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Sojabohnenanbau in Deutschland

08.01.2014

Sojabohnenanbau in Deutschland

In Deutschland wächst das Interesse am Anbau von Sojabohnen. Waren es zunächst jahrelang nur etwa 1.000 ha, so steigt der Sojaanbau seit 2009 kontinuierlich an. 2013 ist die Sojaanbaufläche in Deutschland bis auf 6.500 ha gewachsen.

Bis vor kurzem in Deutschland noch recht unbekannt, könnte die Sojabohne bald eine weitere Verbreitung erfahren. Sojabohnen können sowohl in der menschlichen Ernährung, als auch für Futtermittel verwendet werden. Sie bieten einige Vorteile: Sojabohnen erhöhen die Biodiversität in unseren Agrarökosystemen, sie bringen Abwechslung in unsere Fruchtfolgen, sie sind relativ unabhängig von Stickstoff, sie können weitere Bodennährstoffe wie zum Beispiel Phosphor aus dem Boden mobilisieren und sie haben einen hohen Vorfruchtwert für Wintergetreide oder Winterraps. Weitere Vorteile sind die Entzerrung von Erntefenstern und die regionale Autarkie beim Eiweißfutterbedarf.

Standort und Klima müssen geeignet für Soja sein

Die weltweite Nachfrage nach gentechnikfreiem Soja führt auch in Deutschland zu einer wachsenden Nachfrage nach regional erzeugten Sojabohnen. Doch Standort und Klima müssen passen. Von den 6.500 ha Soja in Deutschland 2013 wurden 4.000 ha in Bayern und 2.000 ha in Baden-Württemberg angebaut. Eine relativ schnelle Ausdehnung findet derzeit in Unterfranken und im Rheintal statt. Nach Norden finden die Sojabohnen hingegen erst langsam ihren Weg.

Hoher Unkrautdruck durch langsame Jugendentwicklung

Pflanzenbaulich hat Soja einige Ansprüche wie einen hohen Wärme- und Wasserbedarf. Sojabohnen brauchen eine Impfung mit spezifischen Knöllchenbakterien als Ersatz für die Stickstoffdüngung. Auch der Unkrautdruck ist nicht unerheblich, da die Sojabohne aufgrund ihrer langsamen Jugendentwicklung und ihres späten Bestandesschlusses wenig Konkurrenzkraft gegenüber Beikräutern hat. Mechanischer Pflanzenschutz ist durch Hacken und Striegeln im Vor- und Nachauflauf möglich, Gräser werden vor allem mitchemischem Pflanzenschutz bekämpft. Bei der Ernte müssen die Mähdrescher auf Sojabohnen eingestellt sein, damit es keine ganzen Hülsen oder gebrochenen Bohnen im Drusch gibt, die später in der Aufbereitung zu Maschinenverstopfungen führen können. Bei einer höheren Erntefeuchte ab 14 Prozent müssen die Bohnen rasch gereinigt und getrocknet werden, um Qualitätsverluste zu vermeiden.

Ertrags- und Qualitätsschwankungen

Die Erträge schwanken von 28 bis 42 dt/ha, die Proteingehalte von 35 bis 44 Prozent. Hier hat neben der Bestandesführung auch die Sorte hohen Einfluss. Besonders für die Verwendung als Lebensmittel sollte der Eiweißgehalt deutlich über 40 Prozent liegen und das Eiweiß eine hohe Qualität haben. Die Deckungsbeiträge kommen zwar nicht an den Körnermais heran, schneiden aber im Vergleich mit Weizen und Gerste gut ab. Wer die Sojabohnen an sein eigenes Geflügel oder an die Schweine verfüttern möchte, muss beachten, dass dies erst nach einer Wärmebehandlung möglich ist.

Für einen rentablen Sojaanbau in der Zukunft braucht es noch weiteren Züchtungsfortschritt, eine kontinuierliche Verbesserung der Bestandesführung, eine gute Beratung und gebündelte Vermarktungsstrategien.

Angelika Sontheimer

Weitere Informationen:
Deutscher Sojaförderring, www.sojafoerderring.de