You are here

Share page with AddThis

Moderate Ernteprognosen aus den USA

Markt und Meinungen
11.11.2013

Pariser Börse bleibt bei grünen Vorzeichen / Handelsvolumen ist nach wie vor dünn

Nach zwei Monaten hat das amerikanische Landwirtschaftsministerium (USDA) erstmals wieder seine Schätzungen zur US-Ernte aktualisiert. Unterm Strich fällt danach die US-Mais und -Sojabohnenernte geringer aus als Analysten im Vorfeld erwartet haben. Beim Weizen sind die Endbestände gewachsen.

Die weltweite Weizenproduktion sinkt gegenüber der letzten Schätzung. Die Ernten in Argentinien, Russland und Kasachstan wurden nach unten revidiert. Im Gegenzug wächst in der EU und Kanada die Erzeugung im Vergleich zur Schätzung vom September nur leicht an. Die Anfangsbestände wurden heraufgesetzt und der Futterverbrauch vermindert. Das ist der Hauptgrund für die Stabilisierung der weltweiten Weizenendbestände um 2 Mio. t auf 178,5 Mio. t. Am Freitag hat das den Notierungen in Chicago (CBOT) einen leichten Dämpfer versetzt. Der ist zu Beginn der Woche schon wieder in Vergessenheit geraten.

Auch die Maisproduktion wurde gegenüber der Septemberschätzung heraufgesetzt. Die Endbestände wachsen auf das komfortable Niveau von rund 164 Mio. t und überbieten damit die vorangegangenen zwei Jahre um etwa 30 Mio. t. Der Markt hatte mit einer noch ausgeprägteren Produktionssteigerung in den USA gerechnet. Laut Analysten wurde eine vorgenommene Flächenreduktion dabei nicht berücksichtigt. An der Börse in Chicago laufen die Notierungen auch zu Wochenbeginn im positiven Bereich. Es wird vermutet, dass der Boden bei den Maispreisen gemacht wurde.

Bei der Sojabohne sinken die weltweiten Endbestände im Vergleich zur letzten Schätzung leicht auf gut 70 Mio. t. In der Vereinigten Staaten steigen die Endbestände um 0,6 auf 4,6 Mio. t. Damit bleibt der US-Sojabohne nach wie vor eine knappe Bilanz erhalten, die vor allem von anhaltend hohen US-Exporten genährt wird. Ende letzter Woche haben diese Zahlen den Notierungen in Chicago deutlichen Auftrieb verliehen. Zu Wochenbeginn lässt sich dieser Trend jedoch nicht fortsetzen. Für die kommende Saison 2013/14 wird die Anbaufläche für US-Sojabohnen leicht, um etwa 0,2 Mio. ha auf 31 Mio. ha, reduziert.

An der Europäischen Börse in Paris (Nyse, Euronext) haben sich die Vorgaben aus den USA eher stabilisierend ausgewirkt. Zu Beginn der Woche warten Weizen, Mais und Co. mit grünen Zahlen auf. Auch am Kassamarkt bleiben die Preise standfest, jedoch ist das Handelsvolumen mehr als spärlich. Franko Hamburg notiert B-Weizen um 206 und A-Weizen um 208 €/t. Franco Rheinland kann sich B-Weizen um 202 €/t verteidigen. Angeliefert Würzburg werden um 188 €/t für B-Weizen gezahlt. Mais notiert franko Westfalen um 200 €/t und franko Würzburg bei 182 €/t.

Die Rapsnotierungen wandern an der Matif wieder auf das Niveau von 380 €/t zu. Angeliefert inländischer Mühlen wird für Januar bis März 2013, bei geringem Handelsvolumen, zwischen 385 und 388 €/t für Raps gezahlt.

Landwirte hoffen weiter darauf, dass sich die Preise im Frühjahr stabilisieren, weil die verarbeitende Industrie mit erneutem Bedarf für Aufwind sorgt. Ob die Rechnung aufgeht, bleibt vom Wettermarkt und der Ernte auf der Südhalbkugel abhängig. Preisausschläge sind dann wieder möglich, leider in beide Richtungen!

Brigitte Braun-Michels