You are here

Share page with AddThis

Wie gewonnen, so zerronnen

Agrar News
21.07.2014

Agrarcommodities werden durch Krise in der Ostukraine zunächst stabilisiert/ Erntetief setzt sich bei der Preisbildung schließlich durch

Der Abschuss eines Passagierflugzeuges in der Ukraine hat die Kurse an den Börsen von Mittwoch auf Donnerstag letzter Woche beflügelt. In der Ukraine wird aktuell die Getreideernte eingebracht. Es wurde befürchtet, dass der Konflikt zu Beeinträchtigungen bei den Weizenlieferungen führt. Immerhin stellen die Ukraine und Russland zusammen rund ein Fünftel der weltweiten Weizenexporte. In Argentinien legen Streiks zudem 80 Prozent der dortigen Getreideexporte lahm. In dieser Woche wollen auch die LKW-Fahrer in Streik treten, was zu weiteren Beeinträchtigungen des Angebotes führen könnte.

An den Börsen hat sich die Kurserholung zum Freitag schnell wieder nivelliert. Große weltweite Ernten bleiben das beherrschende Thema und halten die Kurse in Schach. Am Freitag haben die Weizenfutures in Paris ihre Gewinne vom Vortag wieder abgegeben und sind knapp unter das Niveau von 180 €/t gerutscht. Das gleiche trifft auf die Maisnotierungen in Paris zu (knapp 167 €/t). „Angetrieben“ von roten Vorgaben bei der Sojabohne, die mit hohen Ernteerwartungen und derzeit leicht verminderten Exportraten zu kämpfen hat, scheint die Abwärtsbewegung beim Raps unentwegt anzuhalten. In Paris schloss die Matif für Raps bei rund 317 €. Vor einer Woche lagen die Rapsnotierungen noch bei 330 €/t.

Vorerst rechnen Marktanalysten mit keiner Kursstabilisierung, es sei denn die Krise in der Ukraine wirkt sich nachhaltig auf das dortige Handelsgeschehen aus.

Brigitte Braun-Michels