You are here

Share page with AddThis

Den landwirtschaftlichen Betrieb mit Kinderaugen sehen

Agrar News
08.01.2014

Sicherheit geht vor

Jeder Auszubildende kennt die Schreckensbilder der Berufsgenossenschaften und in jedem Erste-Hilfe-Kurs werden Gefahren beim Bedienen von Maschinen, im Fahrzeugverkehr oder beim Umgang mit Tieren erläutert. Doch wie können die Gefahren auf landwirtschaftlichen Betrieben vor allem für Kinder abgewendet werden?

Kinder sehen die Welt mit anderen Augen als Erwachsene. Für Erwachsene offensichtliche Gefahren erkennen sie nicht, wenn sie spielen. Viele tragische Unfälle mit Kindern in der Landwirtschaft können vermieden werden. Mit relativ einfachen Mitteln lassen sich einige Gefahren für Kinder mindern. Eine Rückfahrkamera beispielsweise gibt dem Fahrer einen Fast-Rundumblick und ermöglicht den Blick in den toten Winkel beim Rückwärtsfahren auf dem Hof, damit keine Kinder beim Rangieren überrollt werden. Während der Erntezeit, beim Silofestfahren oder bei Tiertransporten mit fremden Fahrern gilt erhöhte Aufmerksamkeit. Dann sollten Kinder dazu angehalten werden, gar nicht erst auf dem Hof zu spielen. Wenn Kinder ihre Eltern bei der Traktorfahrt begleiten wollen, ermöglichenspezielle Kindersitze das gefahrlose Mitfahren. Ganz kleine Kinder sind in einem Traktorbeifahrer-Kindersitz sicher untergebracht, für größere gibt es ein Nachrüstset mit beidseitigem Brust- und Bauchgurt.

Den Zugang erschweren, den Aufenthalt sicher machen

Heuböden, Strohscheunen oder Teiche üben magische Anziehungskräfte auf Kinder aus. Deswegen sollten Leitern nach dem Benutzen immer entfernt werden, Treppen über einen Handlauf verfügen und jeder Boden ein Geländer haben. Ganz gefährliche Orte können durch ein Absperrgitter mit Vorhängeschloss gesichert werden. Eine weitere Gefahr geht von Futtersilos, Güllegruben oder Annahmetrichtern von Futtermischanlagen oder Biogasanlagen aus. Die Luke am Futtersilo muss deshalb immer kindersicher geschlossen sein, die Zugangsöffnungen von Güllegruben müssen mit einer schweren Tür oder einem Gitter gesichert sein, und die Annahmetrichter von Futtermischanlagen oder der Futteranmischbehälter sollten ebenfalls für Kinder nicht direkt zugänglich sein.

Gefahren abwenden, denn vorbeugen ist besser als heilen

Kinder spielen gerne Verstecken. Jede Maschine, die nicht genügend gegen Um- oder Herunterfallen auf dem Hof abgestellt ist, kann dann zur tödlichen Falle werden. Als erste Maßnahme gilt daher das Absetzen auf einem genügend schweren Klotz oder Stein, noch mehr Sicherheit bietet das Fixieren mit einer Kette an der Wand. Zwillingsräder können an einen Pfosten gebunden werden. Nicht zuletzt hilft das sensibilisierende altersgemäße Gespräch, dass Kinder mit der Zeit mehr und mehr über ihr Handeln nachdenken und die Gefahren sehen, ohne die Freude am Spielen und Entdecken zu verlieren.

Angelika Sontheimer

Weitere Informationen:
Sozialversicherung für Landwirtschaft, Forsten und Gartenbau, www.svlfg.de