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Im Gemüsebau ist Feldhygiene unverzichtbar

30.07.2013

Wie kann ich die Vermehrung von Unkraut, Krankheiten und Schädlingen im Gemüsebau vermeiden?

Vor allem in Regionen mit intensivem Gemüsebau ist eine gute Feldhygiene das Mittel der Wahl, um Unkräuter, Krankheiten und Schädlingen frühzeitig vorzubeugen. Abschlegeln oder Umbruch der Erntereste sollte sofort nach Kulturende am letzten Erntetag erfolgen.
 

Unkraut-Samenbildung verhindern

Unkräuter müssen entfernt werden, bevor sie Samen bilden. Mit der Samenbildung wird der Grundstein gelegt für ein über Jahre währendes Vorkommen im Boden Dies wartet nur darauf, massenhaft zu keimen. Im Gemüsebau sind es häufig sehr spezielle Unkräuter wie beispielsweise das Gemeine Kreuzkraut oder Amarant. Notfalls sollten die Unkräuter von Hand beseitigt werden. Besonderes Augenmerk ist auf die bereits abgeernteten Felder zu legen. Unkräuter, die vorher von den Kulturpflanzen unterdrückt wurden, können sich innerhalb kurzer Zeit zur Samenreife entwickeln, weil sie Licht und Platz haben. Hier heißt es schnell zu handeln. Selbiges gilt für Fahrgassen und Gassen der Beregnungsrohre.

Abschlegeln und Fräsen

Vor allem in Fruchtfolgen mit Salat, Kohl und Blumenkohl ist es wichtig, neben den Unkräutern auch Krankheitserreger und Schädlinge durch geeignete Maßnahmen einzugrenzen. Abgeerntete Flächen sollten sofort abgeschlegelt werden. Auch der Einsatz einer Fräse ist sinnvoll, vor allem um die Strünke und Wurzeln der Pflanzen zu zerstören sowie möglichen Schädlingen den Nährboden zu entziehen.

Bodenbürtige Pilze vermindern

An Ernteresten und überständigen Gemüsepflanzen können sich Pilze und Insekten massenhaft vermehren, weil keine Pflanzenschutz-Maßnahmen mehr durchgeführt werden. Zudem sind sie in der Lage, Dauerformen zu bilden, mit denen sie auch dann noch überleben können, wenn die Erntereste eingearbeitet wurden. Die Folge: Der Befallsdruck durch bodenbürtige Krankheiten wie Verticillium, Sclerotinia, Fusarium oder Rhizoctonia nimmt deutlich zu. Auch Schädlinge wie Nematoden, Kohlfliege oder Möhrenfliege können dann zum Problem werden. Vor allem bei der durch Bakterien ausgelösten Krankheit Xanthomonas ist ein Fräsen der Erntereste wichtig, denn die Erreger überdauern in den Strünken.
 

Randstreifen in die Feldhygiene mit einbeziehen

Werden Erntereste nicht sofort nach der Ernte beseitigt, steigt auch der Befallsdruck in der Nachbarparzelle, die noch nicht geerntet ist. Vor allem Blattläuse und Falterarten können sich schnell vermehren und in die Bestände einwandern. Selbiges kann auch bei einer Randstreifenbegrünung der Fall sein. Deshalb sollte auch diese in die Feldhygiene-Maßnahmen einbezogen werden. Und noch etwas spricht für ein schnelles Beseitigen der Erntereste: Die Gefahr der Ausbildung von resistenten Schaderregerpopulationen. Sie nimmt zu, weil an den nicht geernteten Pflanzen die Insekten und Pilze überleben, die nicht so empfindlich auf die sich immer mehr abbauenden Pflanzenschutzmittel-Wirkstoffe reagieren.

Angelika Sontheimer
 

Weitere Informationen zu Saatgut und Pflanzenschutz im Gemüseanbau:
Gesunde Kulturen, gesundes Wachstum
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