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Markt und Meinungen
26.03.2013

IGC bestätigt hohe Ernteerwartungen für die nächste Saison / Neue Ernte liegt 30 € pro t unter den alten Kursen

Der internationale Getreiderat (IGC) hat am Wochenende seine neuen Ernteschätzungen veröffentlicht. An den „alten“ Vorhersagen hat sich nichts geändert.

Die Weizenbestände werden in dieser Saison um 20 Mio. t abgebaut. Die Maisendbestände bewegen sich mit 114 Mio. t auf einem Vierjahrestief. Diese Werte sind allesamt an den Börsen eingepreist.

Interessant wird es beim Blick auf die Ernte 2013/14. Hier reiht sich der IGC in die Liste der positiv gestimmten Analysten ein und geht von kräftigen Zuwächsen aus. Bleiben große Wetterunbillen aus, dürften die ausgedehnten Weizenflächen zu einer weltweiten Erhöhung der Produktion von 4 Prozent führen. Weil die Nachfrage entsprechend steigt, werden die weltweiten Weizenvorräte jedoch nur um 3 Mio. t aufgestockt.

Sehr viel komfortabler stellt sich die Versorgungssituation beim Mais dar. Weltweit soll die Maisproduktion um 9 Prozent steigen. Besondere Zuwächse verzeichnen mit 30 Prozent die USA, die in der letzten Saison herbe „Hitzeverluste“ hinnehmen mussten. Die Maislagerbestände sollen bei der erhöhten Produktion erstmals wieder aufgebaut werden (19 Prozent).

Vorausgesetzt das Wetter spielt mit, ist zur nächsten Saison die Getreideversorgung also erheblich ausgeglichener. Frühjahrs- und Sommertrockenheit dürfen aber nicht unterschätzt werden und können schnell die geschätzten Zahlen zunichtemachen, wie wir im letzten Jahr in den USA erfahren haben.

Bisher nehmen die Handelsbeteiligten die Schätzungen der Analysten für „bare Münze“. Am Kassamarkt ist der Handel schon seit Wochen sehr ruhig. Sowohl Mühlen wie auch Mischer leben „von der Hand in den Mund“ und hoffen auf weitere Preiszugeständnisse, je besser die neue Saison „bewertet“ wird. Sowohl für die alte, wie auch für die neue Ernte haben die Preise am Kassamarkt nachgegeben. Franko (angeliefert) Hamburg (HH) liegt B-Weizen auf einem Niveau von 250 €/t. Die neue Ernte liegt zwischen 217 bis 218 €/t franko HH. In Mitteldeutschland wird „alter“ B-Weizen mit 242 bis 243 €/t franko besprochen. Die neue Ernte ist rund 50 €/t billiger. In Bayern wird B-Weizen alter Ernte mit 230 bis 235 €/t gehandelt. Mais wird um 215 €/t besprochen.

Obwohl die Bestände aus der Ernte 2012 bekanntermaßen knapp sind, haben die Preise durch die Bank nachgelassen. An der Börse in Chicago ist es in der letzten Woche zu gestiegenen Kursen gekommen, die Analysten mit überverkauften Märkten, also rein technisch, interpretieren. Mittlerweile hat sich ein Seitwärtstrend eingestellt. Für die alte Ernte könnte das Niveau stabil bleiben, vor allem wenn die Vegetation für einen späteren Erntebeginn sorgt, was sich unter den bisherigen Witterungsverhältnissen abzuzeichnen scheint. Die neue Ernte bleibt unter Preisdruck. Bisher sind die Bestände in Europa, der Schwarzmeerregion und auch in Übersee ohne große Blessuren durch den Winter gekommen. Sollten die prognostizierten Zahlen sich in der Ernte bestätigen, gibt es Schätzungen, die Weizen zur nächsten Saison wieder auf dem Niveau von 140 bis 150 €/t beziffern. Bei den Preisen seit letzten Sommer geraten schlechtere Zeiten schnell in Vergessenheit. Blenden lassen sollten sich Erzeuger aber nicht und regelmäßige Vermarktungschancen, auch für die neue Ernte, nutzen.

Brigitte Braun-Michels