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Wirtschaftswege zwischen Landwirtschaft, Freizeit und Tourismus

12.01.2015

Wirtschaftswege müssen viele Anforderungen erfüllen
Nicht breit genug, holprig und bei Regen eine Matschpiste – viele Wirtschaftwege erfüllen nicht die Anforderungen für land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge und schon gar nicht für den Lkw-Verkehr beim Gülle- oder Rübentransport. Aber wie soll ein guter Wirtschaftweg aussehen?

Diente früher das ländliche Wegenetz tatsächlich nur rein landwirtschaftlichen Zwecken, so teilen sich heute Landwirte die Wege mit Hundebesitzern, Joggern, Reitern, Jagd- oder Angelpächtern, Wochenendhausbesitzern, Fahrradfahrern oder Spaziergängern.

Wege sind Spiegel des Landschaftsbildes
Gepflegte Wege bedeuten ein gepflegtes Landschaftsbild und damit ein positives Bild in der Gesellschaft. Doch das Wirtschaftswegenetz ist häufig in einem schlechten Zustand. Dafür gibt es mehrere Gründe. Die Breite und die Beschaffenheit von vielen Feldwegen sind nicht für die Belastung der heutigen Schlepperzüge oder Lkw mit bis zu 40 Tonnen ausgelegt. Bei einer Verdoppelung der Achslast steigt die Wegebelastung um das 16-fache.

Wasser abführen, Bankette pflegen, Schlaglöcher ausbessern
Hauptwirtschaftswege haben im Allgemeinen eine Breite von 3,50 m, oft mit einer Deckschicht aus Beton oder Asphalt, dazu jeweils einem Seitenstreifen von einem Meter. Die Seitenstreifen sollten so stark befestigt sein, dass sie ebenfalls befahren werden können. Eine Neigung von zehn Prozent leitet das Wasser zur Seite ab. Umso früher die Erhaltungsmaßnahmen beginnen, umso geringer sind die Kosten und umso länger ist die Lebensdauer der Wege. Der Wegeunterbau und die Gestaltung der Bankette entscheiden über die Tragfähigkeit des Weges. Solange das Wasser gut zu den Seiten abgeführt wird und möglichst wenig Wasser in den tragenden Unterbau gelangt, bleiben die Wege lange erhalten. Zur Wegepflege gehören deshalb auch die Reinigung von seitlichen Entwässerungsgräben oder Rohrdurchlässen und das regelmäßige Mähen und, wenn nötig, Abschieben des Banketts. Bei Asphaltwegen sollten Schlaglöcher, Risse oder Kantenbrüche unverzüglich ausgebessert werden, um größere und teurere Folgeschäden zu vermeiden.

Wegekombinationen nutzen
Mit EU-Fördermitteln lassen sich beispielsweise Kombinationen aus Radwegen (meist nur 2,50 m breit) und befestigten Wirtschaftswegen für die Landwirtschaft (mindestens 3 m) verwirklichen. Damit es nicht zu Nutzerkonflikten kommt, ist einiges Verständnis von beiden Seiten notwendig. Auch die Belange des Naturschutzes müssen dabei berücksichtigt werden, möglicherweise müssen Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt werden.

Angelika Sontheimer