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US-Ministerium sagt gute Getreideernte voraus

Markt und Meinungen
16.12.2013

Neue Schätzungen sorgen für Kursrutsch an den Börsen/Wetterauswirkungen bleiben offen

Die jüngsten Prognosen aus dem US-Ministerium (USDA) machen dem Preisauftrieb der Weizenkurse am internationalen Markt (CBOT) den Garaus. In Chicago ist der Weizenpreis auf den tiefsten Stand seit 18 Monaten gerutscht. Analysten vermuten, dass zur Saison 2013/14 erneut ein sehr hohes Weizenangebot zur Verfügung steht.

Weil die vermuteten Erntezahlen für Weizen in der kommenden Saison, besonders für Kanada und Australien weiter angehoben werden, steigt die Weizenproduktion zur kommenden Ernte (13/14) auf rund 711 Mio. t (Vorjahr 656 Mio. t). In allen wichtigen Weizenerzeugerländern werden die Endbestände zur kommenden Saison weiter ausgebaut. Lediglich in den USA sinken die Endbestände, so die Schätzungen, um etwa 4 Mio. t auf 15,6 Mio. t. Weltweit wachsen die Weizenendbestände auf knapp 183 Mio. t heran. Das liegt leicht unter dem Durchschnitt der letzten fünf Jahre von rund 189 Mio. t und zeugt weiterhin von einer guten Versorgung des Weizenmarktes.

Auch der Maismarkt, der eng mit den Weizennotierungen korreliert, weil die Produkte im Futtertrog austauschbar sind, steht unter Druck. Die Prognose für die Maisernte zur kommenden Saison bleibt vor allem in den USA hoch. Mit 355 Mio. t wird das gute Erntejahr 2009/10 um über 20 Mio. t getoppt. Die weltweiten Endbestände verfestigen sich auf 162 Mio. t, wenn die Schätzungen Recht behalten. Das sind rund 20 Mio. t mehr als im preisschwachen Jahr 2008/09.

Im Windschatten dieser Prognosen haben sich die Notierungen an den Börsen zu Beginn dieser Woche weiter verdüstert. In Paris (Nyse, Euronext) marschieren die Kurse vom letzten Höchststand (212 €/t) in großen Schritten wieder auf 205 €/t zu. Die Preisschwankungen am europäischen Markt halten sich bisher aber nach wie vor in Grenzen. Verantwortlich dafür zeichnet sich die anhaltend hohe Exportrate europäischen Getreides. In der letzten Woche wurden EU-Exportlizenzen von 780.000 Tonnen Weizen ausgestellt. Das ist die zweitgrößte Exportmenge in einer Woche seit Beginn dieser Vermarktungssaison.

Wie lange die Pariser „Extrawurst“ sich halten kann, bleibt abzuwarten. Experten weisen darauf hin, dass in dieser Saison wichtige Importländer ihre Bestände aufbauen und daraus ein besonders hoher Bedarf erwächst. Sollte sich in der kommenden Ernte erneut eine hohe Weizenproduktion einstellen, könnte die Nachfrage dieser Länder verhaltener ausfallen. Dann würden sich bei den Exporteuren die Bestände weiter aufbauen. Die Preisrichtung wäre absehbar.

Analysten, wie auch Bernd Quinders von der Qinders Getreideagentur GmbH befürchten, dass die Preise zur kommenden Saison unter Druck geraten können. Ohne Auswinterungsschäden und Trockenheit in der kommenden Vegetationsperiode dürfte das Getreideangebot zur Ernte 2014 mehr als reichlich sein, so Quinders.