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EEG-Novelle: Mais wird aus Biogasanlagen verbannt

Aktuelles Mais
31.03.2014

Nur noch Reststoffe sollen verwendet werden

Mit dem Ausbau von Biogasanlagen ist der Maisanbau in Deutschland erheblich ausgeweitet worden. Der Maisanbau steht immer mehr in der Kritik. Durch die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) steht die Nutzung von Mais als Gärsubstrat für Biogasanlagen nun vor dem Aus.

„Seit Landwirte nicht mehr nur Tiere mit der Energiepflanze füttern, sondern zunehmend Biogasanlagen, expandiert der Anbau“, und auch von „Monokulturen, Vermaisung und einer wachsenden Maiswüste“ ist insbesondere in den Medien außerhalb der agrarischen Fachpresse immer häufiger die Rede.

Mais erzeugt viel Biomasse
Der Anbau von Silomais hat sich in den letzten zehn Jahren (2002 bis 2012) nahezu auf über zwei Mio. ha Anbaufläche verdoppelt. Nach Angaben der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) werden davon rund 800.000 ha Mais in Deutschland allein für die „Fütterung“ von Biogasanlagen angebaut. Verantwortlich gemacht wurde für diese Entwicklung das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Mais ist genügsam, braucht vergleichsweise wenig Wasser und erzeugt relativ viel Biomasse. Deshalb ist die Verwendung dieses Grundstoffes für Biogasanlagen die attraktivste Variante.

33 Prozent des Mais für Biogasanlagen
Rein statistisch betrachtet hat der Maisanbau in den Jahren 2012/13 nur noch marginal ausgeweitet. Bundesweit blieb zudem die Verteilung der Verwendung von Mais nahezu identisch: 33 Prozent für Biogas, 47 Prozent für Silomais und 20 Prozent Körnermais. Von einer Vermaisung der Landschaft kann keine Rede sein. Die größten Bundesländer in Bezug auf den Maisanbau sind Niedersachsen und Bayern mit über 500.000 ha. In Sachsen hat der Maisanbau einen gewaltigen Schritt nach vorne getan. In anderen Ländern liegt der Flächenanteil bei 60.000 bis 150.000 ha und hat nach wie vor eine untergeordnete Bedeutung. Dennoch scheint die Diskussion um den Maisanbau in Deutschland Wirkung zu zeigen.

Hohe Fördersätze für Reststoffe
Nach dem Referentenentwurf zur Novelle des EEG sollen Biogasanlagen in Zukunft ausschließlich mit Reststoffen betrieben werden. Der Einsatz von Mais als Gärsubstrat wird nicht mehr möglich sein. Wie das Deutsche Maiskomitee (DMK) in einem Schreiben an Energieminister Gabriel jetzt mitteilt, fällt eine wesentliche Zielsetzung der Energiewende, nämlich CO2-Einsparung und mehr Klimaschutz, unter den Tisch. Mais hat bei einem hohen Biomasseanteil immerhin die vorteilhafteste Energiebilanz (CO2-Bindung, O2-Freisetzung) im Vergleich zu anderen Energiepflanzen. Außerdem befürchten die Vertreter des DMK, dass mit den neuen hohen Fördersätzen für Reststoffe ein Import nach Deutschland einsetzt, der aus ökologischer Sicht vollkommen kontraproduktiv ist. Mit dem Zuchtfortschritt steigt die Vorzüglichkeit des Einsatzes von Mais weiter und der Flächenbedarf der Substraterzeugung zur Biogasgewinnung verringert sich. Aus Sicht des DMK verfehlt die EEG-Novelle die Ziele einer überzeugenden Klimaschutzpolitik.

Brigitte Braun-Michels