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Vermarktung von stabilen Preisen angeregt

Markt und Meinungen
15.12.2015

Exportgeschehen beruhigt sich / Qualitätsweizen wandert Richtung Benelux

Der Druck, den das US-Ministerium mit seiner neuen Dezember-Schätzung (USDA-Bericht) in der letzten Woche auf die Notierungen der Weizenfutures ausgeübt hat, sollte nur von kurzer Dauer sein. Seit Ende letzter Woche sind die Vorzeichen für Weizen und Co. durch die Bank grün. Diese Woche kommt "russischer" Einfluss zum Tragen.

Der neue Bericht aus dem US-Ministerium (USDA), der die Ernten und Bestände von Getreide und Ölsaaten schätzt und monatlich erscheint, überraschte in der letzten Woche mit einem Plus beim Weizen. Weil die kanadische Weizenernte höher taxiert wurde als erwartet, wachsen die globalen Weizenvorräte 2014/15 auf 194,9 Mio. t. Das sind rund 2 Mio. t mehr als im Vormonat angenommen. An den Börsen, CBOT in den USA und Euronext in Paris, haben die Notierungen sich infolge um etwa 5 €/t nach unten bewegt. Beim Mais bleibt es bei globalen Endbeständen von knapp 192 Mio. Die amerikanischen Endbestände wurden leicht nach unten korrigiert. Auch die US-Bestände bei den Sojabohnen sinken im aktuellen Bericht um 1 Mio. t auf 11 Mio. t. Die Bestände liegen immer noch viermal so hoch, wie im Vorjahr. Die laufende brasilianische Sojabohnenernte soll mit rund 96 Mio. t ein Rekordniveau erreichen.

Schon zum Ende der letzten Woche haben die Weizenpreise sich von ihren "Blessuren" erholt. Auf internationalem Parkett werden dafür in erster Linie die "Vorhaben" Russlands verantwortlich gemacht. Der russische Agrarminister Nikolai Fyodorov will die Agrarausfuhren weiter reduzieren. Alternativ sollen die vorgegebenen Preise an staatliche Läger erhöht werden, um Lieferungen ins Ausland weniger attraktiv zu gestalten. Bei schwachem Rubel und hoher russischer Ernte laufen die Exporte bis Dato auf Hochtouren. Zum Wochenanfang rudert der Agrarminister aus Russland schon wieder von den geplanten Ausfuhrbeschränkungen zurück, was sich gleich bei den Weizennotierungen bemerkbar macht. Deutlich wird zudem, dass politische Vorhaben immer mit Vorsicht zu genießen sind und sich am Markt mitunter als Strohfeuer erweisen können. Was bleibt ist die trübe Aussicht auf die bevorstehende Ernte zur Saison 2015/16. Trockenheit und sehr niedrige aktuelle Temperaturen setzen den Weizenbeständen in Russland zu und werden im nächsten Sommer sicher mit Ertragseinbußen quittiert.

An der Pariser Euronext (Matif) stoppen die aktuellen Weizennotierungen für den Januar, der demnächst ausläuft, kurz vor der Marke von 190 €/t. Die neue Ernte (September 2015) wird in Paris mit knapp 194 €/t bewertet. Die alte Ernte profitiert preislich vom stabilen Exportgeschehen.

Auf dem deutschen Kassamarkt sorgten stabile Börsenpreise für rückläufige Prämien, mittlerweile auf 9 €/t. Vor zwei Wochen lagen diese noch bei 16 €/t. In Norddeutschland liegt das Preisniveau für B-Weizen ab Hof bei 185 bis 190 €/t, für A-Weizen werden 6 bis 7 €/t mehr bezahlt. E-Weizen ist kaum verfügbar und wird am Exportmarkt zudem billiger von baltischen Ländern erworben. Futterweizen wird franko (angeliefert) Hamburg um 185 €/t beboten. Gerste aus der alten Ernte liegt bei 172 €/t und für die neue Ernte bei 175 €/t franko HH (Hamburg).

Der mitteldeutsche Markt zeigt sich "beruhigt". Triticale und Roggen werden um 146 €/t ab Station gekauft. A-13 Weizen liegt um 185 €/t ab Hof bzw. 195 €/t fko. Mittellandkanal (MLK).

In Bayern wandert Qualitätsweizen in den Export Richtung Benelux. Ab Hof liegt B-Weizen bei 160 €/t und A-Weizen um 175-178 €/t. E-Weizen wird zum Preis von 185 bis 190 €/t ab Hof besprochen. Futtergerste wechselt je nach Hektolitergewicht für 145 bis 159 €/t den Besitzer. Die Körnermaispreise schwanken mit DON-Werten zwischen 145 €/t (unter 5 DON mg/kg) und 155 €/t (unter 2 DON mg/kg). Die Braugerstenpreise liegen für die alte Ernte um 195 fko. Süddeutschland.

Abgeber haben durch die Bank und richtigerweise auf die stabilen Preise reagiert und sich von Ware getrennt. Mittlerweile scheint Weihnachtsruhe einzukehren. Viel Bewegung wird in den nächsten beiden Wochen am Markt nicht mehr erwartet.

Brigitte Braun-Michels