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Flächenwachstum senkt Betriebskosten

Agrar News
12.09.2014

Günstiges Zinsniveau kann für sinnvolle Landkäufe genutzt werden/ Im Westen sind Kooperationen für Flächenwachstum sinnvoller

Wie können Landwirte ihre Betriebsstrategie in Zukunft ausrichten? Diesem Thema hat sich die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) im Rahmen der Unternehmertage letzte Woche in Hannover gewidmet.

Karl-Heinz Mann, landwirtschaftlicher Unternehmensberater bei der LBB Göttingen befürchtet, dass das aktuell niedrige Zinsniveau in der Landwirtschaft zu unrentablen Investitionen führen kann. Er hat den Erzeugern geraten, Investitionen auf eine ausreichende Rendite zu überprüfen, eine maximale Zinsbindung beim aktuell niedrigen Niveau anzustreben und für freie Liquidität im Unternehmen zu sorgen.

Für Ackerbauern sei es wichtig, das verdeutlicht die hohe Schwankung der Preise in dieser Saison erneut, ihr preisliches Risiko durch rechtzeitige Kontrakte zu minimieren. Bei Getreidepreisen über 220 €/t sollten größere Mengen auch für die Folgejahre „festgezurrt werden“. Unter Werten von 180 €/t rät Mann, Mengen über das Jahr gleichmäßig zu verkaufen, um die betriebliche Liquidität zu sichern. Flächenwachstum könnte, vor allem in Westdeutschland, besser über Betriebskooperationen sichergestellt werden. Hier stellen sehr hohe Pacht- und Bodenpreise ein Hindernis für Investitionen dar.

Vielfach bliebe den Unternehmen, vor allem in den neuen Bundesländern, nur der Flächenkauf zur Sicherung des Bodenkapitals. Bei einem fremdfinanzierten Kaufpreis von 24000 €/ha (60 Bodenpunkte), einem Unternehmensergebnis von 500 €/ha und der eingesparten Pacht errechnete der Fachmann noch immer einen betriebswirtschaftlichen Gewinn von 740 €/ha. Vorausgesetzt hat er dabei einen Finanzierungszins von 2,5 Prozent und eine Finanzierungsdauer von 20 Jahren. Zur Sicherung des langfristigen Unternehmensergebnis müsste außerdem eine notwenige Eigenkapitalbildung berücksichtigt werden. Das Flächenwachstum, bei dem ein fixierter Kaufpreis und keine kontinuierlich steigende Pacht zu berücksichtigen ist, könnte zu einer deutlichen Kostendegression führen. Teure, dann aber langfristige Pachtverträge rechneten sich bei hohen Erzeugerpreisen und hoher Inflationsrate, so Mann.

Brigitte Braun-Michels