nicht nachhaltig zurück. Vor allem US-Produzenten halten, trotz Preisen außerhalb der Gewinnzone, an ihrem Ölbohrungen fest. In den nächsten Wochen richten die Marktteilnehmer ihr Augenmerk auf die Aussaat der US-Bohnen. Es bleibt abzuwarten, ob die Produzenten den Anbauumfang reduzieren. 

Auf der Südhalbkugel nimmt die Bohnenernte Ihren Lauf. Brasiliens Farmer sollen bereits 65 Prozent ihrer Ware verkauft haben.

Die Rapsnotierungen in Paris sind in den letzten 5 Tagen von 155 €/t für den Juni Termin auf jetzt wieder knapp unter 152 €/t gefallen und nehmen damit die Ernüchterung um die Rohölpreise auf. 

Am Kassamarkt bleiben die Landwirte mit Ihrem Abgabeverhalten in Ruhestellung. Die Frühjahrsarbeiten beginnen und lenken zusätzlich davon ab, am Markt aktiv zu werden.

Mischer und Mühlen zeigen Interesse und stoßen allenfalls beim Handel auf Gegenliebe, der die Läger für Dünger räumen will. Franko (angeliefert) Hamburg wird A-Weizen mit 157 €/t für März bewertet, franko Würzburg mit 148 €/t. Für B-Weizen zahlen Mühlen (Rheinland, Westfalen) ex Ernte angeliefert 154 €/t. Im mitteldeutschen Raum (Erfurt/Halle) ist für A-Weizen ab Station in der letzten Woche 140 €/t erzielt worden. Futterweizen ist nur 5 €/t billiger. Maiserzeuger erhalten für Körnermais März 167 €/t franko Südoldenburg und Westfalen. 

Raps wird für März/April franko Ölmühle zwischen 360 und 364 €/t beboten. Ex Ernte ist die Ölfrucht derzeit 10 €/t billiger. 

Wenn sich die Wetterprognosen für die Ostertage bestätigen und der Frühling warm wie vielleicht auch trocken startet, sind weitere Preisimpulse für Weizen, Mais und Raps denkbar. Wenn das Wörtchen wenn da nicht wäre ...

Brigitte Braun-Michels