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GAP: Greening fordert Umweltleistungen

Agrar News
20.05.2014

Landwirte müssen konkrete Umweltleistungen erbringen

Die Umsetzung der Agrarreform kommt in großen Schritten auf Deutschlands Landwirte zu. Im Übergangsjahr 2014 werden die bisherigen Regeln mehr oder weniger fortgesetzt. Ab 2015 wird das Reformpaket der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) vollständig eingeführt. Die Landwirtschaft in Europa soll danach "ökologischer und nachhaltiger" werden.

Kern der Reform ist das sogenannte Greening. Allen landwirtschaftlichen Betrieben wird eine, wenn auch gekürzte, Zusatzförderung gewährt. Unterstützt wird in Zukunft in erster Linie die Fläche und nicht mehr, wie früher, die Produktion. Kleinere Höfe werden gezielt besser gestellt.

Für die Direktzahlungen stehen in Deutschland jährlich 5 Milliarden Euro zur Verfügung. Im Rahmen des Greenings erhalten Landwirte 30 Prozent ihrer Direktzahlungen nur noch dann, wenn sie konkrete Umweltleistungen erbringen. Dazu zählen:

Erhalt von Dauergrünlandflächen
Größere Vielfalt bei der Auswahl der angebauten Feldfrüchte
Bereitstellung „ökologischer Vorrangflächen“ auf Ackerland
Ab 2015 müssen Agrarbetriebe grundsätzlich 5 Prozent ihrer Ackerflächen für ökologische Vorrangflächen zur Verfügung stellen. Eine landwirtschaftliche produktive Nutzung ist auf diesen Flächen nur unter bestimmten Bedingungen, zum Beispiel zum Anbau stickstoffbindender Pflanzen, zulässig.

Auswirkungen der Agrarreform auf Klima- und Umweltschutzziele
Der Präsident des Thünen-Institutes Prof. Folkhard Isermeyer geht davon aus, dass es durch die Umsetzung der Greening-Maßnahmen zu betrieblichen Anpassungen kommt. Diese würden von den Betrieben ganz unterschiedlich umgesetzt, je nach Standort und betrieblichen Voraussetzungen. Isermeyer spricht sich für eine Begleitforschung aus. Sie soll erfassen, wie groß die Auswirkungen der einzelnen Greening-Maßnahmen und des Gesamtpaketes der Agrarreform auf Klima- und Umweltschutzziele am Ende tatsächlich sein werden. Außerdem solle geklärt werden, mit welchen volkswirtschaftlichen Kosten die Ziele verbunden sind.