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Welche Möglichkeiten gibt es zur Bekämpfung des Rapserdflohs?

Aktuelles Raps
07.08.2014

Rapsanbau ohne insektiziden Beizschutz

Rapserdfloh

Der Rapserdfloh kann der jungen Rapspflanze im Herbst erheblichen Schaden zufügen. Nach dem Wegfall der Neonikotinoide muss die Rapsaussaat 2014 erstmals ohne insektiziden Beizschutz erfolgen. Wie kann der Rapserdfloh bekämpft werden?

Biologie und Auswirkungen des Rapserdflohs

Der Rapserdfloh Psylliodes chrysocephala (L.) ist ein wirtschaftlich bedeutsamer Rapsschädling im Herbst. Rapserdflöhe treten eher schlagspezifisch als flächendeckend auf. Eine warme Witterung begünstigt den Befall. Die schwarz glänzenden, 3-4 mm großen Käfer wandern ab September in die Rapsflächen ein. Die Weibchen legen ihre Eier in unmittelbarer Nähe der Rapspflanzen in den Boden. In milden Wintern, bei Temperaturen bis etwa 6 °C, erfolgt die Eiablage den ganzen Winter. Die erwachsenen Käfer verursachen große Fraßschäden an den gerade aufgelaufenen Rapspflanzen. Die frisch geschlüpften Larven sind weiß, haben einen dunklen Kopf und eine hellbraune Analplatte. Sie legen ab Oktober bis in den Mai des Folgejahres in den Blattstielen und Trieben lange Fraßgänge an.

Schädling begünstigt Auswinterung und Pilzkrankheiten

Bisher waren die Rapspflanzen durch den insektiziden Beizschutz mit Neonikotinoiden bis zum 6-Blatt-Stadium vor den Fraßschäden des Rapserdflohs geschützt. Jetzt muss der Landwirt den Befall mit Gelbschalen genauestens kontrollieren, um im Bedarfsfall ein Pyrethroid zu spritzen. Es ist wichtig, die Gelbschalen früh – am besten gleich nach der Aussaat – aufzustellen und auf Bodenhöhe einzugraben. Die Schädlinge fallen sonst nicht in die Schale. Auch die jungen Rapspflanzen müssen auf Fraßschäden kontrolliert werden. Bei den ersten Anzeichen eines Befalls sollte zur Sicherheit die Applikation mit einem Insektizid, z.B. Karate Zeon, erfolgen.

Wirksamkeit von Karate Zeon gegen den Rapserdfloh

Wie kann ich dem Rapserdfloh vorbeugen und ihn bekämpfen?

  • Aussaatstärke von mindestens 45 Pflanzen/qm (Hybriden) bzw. 55-60 Pflanzen/qm (Liniensorten) anstreben
  • Keine Dünnsaaten, um eine ausreichende Bestandesdichte zu erzielen
  • Bei Flächen mit hohem Befallsdruck die Saatstärke um 10 % erhöhen
  • Auf die Feldhygiene achten, Kreuzblütler bekämpfen
  • Fungiziden Beizschutz zur Kräftigung der jungen Rapspflanzen maximal ausnutzen
  • Zweifache Blattapplikation mit einem Insektizid, z.B. Karate Zeon, um den Rapserdfloh zu bekämpfen
  • Ackerbauliche Maßnahmen wie Pflügen und Rückverfestigung des Bodens

Angelika Sontheimer
 

Weitere Informationen zur Rapsaussaat:
Empfehlungen zur diesjährigen Rapsaussaat ohne insektiziden Beizschutz, Sonderausgabe UFOP-Information
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