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Haben Weizen- und Maispreise das Tal durchschritten?

11.02.2014

Exporte halten EU-Weizen im Seitwärtstrend / Abgeber warten auf Impulse vom Wettermarkt

Die Meinungen über die Preisentwicklungen am Getreidemarkt reichen von vorsichtigem Optimismus bis "nach unten sind Tür und Tor offen". Landwirte bleiben auf den "Vermarktungsresten" sitzen. Auch Mühlen und Mischer haben keine Eile zuzukaufen. Die Ernte 2014 wird nicht "beachtet"!

An der Börse in Chicago schreibt zu Wochenbeginn nur die Bohne "grüne" Zahlen. Beim US-Weizen sorgte die extrem kalte und trockene Witterung letzte Woche kurzfristig für Stabilisierung, die sich wieder verflüchtigt hat. Analysten der Commerzbank gehen davon aus, dass US-Weizen sich in den nächsten Monaten preislich stabilisiert. Gründe: Die verbesserte Wettbewerbsfähigkeit gegenüber EU-Weizen, die Gefahr von Winterschäden sowie das mögliche El-Nino-Phänomen in der zweiten Jahreshälfte.

Mais profitiert von den niedrigen Preisen im Vergleich zu Weizen. Der Internationale Getreiderat (IGC) hat den Maishandel in der laufenden Kampagne (13/14) auf rund 108 Mio. t beziffert. Das sind etwa 13 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor. Analysten meinen deshalb, das Tal der Tränen bei den Maispreisen sei durchschritten.

In Paris (Nyse/Euronext) haben die Weizennotierungen nur kurzfristig die Marke von 190 €/t unterschritten. Im Export ist zwar das Tempo im Vergleich zum Jahresbeginn verlangsamt, bestätigen Makler von international tätigen Handelshäusern. Dennoch bleibt der Handel aktiv. Aktuell kauft der Iran Weizen aus Russland, der EU und auch aus Deutschland. Weizenexporte aus der EU belaufen sich mittlerweile auf 18,2 Mio. t. Das Exportvolumen liegt damit schon jetzt über der Menge, die im Jahr 2011/12 in der ganzen Saison exportiert wurde. In seiner letzten Schätzung beziffert das US-Ministerium die Gesamtexportmenge für 2013/14 auf 26 Mio. t. Diese Marke dürfte problemlos erreicht werden.

Mais holt im internationalen Handel auf. Die EU-Exportlizenzen belaufen sich bisher auf 7,4 Mio. t und liegen damit rund 7 Prozent über dem Vorjahr. Grund: Die preisliche Konkurrenzfähigkeit am internationalen Markt.

Regional wird von wenig aktivem Geschäft berichtet. Bayrische Landwirte können beim Handel Richtung Italien für ihren Weizen Aufpreise erzielen. Umgerechnet ist ein Verkauf für 180 €/t ab Sta. möglich. Inländisch vermarktete Ware ist 5 €/t billiger. Für Februar liegt B-Weizen fko (angeliefert) Hamburg bei 194 €/t. Die neue Ernte ist rund 5 €/t billiger. Franko Holland liegt EU-Mais preislich bei 193 €/t.

Das Augenmerk der Abgeber wie Erfasser bleibt auf Wettermärkte ausgerichtet. Vorerst scheinen die Mais- und Weizenpreise im Seitwärtstrend gesichert.

Brigitte Braun-Michels