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Kohlhernie in Raps: Möglichkeiten der Bekämpfung

Aktuelles Raps
14.08.2014

Vorbeugende Maßnahmen können Befall verhindern oder reduzieren

Die Dauersporen von Plasmodiophora brassicae können auch ohne Wirtspflanze bis zu 20 Jahre im Boden überdauern. Aus diesem Grund sollten vorbeugende Maßnahmen getroffen werden, um Infektionen des Rapses zu verhindern bzw. zu reduzieren. Chemische Bekämpfungsmethoden stehen nicht zur Verfügung.

Wer neben Raps auch Gemüse wie Chinakohl, Blumenkohl oder Brokkoli anbaut, muss auf eine sehr gute Feldhygiene achten. Bei Befall müssen befallene Wurzeln wie Kohlstrünke abgefahren werden. Ausfallraps sollte sofort umgebrochen werden, damit der Pilz keinen neuen Vermehrungszyklus mit neuen Dauersporen schafft.

Um den Befall zu kontrollieren, können weitere vorsorgliche Maßnahmen getroffen werden:

  • Intensive Rapsfruchtfolgen auflockern, auf befallenen Flächen Raps erst nach einer mindestens drei, besser vierjährigen Pause wieder anbauen;
  • Weite Fruchtfolge mit Getreide, Gras, Zuckerrüben oder Kartoffeln anstreben;
  • Bei der Gründüngung und im Zwischenfruchtanbau darauf achten, dass dort kein Senf, Raps oder Rübsen, sondern zum Beispiel resistenter Ölrettich angebaut werden;
  • Den pH-Wert des Bodens auf mindestens 6,5 anheben;
  • Kalkstickstoff düngen, dieser hat durch seinen Kalkgehalt und die Cyanamid-Phase eine doppelte Wirkung;
  • Auf befallenen Flächen resistente Sorten anbauen;
  • Auf eine geregelte Wasserführung achten, Staunässe vermeiden, ggf. drainieren;
  • Maschinen auf den befallenen Flächen reinigen, um die Sporenübertragung mit Boden auf bisher nicht verseuchten Feldern zu minimieren;
  • Keine Frühsaaten, da der Pilz bei warmem Wetter optimale Vermehrungsmöglichkeiten hat;
  • Befallene Zwischenfrüchte nicht verfüttern, da die Sporen im Verdauungskanal der Tiere nicht absterben und mit dem Mist wieder ausgebracht werden;
  • Bei moderat befallenen Rapsflächen, bei denen der Pilz nur die Seitenwurzeln befallen hat, für eine gute Nährstoffversorgung mit kleinen Stickstoff-Teilgaben und weiteren Nährstoffen sorgen.

 
Angelika Sontheimer
 

Weitere Informationen zu Kohlhernie in Raps:
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