You are here

Share page with AddThis

Rote Laterne für Rapskurse

Markt und Meinungen
30.10.2013

Rapspreise haben das kurzfristige Preishoch wieder abgebaut / US-Ernte drückt weiterhin auf den Markt

Nachdem die Rapsfutures an der Parier Matif sich im Laufe des Oktobers an die Marke von 380 €/t herangepirscht haben, geht es seit der letzten Woche wieder rapide abwärts. Der Trend hält zu Beginn dieser Woche an. Haben Erzeuger eine gute Verkaufschance verpasst?

Mitte Oktober hatten die Rapsnotierungen sich praktisch "aus dem Nichts" kontinuierlich nach oben bewegt. Marktbeobachter beschreiben, dass der gesamte Mais- und Ölsaatenkomplex von den festen Vorgaben beim Weizen profitiert und sich deshalb nach oben katapultiert hat. Auch die sogenannte Markttechnik sorgte für Unterstützung. Nach stetig gesunkenen Preisen ist eine Umkehrung der Preisrichtung die normale Folge. Am europäischen Markt haben kontinuierliche Ölgeschäfte die Matif zusätzlich stabilisiert.

An den fundamentalen Daten, sprich der in diesem Jahr verhältnismäßig guten Versorgung am Ölsaatenmarkt, hat sich nichts verändert. Der Blick wandert jetzt wieder in Richtung Leitmärkte. Von außen bleiben die Rapsnotierungen durch den Verlauf der Sojabohnenkurse geprägt. Diese befinden sich in der "Erntedelle". Marktteilnehmer schätzen, dass rund 80 Prozent der US-Sojabohnenmittlerweile geerntet sind. Als Folge der fortschreitenden Erntearbeiten ist der Bohnenpreis an der Börse in Chicago (CBOT) unter das Niveau von 13 USDollar je Scheffel gerutscht. Ob sich die Kurse mit dem Abschluss der US-Ernte erholen, bleibt abzuwarten, denn auch in Südamerika stehen verheißungsvolle Ernteergebnisse vor der Tür. Bisher gibt es wenig Anzeichen dafür, dass die hohen Ernteerwartungen, die Marktteilnehmer bereits "eingepreist haben", nicht erfüllt werden. Turnusmäßig drücken außerdem weiter aufgestockte Palmölbestände zum Jahresbeginn 2014 auf den Markt und könnten weiter Druck ausüben. Am europäischen Markt bleibt die unsichere Zukunft der Biodieselproduktion ein Knackpunkt.

Verheißungsvolle Nachrichten gibt es für einen aufwärts gerichteten Trend bei den Ölsaaten bisher nicht. Es bleibt in den nächsten Wochen abzuwarten, wie sich die Ernteergebnisse auf der Südhalbkugel entwickeln und ob Winterfolgen am europäischen Markt abzusehen sind. Bisher haben sich die Rapsnotierungen nicht unter das 52-Wochentief von zuletzt 353 €/t im Sommer an der Pariser Matif bewegt. Wie weit sie darüber hinauszuwachsen in der Lage sind, bleibt allerdings ebenso abzuwarten. Das Preisspektrum bewegt sich seit Sommer zwischen 350 und 400 €/t an der Pariser Matif. Das schwankende Handelsvolumen an der Pariser Börse macht deutlich, wie verunsichert die Marktteilnehmer durch die Bank sind. Vorerst scheint das von den Verkäufern ins Auge genommene Ziel von 400 €/t in die Ferne gerückt.

Erzeuger, die den Markt genau beobachten, sollten Aufwärtsbewegungen regelmäßig alsVerkaufsimpuls in Betracht ziehen. Bei notierten 380 €/t an der Pariser Matif sind durchaus Gewinne bei der Rapsvermarktung zu erzielen. Wer klug ist und die betriebliche Liquidität regelmäßig im Auge behält, bleibt dabei, regelmäßig Ware zu veräußern, wenn Gewinne zu erzielen sind. Vermarkter, die darauf hoffen, dass der Marktpreis nur eine Richtung kennt, sind schon des Öfteren eines Besseren belehrt worden. Der Spatz in der Hand ist meist gesünder als die Taube auf dem Dach.

Brigitte Braun-Michels