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Rüben in die Biogasanlage

Aktuelles Zuckerrüben
29.01.2014

Der Turbo im Fermenter

Viele Menschen sehen den für sie subjektiv steigenden Maisanbau zunehmend kritisch. Landwirte und Biogasanlagenbetreiber müssen sich dieser Gesellschaftsfrage stellen. Zucker- und Futterrüben sind eine Möglichkeit, die Biogasfruchtfolgen aufzulockern.

Gute Gäreigenschaften und gute Fruchtfolgewirkung

In den traditionellen Zuckerrübenanbaugebieten wurden die ersten Versuche mit "Über-Quotenrüben" schon länger gemacht. Inzwischen werden Zuckerrüben auch in Gebieten, die nicht an die Zuckerfabriken liefern, angebaut und in Biogasanlagen verwertet. Zunehmend sind auch Futterrüben für die Biogasanlage im Kommen, was auch Eingang in die Züchtung findet.

Die Rübe hat ein hohes Ertragspotenzial, eine hohe Transportwürdigkeit und lässt sich hervorragend konservieren. Die Vergärbarkeit ist sehr gut, Rübenschnitzel sind hoch verdaulich für die methanbildenden Bakterien und sie verursachen weder Schwimm- noch Sinkschichten im Substratbrei, so dass es nicht zu Rührwerksproblemen kommt. Ein Vorteil von Rüben im Ackerbau ist, dass sie durch die Fruchtfolgenauflockerung helfen, Maiszünsler und Maiswurzelbohrer die Nahrungsgrundlage zu entziehen. Die Jäger freuen sich über die gute Übersicht der Rübenäcker, die Wildschweinen weniger Einstand als Maisäcker bieten.

Wirtschaftlichkeit hängt von der Verfahrenstechnik ab

Die Produktionskosten liegen etwas über denen von Silomais und die Verarbeitungs- und Lagerkosten sind je nach Konservierungsverfahren ebenfalls höher als bei der reinen Maissilage. Deswegen muss jeder Landwirt die Vor- und Nachteile einer Frischverfütterung wie höhere Vergärbarkeit und geringere Konservierungs- und Lagerkosten als bei der Schlausilage oder bei der Lagunenlagerung gegenüber der zusätzlichen täglichen Arbeit des Schnitzelns und der dazu notwendigen Verfahrenstechnik abwägen.

Im Fermenter bringen Rüben auf jeden Fall eine hohe Prozesssicherheit. Sie haben einen guten Mischeffekt und können relativ problemlos auch in Schichten mit Mais siliert werden. Um den Erdanteil so gering wie möglich zu halten, sollten Sorte und Erntetermin dementsprechend gewählt werden und die Verladetechnik darauf abgestimmt sein. Wichtig ist jedem Fall, das an Zucker "hochprozentige" Sickerwasser mit im Fermenter zu verwerten. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht muss noch auf die erhöhten Logistikanforderungen beim gleichzeitigen Silieren von Mais und Rüben hingewiesen werden.

Angelika Sontheimer

Weitere Informationen zum Einsatz von Zuckerrüben in der Biogasanlage lesen Sie hier.