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Sommerweizen: Notlösung oder gute Alternative?

Aktuelles Getreide
06.03.2015

Der Anbau von Sommerweizen ist nicht nur eine Notlösung, wenn das Wintergetreide ausgewintert hat. Sommerweizen bringt eine Arbeitsspitzenentzerrung und eine gleichmäßige Maschinenverteilung im Vergleich zum alleinigen Winterweizenanbau.

In Betrieben, die das Stroh nicht abfahren möchten, erleichtert der geringere Strohanteil von Sommerweizen die Stoppelbearbeitung und -zersetzung. Die Kultur hat keinen Vernalisationsbedarf, geht also auch ohne Kältereiz in die generative Wachstumsphase zur Blüte über. Durch seine kürzere Vegetationszeit im Vergleich zum Winterweizen wirken sich allerdings Fehler in der Aussaat und Bestandesführung schneller auf die Erträge aus.

Blattfrüchte als Vorfrucht

Sommerweizen dankt kalkhaltige, nährstoffreiche und tiefgründige Böden. Auf sandigen Böden mit wenig Bodenpunkten muss die Wasserversorgung gesichert sein, denn Vorsommertrockenheit wirkt sich ertragsmindernd aus. Ab etwa 50 Bodenpunkten liefert Sommerweizen verlässlich hohe Kornerträge. Als Vorfrucht wirken sich Blattfrüchte wie Raps, Rüben, Kartoffeln oder Kohl positiv auf die Leistung des Sommerweizens aus. In Norddeutschland wird er auf den Marschen auch oft nach Winterweizen angebaut. Hafer ist prinzipiell eine gute Vorfrucht. Die lange Brache zwischen den beiden Sommerungen bietet im Rahmen des Greenings viele Möglichkeiten für Zwischenfrüchte. Bei Getreide als Vorfrucht drohen allerdings Fruchtfolgekrankheiten wie Halmbruch, Schwarzbeinigkeit, Getreidezystenälchen oder die Weizengallmücke.

Je früher, desto besser

Je winterhärter die Sorte ist, umso früher kann die Aussaat auch schon bei Frost beginnen. Im Normalfall wird Sommerweizen zu Vegetationsbeginn im März gedrillt, um die maximale Vegetationszeit auszunutzen. Das Saatbett sollte genügend abgetrocknet und rückverfestigt sein. Als optimale Saattiefe gelten 2 bis 4 cm. Bei nassem Boden kann die Aussaat flacher erfolgen. Nach unten sollte das Saatbett ausreichend rückverfestigt, oben etwas lockerer sein. Die Saatbettbereitung sollte nicht tiefer als die Saatgutablagetiefe erfolgen, damit sich das Auflaufen nicht verzögert und die Keimwurzeln immer Anschluss an das Bodenwasser haben. Bei Strohmulch reicht meist eine einmalige Saatbettbereitung. Wenn der Mulch von Zwischenfrüchten ausreichend mürbe ist, kann auch direkt gesät werden, ansonsten sollte er ebenfalls flach durchgearbeitet werden.

Bei Mulchsaaten ist besonders darauf zu achten, dass der Boden genügend abgetrocknet ist. Bei der Frostbodenbestellung werden 380 bis 420 keimfähige Körner pro m² empfohlen, Anfang März 280 bis 320 und bei der späten Saat ab Ende März wieder 350 bis 380 keimfähige Körner pro m². Je früher die Aussaat erfolgt, umso mehr Zeit hat der Weizen für die Bestockung. 550 bis 650 ährentragende Halme sind für einen guten Ertrag notwendig.

Düngung und Pflanzenschutz

Zur Saat sollte eine Stickstoff-Startgabe von mindestens 30 bis 50 kg N/ha gegeben werden. Die Höhe hängt unter anderem auch davon ab, ob die Fläche als Mulchfläche vorliegt oder gepflügt wurde. Folgt Sommerweizen auf Winterweizen, erhöht sich der Stickstoffbedarf ebenfalls. Durch die Boden- und Saatbettbereitung erfolgt eine mechanische Unkrautbekämpfung, teilweise ist noch eine chemische Unkrautbekämpfung im Nachauflauf notwendig.

Angelika Sontheimer

Weitere Informationen zum Anbau von Sommerweizen

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