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Marktsituation bei Pfälzer Frühkartoffeln ist schwierig

Aktuelles Kartoffeln
21.07.2014

Anti-Resistenz-Management ist wichtig / Witterung verringerte Zeitvorsprung der Pfälzer Frühkartoffeln

Simon Fink
Simon Fink bewirtschaftet in der Pfalz einen Ackerbaubetrieb mit Schwerpunkt Frühkartoffeln. Ergänzend baut er Zwiebeln, Zuckerrüben und Weizen an. Foto: Imke Brammert Schröder

Die Pfalz ist kleinstrukturiert und durch einen intensiven Frühkartoffelanbau geprägt. Simon Fink bewirtschaftet in Heßheim nahe Frankenthal in der Pfalz einen Ackerbaubetrieb mit Schwerpunkt Frühkartoffeln. Wir haben uns mit ihm über die seine Maßnahmen im Pflanzenschutz und die aktuelle Marktsituation unterhalten.

Wie ist die Situation im Pflanzenschutz? Welche Maßnahmen führen Sie aktuell durch?

Simon Fink: In der Vorderpfalz werden wegen der guten klimatischen Bedingungen sehr intensiv Frühkartoffeln angebaut. Durch die Kleinstrukturierung der Flächen und den Anbau von verschiedenen Reifegruppen ist der Krankheitsdruck in den Kartoffeln, vor allem bei Kraut- und Knollenfäule, hoch. Aktuell fahren wir in der Reifegruppe 3, die die Ende Juli, Anfang August gerodet werden, einen zehntägigen Spritzabstand. Durch den intensiven Anbau und die engen Fruchtfolgen, in denen Frühkartoffeln zum Teil alle zwei Jahre angebaut werden, bilden sich schnell Resistenzen. Deshalb ist ein Wirkstoffwechsel wichtig. Wir setzen aktuell gegen Kraut- und Knollenfäule lokalsystemische Mittel und Kontaktfungizide mit sporenabtötender Wirkung ein, u.a. nutzen wir den Wirkstoff Fluazinam im Shirlan.

Shirlan 91 kb

Welche Sorten bauen Sie an?

Simon Fink: Wir bauen ausschließlich die Sorte Berber an, eine vorwiegend festkochende Sorte.

Wie beurteilen Sie die diesjährige Ertrags- und Marktsituation bei den Frühkartoffeln?

Simon Fink: Der Preis ist in diesem Jahr nicht zufriedenstellend. Wir sind mit geringen Preisen von unter 30 € in die Saison gestartet, die noch einmal deutlich nachgegeben haben. Wir sind Mitglied in der Erzeugergemeinschaft für Pfälzer Früh- und Speisekartoffeln, die die Preisverhandlungen mit dem Handel führt. Der Markt wird als schwierig eingeschätzt, unter anderem, weil durch das warme Wetter im Frühjahr alle Frühkartoffel-Erzeugergebiete mit einem geringen zeitlichen Abstand den Markt mit Ware versorgen. Der Vorsprung der Pfälzer Ware betrug in diesem Jahr nur etwa 10 Tage. Mit dem Ertrag sind wir zufrieden und rechnen mit 30 bis 35 t/ha.

Angelika Sontheimer
 

Weitere Informationen zum Pflanzenschutz in Kartoffeln:
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