You are here

Share page with AddThis

Unkrautbekämpfung in Kartoffeln: Lösungen für vielfältige Herausforderungen

Aktuelles Kartoffeln
04.04.2018
Arcade Kartoffelherbizid Spritzung

Wilken Heimsoth, Betriebsinhaber aus Hassel in Niedersachsen und Hendrik Dralle, Verkaufsberater im Verkaufsgebiet Nord der Syngenta Agro tauschen ihre Erfahrungen und Empfehlungen zur Unkrautbekämpfung in Kartoffeln aus. 

 

Herr Heimsoth, auf Ihrem Betrieb stehen die Kartoffeln auf sehr unterschiedlichen Böden. Was bedeutet das für die Unkrautbekämpfung in Kartoffeln?

Wir bewirtschaften schwere, tonreiche Böden in der Wesermarsch, milde Lehmböden mit 40 – 60 Bodenpunkten und leichte Sandböden. Aus Fruchtfolgegründen findet unser Kartoffelanbau auf all diesen Bodenarten statt. Daraus leiten sich natürlich sehr unterschiedliche Situationen bezüglich der Unkrautspektren, dem Vorgehen mit Bodenherbiziden oder Anwendungsstrategien ab.

Mit welchen Leit- und Problemunkräutern haben Sie es auf diesen Standorten zu tun?

Gemeinsam auf allen Standorten finden wir Knöterich-Arten, Melde, Kamille und Klettenlabkraut. Dazu kommen auf den Marsch-Standorten Disteln und Quecke, auf den Lehmböden Ausfallraps und auf den Sanden Nachtschatten sowie Hirse-Arten. Mit den meisten der genannten Unkräuter kommen wir in der Regel gut zurecht. Allerdings bereiten uns die Bekämpfung von Nachtschatten sowie die Spätverunkrautung mit Melde und Hirsen häufig Probleme.

Kartoffelexperte Wilken Heimsoth Wilken Heimsoth ist Betriebsleiter eines Gemischtbetriebs mit Ackerbau, Biogas, Schweine- und Hähnchenmast in Hassel, Niedersachsen. Die Gesamtfläche umfasst 380 ha, davon 80 ha Kartoffelanbau für die Verwertungsrichtungen Speise-, Chips-, Pommes frites-Kartoffeln sowie Vermehrung. Weitere Ackerfrüchte sind Zuckerrüben, Mais, Raps und Getreide.

Herr Dralle, Sie sind in einem der intensivsten Kartoffelanbaugebieten Deutschlands tätig. Welche Fragen zur Unkrautbekämpfung in Kartoffeln kommen bei Ihnen im Schwerpunkt aus der Praxis an?

Generell nimmt die Vielfalt und Komplexität der Fragen zu. Wirkungsspektren von Herbiziden einschließlich Problemunkräutern ist ein Aspekt, dazu kommen Fragen zu Mischbarkeiten geeigneter Produktkombinationen. Herbizidstrategien in Fruchtfolgen bekommen einen immer größeren Stellenwert. Ich nenne hier die spezifischen Herausforderungen von Kartoffel-Zuckerrüben- oder Kartoffel-Maisfruchtfolgen. Und letztlich sind es aktuelle Zulassungssituationen und Anwendungsauflagen, die viele Unsicherheiten und Fragen bei den Landwirten aufwerfen.  

Herr Heimsoth, welche grundsätzlichen Überlegungen stellen Sie bei der Planung Ihrer Unkrautbekämpfungsstrategien an?

Uns ist bewusst, dass wir bei der Vielfalt unserer Standorte und Unkrautsituationen nicht mit einem Herbizid und einer Strategie fahren können. An erster Stelle steht, dass wir das Problem lösen und damit Ertragsverluste oder Probleme bei der Ernte vermeiden. Das heißt, dass wir nicht nach der billigsten, sondern der besten Lösung suchen. „Reparaturbehandlungen“ bei der Unkrautbekämpfung in Kartoffeln sind nur beschränkt möglich und teuer. Sie sind aber dennoch häufig notwendig! Die Kombination von Boxer und Sencor löst bei uns viele Unkrautprobleme oder sie kann durch weitere Zumischungen situationsspezifisch ergänzt werden. Es ist natürlich hilfreich, wenn man eine Basislösung hat, mit der man eigene Erfahrungen auf dem Betrieb hat.

Herr Dralle, in 2017 hat Syngenta mit Arcade und dem Boxer Sencor Liquid Pack zwei neue Produkte in den Kartoffelherbizid-Markt eingeführt. Was waren die wesentlichen Erfahrungen?

In meinem Gebiet stehen die Kartoffeln verbreitet auf leichten Standorten. Im vergangenen Jahr hatten wir zum Zeitpunkt der Herbizidmaßnahmen oft feuchte Böden. Dies waren natürlich gute Voraussetzungen dafür, dass die Praktiker sehr zufrieden mit der Wirkung beider Produkte waren. Wir haben viele Standorte, auf denen eine Spritzfolge signifikant mehr Wirkungssicherheit bringt. Mit Arcade haben wir nun erstmals ein Prosulfocarbhaltiges Herbizid, das im Nachauflauf zugelassen ist. Das ist ein echtes Plus für diese Betriebe.

Kartoffelexperte Hendrik DralleHendrik Dralle ist Verkaufsberater in der Region Nord bei Syngenta. Sein Arbeitsgebiet liegt in Nordost-Niedersachsen, einem der intensivsten Kartoffelanbaugebiete Deutschlands. Damit ist diese Kultur seit vielen Jahren ein Schwerpunkt seiner Beratungstätigkeit.

Herr Heimsoth, welchen Stellenwert hat für Sie das Thema Verträglichkeit?

Natürlich ist das eine wichtige Eigenschaft einer Herbizidlösung. Bei uns umso mehr, da wir auch Pflanzkartoffeln produzieren. Da gibt es keine Kompromisse. Wir haben im letzten Jahr in Metribuzinverträglichen Konsumkartoffeln das neue Arcade ausprobiert, in einer Witterungssituation, die in Sachen Verträglichkeit nicht unkritisch war. Wirkung und Verträglichkeit haben uns sehr überzeugt. Außerdem haben wir durch die Vor- und Nachauflaufzulassung mehr Flexibilität beim Anwendungstermin. Das gefällt uns gut bei diesem Produkt. Dies bedeutet einerseits, wir haben mehr zeitlichen Spielraum auch mal auf einen Regen zu warten, um ausreichende Bodenfeuchtigkeit zu haben. Andererseits ist zeitliche Organisationen der Betriebsabläufe ein großes Thema: In der Phase der Unkrautbekämpfung in Kartoffeln verbringen wir noch viel Zeit im Getreide und im Mais und - als Schweine- und Hähnchenmastbetrieb - manche Stunde im Stall. Da sind wir froh, wenn wir mal nicht „auf den Punkt genau“ handeln müssen.

Herr Dralle, wie sieht Ihre Herbizidempfehlung in Kartoffeln für die anstehende Saison aus?

2018 können wir mit Boxer Sencor Liquid Pack und Arcade zwei Produkte in unsere Herbizidstrategie-Empfehlungen einbinden. Damit kann ich jetzt für unterschiedliche Standorten eine Empfehlung geben. Auf unseren leichten Standorten liegt der Schwerpunkt auf der Spritzfolge von Boxer Sencor Liquid Pack gefolgt von Arcade. Dieses Herbizid hat im Vorjahr seine Feuertaufe bestanden. Ich empfehle Arcade den Betrieben auf den besseren Standorten, die zumeist mit einer Anwendung auskommen. Wer zudem die Vorteile eines einfachen Fertigproduktes schätzt, welches flexibel im Vor- und im Nachauflauf eingesetzt werden kann, wird mit Arcade sicherlich sehr zufrieden sein.

Herr Heimsoth, wie sind Ihre Planungen für die Unkrautbekämpfung in Kartoffeln in diesem Jahr?

Bei Nicht-Metribuzinempfindlichen Sorten für den Konsumanbau liegt der Schwerpunkt auf der Spritzfolge von Boxer Sencor Liquid Pack im Vorauflauf gefolgt von Arcade, eventuell plus Cato. Dies ist unser Standard. Haben wir eine Metribuzinempfindliche Sorte im Anbau, werden Kombinationen aus Boxer plus Bandur oder Boxer plus Proman gespritzt. Besonders bei Nachtschatten ist die genannte Standardspritzfolge aus Boxer Sencor Liquid Pack und Arcade allerdings ein Muss für die Behandlungen. 

 

Vielen Dank für das Gespräch und einen guten Einstieg in die Kartoffelsaison 2018 mit „sauberen“ Kartoffeln von Anfang an.