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Chancen und Risiken von Winterrüben

Aktuelles Zuckerrüben
11.02.2014

Mehrertrag contra Winterhärte und Schossfestigkeit

Winterrüben werden im Herbst gedrillt und bleiben im Gegensatz zu Zuckerrüben den Winter über auf dem Feld.
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Wie ist der Stand der Winterrübenforschung in Deutschland? Lohnt sich der Anbau von Winterrüben? Ertrag contra Schossfestigkeit.

Winterrüben versprechen 25 bis 30 Prozent mehr Zucker- und Biomasseertrag. Dem steht die natürliche Schosserneigung von Rüben als zweijährige Pflanzen nach einem Vernalisationsreiz im Winter entgegen.

Winterrüben werden im Herbst ausgesät und wachsen rund ein Jahr. Sie haben eine längere Vegetationsperiode als im Frühjahr gedrillte Zuckerrüben, eine schnelle Jugendentwicklung im Herbst und bilden mehr Blattmasse aus.
 

Vorteile

Sie absorbieren während der Wachstumsphase mehr Licht und haben deswegen einen höheren Blattflächenindex. Sie haben einen hohen Wasserverbrauch im Mai/Juni (Zuckerrüben Juli/August) und bringen mehr Zucker- und Biomasseertrag pro Hektar.

Winterrüben können als neue Energiepflanze Biogasanlagen über den Winter Substrat liefern.

Sie haben einen höheren Trockensubstanzgehalt und mehr osmotisch wirksame Substanzen wie Kalium, Natrium, Aminostickstoff und Zucker und sind deshalb frostresistenter.

Nachteile

Nachteilig wirkt sich bei tiefen Temperaturen im Winter der Vernalisationsreiz aus. Winterrüben schossen, blühen im darauffolgenden Frühjahr und bilden Samenträger aus.

Sie stecken dann einen großen Teil ihrer Energie in die Triebe statt in die Speicherwurzel. Somit bringen sie als Schosserrüben weniger Ertrag und sind in den Zuckerfabriken unerwünscht.

Dies zeigt, dass der Anbau von Winterrüben noch weiter erforscht werden muss bis er in Deutschland flächendeckend in der Praxis erfolgen kann.

Angelika Sontheimer

 

Weitere Informationen stellt das Institut für Zuckerrübenforschung (Hier geht´s zur externen Website) bereit.