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Wie lässt sich nicht verbrauchtes Saatgut bis zur nächsten Aussaat lagern?

Aktuelles Getreide
16.10.2014

Sachgerechte Lagerung erhält die Keimfähigkeit

Nach der Aussaat bleibt meist noch ein Rest Saatgut übrig. Abhängig davon, um welche Kultur es sich handelt und welche Ausgangsqualität vorliegt, kann es bis zur nächsten Aussaat gelagert werden. Was ist zu beachten, um die Keimfähigkeit zu erhalten?

Offene Scheunen oder feuchte Keller sind keine guten Lagerplätze für Saatgut. Die Säcke, Gebinde oder Kartons dürfen nicht direkt auf der Erde stehen, da sie dort leicht Feuchtigkeit ziehen. Sie müssen auf einer Palette oder ähnlichem gelagert werden. Die Lagerung muss kühl und trocken erfolgen. Je höher die Temperatur und je mehr Kontakt das Saatgut mit Sauerstoff hat, umso schneller atmet und altert es.

Gebeiztes Getreidesaatgut kann überlagert werden, wenn die Ausgangskeimfähigkeit und
–qualität hoch
sind. Schwache oder geschädigte Körner mit Spelzenverletzungen oder -abrieb verlieren an Keimfähigkeit und Keimqualität. Ebenso darf Saatgut mit Auswuchsschäden nicht mehr verwendet werden. Gelagert wird am besten in luftdicht verschlossenen Säcken unter 13 °C.

Überlagertes Saatgut sollte im nächsten Jahr vor der Aussaat auf die verbliebene Keimfähigkeit überprüft werden. Anormale Keimlinge werden dabei nicht gezählt, da sie nur Kümmerpflanzen hervorbringen. Bei Öko-Saatgut, Mais und Sojabohnen sollte neben der Keimfähigkeit auch die Triebkraft ermittelt werden. Besonders Sojabohnen verlieren schnell an Keim- und Triebkraft. Raps- und Sonnenblumensaatgut muss sehr trocken gelagert werden. Bei einem Feuchtigkeitsgehalt von mehr als 10% verdirbt das Speicherfett und die Qualität sinkt rasch. Zuckerrübensaatgut muss ebenfalls vor Feuchtigkeit geschützt werden. Nach der Aussaat muss das übriggebliebene Saatgut sofort (besonders vorbehandeltes Saatgut) wieder in den Originalkarton zurückgefüllt und luftdicht mit einer Plastiktüte verschlossen werden.

Angelika Sontheimer