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Grünlandpflege im Frühjahr: Düngung und Pflanzenschutz

Agrar News
12.03.2015

Was ist jetzt bei der Startdüngung und im Pflanzenschutz im Grünland wichtig?

Zum Start der Grünlandsaison sollte der Landwirt auf jedem Schlag eine Bestandsaufnahme durchführen, um den vorhandenen Pflanzenbestand zu beurteilen und die Düngung, den Pflanzenschutz und eine eventuell notwendige Nachsaat darauf abzustimmen.

Die Grunddüngung mit Phospor und Kalium wird normalerweise im Herbst durchgeführt. Eine mangelnde Kaliumdüngung führt beispielsweise zu einer schlechteren Stickstoffverwertung, zur Zunahme weniger wertvoller Gräser wie der Gemeinen Rispe und allgemein zu einem Ertragsverlust mit niedrigerem Futterwert. Auch eine ausreichende Kalkung ist für einen leistungsfähigen Grünlandbestand unerlässlich. Für das Grünland eignen sich unter anderem Kohlensaurer Kalk, Kohlensaurer Magnesiumkalk, Thomaskalk oder auch Kalkstickstoff.

Leicht lösliche Nährstoffe für den schnellen Wachstumsstart

Die Stickstoffdüngung bringt den Gräsern im Frühjahr die notwendigen leicht löslichen Nährstoffe für den schnellen Wachstumsstart, da sie im Gegensatz zu Kräutern kaum Reservestoffe in ihren Wurzeln haben. Stickstoff beschleunigt das Pflanzenwachstum und ist ertragsbestimmend. Die beste Ausnutzung wird zu Vegetationsbeginn erreicht, die „korrigierte Temperatursumme“ sollte bei 200°C liegen.

Im Dauergrünland ab mittlerer Nutzung sollte die erste Stickstoffgabe bei Schnittnutzung nicht unter 60 kg/ha liegen. Kalkammonsalpeter hat einen hohen Anteil an schnell verfügbarem Nitratstickstoff, der für einen schnellen Aufwuchs sorgt. Kalkstickstoff hat außerdem eine abtötende Wirkung auf Parasiten. Bei der Düngung mit organischen Düngern, insbesondere bei der Gülledüngung, muss auf eine verlustarme Ausbringung geachtet werden, Schlitzgeräte sind auch hier vielerorten schon im Einsatz.

Die Bestandsbonitur dient der Ermittlung der Verunkrautung und Verteilung auf der Fläche, sodass gegebenenfalls geeignete Pflege- und Herbizidmaßnahmen ergriffen werden können. Außerdem werden Schäden durch tierische Schädlinge wie Fritfliege, Tipula-Larven, Feld- und Wühlmäuse erfasst. Diese dürfen nicht großflächig, sondern müssen mit der Legeflinte direkt am Mauseloch bekämpft werden.

Standort- und nutzungsgeeignete Mischungen bei Nachsaat

Eine Nachsaat ist dann notwendig, wenn der Anteil der unerwünschten Gräser und Kräuter mit geringem Futterwert zu hoch wird, etwa wenn Quecke und Gemeine Rispe zu deutlich mehr als 30 % vorkommen und gleichzeitig über 10 % Unkräuter auftreten. Bei der Nachsaat sollten standort- und nutzungsgeeignete Mischungen verwendet werden. Für die intensive Nutzung empfehlen sich G II- und G III-Mischungen mit hohen Anteilen an Deutschem Weidelgras, Wiesenlieschgras, Wiesenrispe und Wiesenschwingel.

Angelika Sontheimer

Weitere Informationen:

Banvel M - wuchsstoffhaltiges Herbizid zur Bekämpfung von Unkräutern auf Wiesen und Weiden